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Impuls zum Tagesevangelium vom Dienstag der 3. Woche der Osterzeit (Joh.6,30-35)
„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“
Im heutigen Tagesevangelium werden wir mitgenommen auf eine Reise durch die Zeiten. Wir begegnen den Menschen, die mit Mose durch die Wüste ziehen, wir werden Teil der Menschen, die Jesu Reden hören und wir sind Teil des Hier und Jetzt.
Die Menge verlangt von Jesus ein Zeichen – etwas, das ihnen hilft zu Glauben. Und Jesus bedient sich einer Geschichte, die viele der Menschen dieser Zeit kennen. Er spricht von der Tradition der Menschen in der Wüste, die mit Mose auszogen. Geplagt von einem existentiellen Hunger gibt Gott ihnen das Manna des Himmels und sichert somit das Überleben. Schnell wird uns bewusstwerden, dass Jesus mit seiner Aussage „Ich bin das Brot des Lebens.“ auf eine andere Art Hunger und eine ganz andere Wüste anspielt. Hier geht es nicht bloß um die Versorgung mit materiellen Gütern, sondern um das Innerste der Menschen – um den Glauben. Wer an mich glaubt, der wird nicht mehr durch die Öde einer sinnlosen Wüste gehen, sondern Erfüllung finden.
In einer Situation, in der wir aktuell keine Gottesdienste gemeinsam feiern können, in der wir keine Eucharistiefeier halten können, kann man durchaus einen kleinen Vergleich ziehen. Auch hier müssen wir durch eine Wüste gehen und „hungern“, doch gibt uns der Glaube das gemeinsame Fundament, auch diese Zeit durchzustehen. Viele Menschen sind in dieser Zeit über sich hinausgewachsen und haben ganz unterschiedliche, andere Formen des Glaubens und der Liturgie geschaffen. „Digital Church – digitale Kirche“ ist da nur ein Ansatz, den man vielleicht nach dieser ganzen Ausnahmesituation als bereichernden Zusatz aufnehmen kann. Es wäre schade, wenn wir mit Wiederaufnahme der Gottesdienste aufhören würden, die alternativen Formen zu leben.
Aus dem digitalen Homeoffice:
Ihr/Euer Michael Bredohl