Bild: M.Bredohl
Impuls zum Tagesevangelium vom Donnerstag der 3. Osterwoche (Joh.6,44-51)
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ein bisschen Wurst muss auch drauf sein.“ Diese – zugegeben etwas provokative – Weisheit sagte mein Opa oft. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie wir als Kinder immer die Augen verdrehten, wenn der Spruch kam. Jetzt kann man sich darüber aufregen, dass ein so tiefgründiges Zitat verunstaltet wird, aber ich sehe das etwas anders.
Ich glaube, dass in diesem Zitat auch viel Wahrheit steckt. Es geht um das kleine bisschen Mehr, dass das Leben schmackhafter macht. Die Wurst auf dem Brot, die Sahne im Kaffee, der Zucker im Tee. Lebensnotwendig ist das nicht, aber es schmeckt einfach besser. Natürlich ist es immer schwierig ein gutes Maß zwischen einer Prise „Mehr“ und Überfluss zu finden. Niemand würde etwas gegen die Wurst auf dem Brot sagen, aber sich einmal bewusst zu machen, was wir wirklich brauchen, fällt in der heutigen Zeit doch schwer.
Im heutigen Tagesevangelium geht es auch um das bisschen „Mehr“. Jesus sorgt sich nicht nur um den existentiellen Hunger – wie wir am Dienstag schon hören durften – er kümmert sich auch um unseren seelischen Hunger. „Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ Es liegt aber auch an uns, an unserem Willen. Wir müssen auch – sinnbildlich – das Brot essen. Ohne unseren Glauben, ohne unser Zutun dürfen wir nicht davon ausgehen, in Ewigkeit leben zu können.
Es geht also nicht nur darum, das Gesetz zu halten, es geht um das „Hier bin ich!“, die Zusage, das ich glaube. Das Brot gibt uns Gott, das bisschen Wurst dazu, muss ich selbst durch mein „Ja“ hinzugeben.
Ihr/Euer Michael Bredohl