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Impuls zum Tagesevangelium vom Dienstag der Osteroktav (Mt.28,8-15)
Zurück in den Alltag?!?
In den Diskussionen über die Ostertage war oft die Rede von der sogenannten Exit-Strategie. Wie kommen wir am sinnvollsten wieder zurück in den Alltag, wie kann ein sicherer Austieg aus den Kontaktverboten geschehen, ohne Menschen zu gefährden? Hier muss natürlich gut abgewogen werden, zwischen dem notwendigen Schutz für die Gesundheit und den unausweichlichen Folgen für die Seele, die eine solche Kontaktsperre mit sich bringt. Es wird nicht leicht werden, einen guten Weg in den Alltag zu finden.
Eine ganz andere Art des „Zurück in den Alltag“ erzählt uns das heutige Tagesevangelium: Die Tage der Osteroktav sind geprägt von den Berichten der Auferstehung Jesu und des weiteren Weges der Jünger:innen in dieser so verwirrenden und unglaublichen Situation. Wir haben gestern von den Emmaus-Jüngern gehört und gelesen, heute sind es „die Frauen“, die bei der Verbreitung der frohen Botschaft eine zentrale Rolle spielen. Der für mich entscheidende Satz ist jener, den Jesus selbst zu den Frauen sagt :“ Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.“ Jesus schickt also die Frauen los, die frohe Botschaft zu verbreiten und die Jünger nach Galiläa zu schicken, also zurück an den Ort, der so zentral für Jesu Wirken ist – also im entferntesten Sinne ein Zurück in den Alltag.
Geht zurück in euren Alltag, in eure Erinnerung. Tut das, was wir immer gemeinsam getan haben und ihr werdet mich wiedersehen. Wie das Evangelium von den Emmaus-Jüngern, so gibt uns auch das heutige Evangelium zum Auftrag, Jesus in dem zu erkennen, was er immer getan hat. In Taten der Nächstenliebe, im Brot brechen, in der Sorge um die Menschen am Rande der Gesellschaft und in der Gemeinschaft – auch wenn diese gerade auf Distanz stattfindet.
„Tut dies` zu meinem Gedächtnis“ – Erinnert euch an mich und meine Taten und ihr werdet mich wiedersehen.
Ihr/Euer Michael Bredohl
