Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

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Bild von Mathias Faust auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

„Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“

Ja… liebe Mitchristinnen und Mitchristen… Glaube ich das? Das ist eine gute – vielleicht existentielle Frage. Kann ich das Glauben, was da passiert ist? Betrachtet man das Tagesevangelium aus rein wissenschaftlicher Sicht müsste man wohl auf die Frage mit „Nein!“ antworten. Die Wissenschaft, speziell die heutige Medizin kann sehr viel erreichen, heilen und lindern. Aber jemanden der vier Tage Tod ist wieder zum Leben erwecken, das geht nicht.  An dieser Erzählung zur Erweckung des Lazarus entzündet sich jedes Mal aufs Neue die Diskussion in mir selber: Was weiß die Wissenschaft zu Jesus Christus? Welche Fakten gibt es? Was ist glaub-würdig?

Unterm Strich ist vieles erklärbar und es gibt viele wissenschaftliche Fundamente und Thesen. Aber es bleibt ein „Faktor X“ – eine Restsumme, die nicht wissenschaftlich erklärbar ist, die ein Mysterium bleiben. Und das ist gut so!

Wenn in der Religion alles erklärt werden kann, dann geht es ja nicht mehr um den Glauben, sondern um das Wissen. Dann sind wir keine Glaubens-Gemeinschaft mehr, sondern eine Wissens-Gemeinschaft. Dieser Glaubens-Gemeinschaft stellen wir uns in jeder Eucharistiefeier aufs Neue, wenn der Ruf des Diakons oder Priesters an das „Geheimnis des Glaubens“ erinnert. Ohne diesen Faktor X des Nicht-Wissens, gäbe es auch kein Geheimnis des Glaubens.

Daher – liebe Mitchristinnen und Mitchristen –  ist die beeindruckendste Person im heutigen Tagesevangelium Martha. Sie hätte doch allen Grund auf Jesus wütend zu sein. Er ist nicht gekommen um Lazarus von seiner Krankheit zu heilen. Stattdessen verweilte er noch zwei Tage länger an dem Ort, wo er sich aufhielt. Aber sie beantwortet die Frage: „Glaubst du das?“ mit einem klaren „Ja!“. Sie glaubt an Jesus Christus, aller Erfahrung ihrer vergangenen Tage zum Trotz.

 

Mit herzlichen Grüßen zum heutigen Sonntag:

 

Ihr/Euer Michael Bredohl