
Bild von Paul Wellauer auf Pixabay
Impuls zum Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis (Lesungen)
Wir haben in der heutigen Lesung von einem Streit gehört, besser gesagt – davon, wie dieser Streit zu einem Ende kommt. Aber… worum ging es denn eigentlich dabei? Wenn man nur diesen Ausschnitt liest oder hört, wird einem nicht so ganz klar, worum es denn eigentlich geht.
Wir befinden uns in der Zeit des Königs Ahab, der König des Nordreiches war. Also nach der Zeit Davids und Salomos, als sich das Volk Israel in ein Süd- und ein Nordreich teilte. König Ahab war der Sohn des Omri – auf den manchmal die Bezeichnung Omriden oder Haus Omri als Synonym für das Nordreich zurück geht – im Gegensatz zu den Daviden oder das Haus Davids im Süden. Ahab kommt in der ganzen Königechronik nicht besonders gut weg – wie eigentlich das gesamte Nordreich. Ahab hatte sich mit einer phönizischen Frau vermählt und er hatte neben dem Glauben an den einen Gott Jahwe gleichzeitig auch den Glauben der Kanaaniter gefördert – in den letzten Versen vor unserer heutigen Lesung hören wir davon: „ Elija entgegnete: Nicht ich habe Israel ins Verderben gestürzt, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des Herrn übertreten habt und du den Baalen nachgelaufen bist.“
Der Prophet Elija bringt diese Abkehr zur Entscheidung auf dem Berg Karmel, um mit Gottes Hilfe das abgekehrte Volk Israel wieder zurück zu Gott zu bringen.
Natürlich ist die Art und Weise wie das alles beschrieben wird, heute nicht mehr unsere Art und Weise, Konflikte beizulegen – hoffe ich zumindest. Aber in der Sprache der damaligen Zeit wurde so etwas entscheidendes aufgezeigt, das auch noch heute Gültigkeit hat. Wenn wir uns von Gott abwenden, dann gibt Gott uns nicht auf, sondern versucht uns zurückzuholen. Es ist, wie mit dem Hirten, der dem einen verlorenen Schaf nachgeht, um es zur Herde zurückzubringen.
In diesem Lichte darf man auch das heutige Tagesevangelium sehen. Was damals galt, gilt auch heute. So wie Gott damals im Nordreich seine verlorenen Schafe zurückgeführt hat, so tat es Jesus in seiner Gegenwart und so ist es auch noch heute. Darauf dürfen wir vertrauen, wenn wir morgen zu Fronleichnam feiern, dass Jesus immer präsent ist.