
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Impuls zum Tagesevangelium vom 01.04.20 (Joh.8,31-42)
„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“
Am heutigen 1. April werden sicher wieder viele verschiedene Aprilscherze im Netz zu lesen sein oder wir werden persönlich „in den April“ geschickt.
Das ist ja auch oft lustig, manchmal auch all zu offensichtlich, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern versehen.
Anders ist es da mit den „Aprilscherzen“ außerhalb des 1. Aprils – auch bekannt als Fake-News. Hier werden Tatsachen verdreht, vermeintliche Fakten benannt oder Bilder aus dem Zusammenhang gerissen – einzig zum Ziel der Verbreitung falscher Informationen um hieraus Vorteil zu schlagen oder Menschen zu diffamieren. Hier hört dann der Spaß auf.
Aber wo zieht man eine Grenze? Zwischen Wahrheit und Lüge liegen viele verschiedene Grautöne. Ist es nicht manchmal sogar besser, eine kleine Notlüge zu erfinden, statt jemanden mit der vollen Wahrheit vielleicht zu verletzen?
Oder sollte man nicht in manchen Situationen einen Teil der ganzen Wahrheit verschweigen, weil es sonst für mein Gegenüber nicht zu verkraften wäre?
Die Wahrheit zu sagen ist oft gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Wir sind gut und gerne bereit, nach der ganzen Wahrheit zu verlangen oder würden auch immer dazu raten, die Wahrheit zu sagen, wenn wir selber nicht betroffen sind.
Aber… Ganz so leicht ist es mit der Wahrheit oft dann doch nicht. Nicht für den, der sie hören muss und auch nicht für den, der sie sagt. Denken wir nur einmal an die Menschen, die aufgrund ihrer Wahrheit ihr Leben lassen mussten. Oder die, die aufgrund ihrer Meinung gemieden oder vorgeführt werden.
Im heutigen Tagesevangelium erklärt Jesus: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.“
Die Wahrheit wird uns befreien….? Das klingt vielleicht etwas hochtragend, aber wir wissen bestimmt alle darum, wie viel besser es uns geht, wenn wir einmal gelogen haben und dann doch noch die Wahrheit gesagt haben. Jesus ermutigt uns dazu, die Wahrheit zu sagen und für unsere Meinung einzustehen. Aber er gibt uns durch die ehrliche Reue – die Beichte – ein Instrument der Versöhnung. Vor Gott – aber auch mit unseren Mitmenschen. .
Ich hoffe, Sie sind gut durch den 1. April gekommen.
Ihr/euer Michael Bredohl