Impuls am 26.3.2020
Bild von Thomas Mühl auf Pixabay
Gestern Morgen war ich zu einem kurzen Spaziergang „um den Block“ unterwegs. Mein Weg führt dann an einer Hauptstraße entlang, die zur Zeit deutlich weniger befahren ist als sonst. Und auch an allen anderen Ecken des Viertels merkt man deutlich, dass etwas anders ist als sonst. Es sind weniger Menschen unterwegs, man geht sich etwas aus dem Weg und hält einen Sicherheitsabstand ein, man nickt sich aus der Entfernung zu oder winkt einmal über die Straße. Es ist ein bisschen, wie nachts – nur am hell-lichten Tage. Und trotzdem nehme ich mir diesen Weg um den Block derzeit täglich zu einer festen Zeit vor. Ich erhoffe mir von dieser selbstverordneten Routine ein Stück Normalität.
Natürlich strukturiert das Stundengebet – also die Tagzeitenliturgie – auch weiterhin meinen Alltag, aber es ist schon etwas anderes, so gar nicht mehr in der Gruppe vis a vis zu beten oder die Messe zu besuchen. „Gott ist wie Wasser – er findet seinen Weg zu uns, wenn wir nicht mehr zu ihm kommen können“ so sagte es Weihbischof Ansgar Puff in der Abendmesse am 23.3. im Kölner Dom. Und im Stundengebet oder in den Tageslesungen finde ich auch oft einen Anklang an das „Hier und Jetzt“. Aber für den heutigen Tag und den jetzigen Impuls habe ich mir mal nicht die Tageslesungen vorgenommen – sondern ein Lied aus dem Gotteslob, das ich gerne (laut und schief) mitsinge:
Bezeichnenderweise findet man das Lied unter „Vertrauen und Trost“*
Herr unser Herr, wie bist du zugegen und so unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge, in deiner Liebe birgst du uns
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten, wissen dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unserer Mitte, dass du wohl dieses Lied verstehst
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen, und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben, dass du uns trägst, dass wir bestehn.
So nehmen wir den Gott, der für unsre Augen nicht sichtbar ist, ganz menschlich in unsere Mitte, denn wir wissen, dass ER uns nicht verlässt.
Es grüßt Sie/euch vom Fuße des Frankenberger Doms
Michael Bredohl
