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Impuls zum Tagesevangelium 30.03.2020 (Joh.8, 1-11)
„… wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.“ Im heutigen Tagesevangelium scheint schon sehr deutlich die Passion Jesu durch und man erkennt den sich zuspitzenden Streit. Jesus wird nun immer öfter auf die Probe gestellt und in die Enge getrieben, mit dem Ziel, ihm etwas anhängen zu können. Seine Feinde wollen den „Störenfried“ loswerden und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Die Pharisäer und Schriftgelehrten bringen eine Frau zu Jesus, die beim Ehebruch ertappt worden ist und stellen sie in die Mitte. Jesus – als gläubiger Jude – kennt natürlich das Gesetz Mose, das vorsieht, solche Frauen zu steinigen. Stellt sich Jesus nun gegen dieses Gesetz, hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten einen Grund, gegen Jesus vorzugehen.
Aber was macht Jesus in dieser Situation? Er bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Was Jesus auf die Erde schreibt erfahren wir nicht. Zitiert er das Gesetz Mose? Kritzelt er etwas, um einen Moment der Sammlung zu haben? Die Pharisäer und Schriftgelehrten werden hier an etwas erinnert, das sie aus der Schrift kennen. „Alle, die sich vom Herrn abwenden, werden in den Staub geschrieben (Jeremia 17,13).“ Und mit seinen Worten: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie“ untermauert er das vorangegangene Zeichen. Die Schriftgelehrten haben die Botschaft offensichtlich verstanden und sie gehen weg.
Der Evangelist Johannes erinnert seine Gemeinde – und damit auch uns – an etwas noch weitreichenderes: Wer sich von Gott abwendet wird in den Staub geschrieben, was aber in Staub geschrieben ist, ist recht schnell vergänglich und wird durch Wind und Regen hinweggespült. Wir, die wir an Gott glauben sind unauslöschlich in seine Hand geschrieben. Diese Zusage geht bis zum äußersten, bis zur Hingabe seines Sohnes am Kreuz, in der unendlichen Liebe zu uns Menschen.
Einen guten Start in diese Woche wünscht Ihnen/Euch
Michael Bredohl
