Impuls zum Mitwoch der 13. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mitwoch der 13. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Die heutigen Lesungen sind irgendwie verstörend.

Wir hören vom Propheten Amos, der dem Volk Israel offenbart, dass der Herr „unsere Feste verabscheut – unsere Feiern nicht riechen kann!“ Und im Evangelium geht es darum, dass Jesus Dämonen austreibt. Wenn man diese Texte das erste Mal hört oder liest, dann wirkt das sicherlich sehr verstörend. Und auch beim zweiten oder dritten Lesen, wird einem vielleicht nicht sofort klar, warum es denn hier gehen mag.

Zu Beginn dieses Gottesdienstes möchte ich Ihnen zwei Fragen mitgeben, auf die ich später noch eingehen möchte

1.) Was denken Sie, gehört für Gott zu einem echten Gottesdienst?

2.) Kann ich meinem Nächsten das Herz öffnen, und in Ihm den Herren erkennen?

Impuls:

Ich hasse eure Feste, – so spricht der Herr-, ich verabscheue sie und eure Feiern kann ich nicht riechen!

Harte Worte, die der Prophet Amos da spricht und die uns zum Nachdenken ermuntern sollten. Und das geht ans Eingemachte! Ist das, was wir hier feiern Gott zu wider? Ist damit gemeint, dass unsere Gottesdienste ungewollt sind?

Das hört sich zumindest so an. Aber für mich gibt es hier einen entscheidenden Satz zum Verständnis der Harten Worte des Amos: … das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Und damit sind wir bei der ersten Frage aus der Einleitung. Was gehört für Gott zu einem echten Gottesdienst? Was ist der Grund dafür, dass ich zum Gottesdienst gehe, oder dass ich als Leiter hier vorne stehe? Trete ich in eine Beziehung zu Gott oder mache ich das für mich? Recht und Gerechtigkeit sind hier Synonyme für Nächstenliebe. Im Gottesdienst dürfen wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen, sondern sollten immer auch die Menschen mit in den Gottesdienst nehmen, die nicht hier sind, die nicht an Gott glauben oder die – wie auch immer – bedürftig sind.

Und damit sind wir bei der zweiten Frage: Kann ich meinem Nächsten das Herz öffnen, und in Ihm den Herren erkennen?

Denn darum geht es im heutigen Evangelium. Es ist gar nicht so wichtig ob die beiden Menschen nun von Dämonen besessen waren, vielleicht eine psychische Erkrankung hatten oder so wirtschaftlich in Not, dass sie auf der Straße leben mussten.

Das Wichtige ist, das Jesus sie von ihrem Leid erlöst hat. Er ist zu ihnen gegangen, trotz des Wissens, das der Weg gefährlich ist. Das in der Nähe eine Schweineherde weidete, zeigt uns, dass die ganze Erzählung in einem „heidnischen“ Gebiet stattfindet. Das macht die ganze Erzählung noch bedeutender. Jesus geht den gefährlichen Weg, um Menschen zu helfen, die nicht mal an ihn oder vielleicht sogar an gar nichts glaubten. Könnten wir das so?

Und so gehören die beiden Texte auch heute zusammen. Sie zeigen uns das wir im Gottesdienst und im Leben als Christen immer auch auf die bedürftigen Menschen schauen müssen und uns ihrer annehmen müssen. Sonst sind unsere Gottesdienste nichts wert und dienen nur uns selbst. Amen

Impuls aus dem Wortgottesdienst vom 01.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

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