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Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis (Lesungen)
Einführung:
Du rufst mich beim Namen sprichst zu mir dein Wort. Und ich gehe deinen Weg, du Herr gibst mir den Sinn.
So lautet eine Zeile aus dem Lied, das wir zu Beginn gehört haben. Das liest sich eigentlich ganz einfach. Du rufst mich beim Namen und ich gehe deinen Weg, aber was heißt es denn „deinen Weg“ zu gehen? In den heutigen Lesungen bekommen wir eine Idee davon, was es bedeuten kann „deinen Weg“ zu gehen und dass das – sie vermuten es sicher schon – nicht unbedingt immer einfach ist. Doch ist da auch die Zusage, das wir auf diesem Weg nicht allein gelassen werden. Wir sind als Kirche und als Gemeinde niemals allein unterwegs. Und in dem Lied heißt es darum auch: Mit dir hab` ich keine Angst, du gibst mir die Hand!“ Heute geben uns die Texte der heiligen Schrift drei Impulse mit auf den Weg des Christseins:
- Gastfreundschaft bzw. Nächstenliebe
- Taufe
- Nachfolge
Impuls:
Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, das sind schwer verdauliche Worte gewesen, die wir gerade gehört haben.
Heißt das nun, das wir unsere Familien verlassen müssen, um gute Christen zu sein? Führt der Weg in die Nachfolge einzig durch das Leid, also wenn wir das Kreuz auf uns nehmen? Ist das Martyrium der einzige Weg der Nachfolge?
In unserer Kirche gibt es die verschiedensten Wege der Nachfolge: Man kann sich für ein Ordensleben in Stille und Zurückgezogenheit entscheiden (Kartäuser oder Trappisten), man kann sich zu einem Leben in Ehelosigkeit entscheiden, aber auch ein Leben in Ehe und Familie ist eine Art der Nachfolge. Alle diese Formen müssen gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Ich bin als zölibatär lebender Mann nicht „näher dran“ an der Nachfolge als andere.
Ich glaube viel mehr, es geht um den ganz eigenen Weg, meine ganz eigene Entscheidung und um mein eigenes Verständnis.
In den heutigen Schriftlesungen können wir vielleicht eine Richtschnur erkennen:
1.) Gastfreundschaft
In der ersten Lesung haben wir davon gehört, dass der Prophet Elischa von einer vornehmen Frau umsorgt wurde und sie dafür entlohnt wurde. Ähnliches gibt der Evangelist Matthäus den Lesern und Hörern indirekt mit auf den Weg: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Ein anderes Wort für Gastfreundschaft ist hier „Nächstenliebe“. Wenn ich mich um die Menschen in meinem Umfeld sorge, dann bin ich als Christ auf einem guten Weg.
2.) Taufe
In der zweiten Lesung hören wir von der Bedeutung der Taufe. Paulus schreibt hier an die Gemeinde in Rom, das die Taufe nicht bloß ein einfacher Ritus ist, der irgendwie so mal durchgeführt werden kann. Christ werde ich nicht bloß durch die Taufe, sondern gerade durch den gelebten Glauben
3.) Nachfolge:
Manchmal werden wir vielleicht seltsam angeschaut, wenn wir uns zu unserem Glauben bekennen. Wenn wir erzählen, dass wir sonntags in die Kirche gehen. Vielleicht sogar innerhalb der eigenen Familie oder dem Freundeskreis. Wenn wir uns in der Gemeinde engagieren, müssen wir uns vielleicht rechtfertigen, dass wir Zeit investieren. Es gegen manche fragende Blicke oder Getuschel hinter vorgehaltener Hand dennoch zu tun, ist Nachfolge.
Weiterhin auf Gott zu vertrauen, wenn wir durch Krankheit, Trauer, Krisen oder schwierige Situationen ein Kreuz tragen müssen, das ist Nachfolge.
Und wir dürfen darauf vertrauen, das Nachfolge auch bedeutet, diesen Weg nicht allein zu gehen.
„Mit dir hab` ich keine Angst, du gibst mir die Hand“
Amen