
Bild von Christian Lechevallier auf Pixabay
Impuls zum Mittwoch der 15. Woche im Jahreskreis (Lesungen)
Einführung:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (A. de Saint-Exupery)
So kann man vielleicht die heutigen Schriftlesungen zusammenfassen. So unterschiedlich die Lesungen auch sind, so offenbaren sie uns zwei verschiedene Sichtweisen oder Vorstellungen von Gott. Zum einen den starken Rachegott, der die „Schwindsucht über Assur“ schickt – Und das Bild, dass uns Jesus heute vermittelt von einem Treuen, umsorgenden Gott – der sich den Armen und Schwachen annimmt.
Die Kirche gedenkt heute dem heiligen Bonaventura, der sich zu seiner Zeit auch Gedanken dazu gemacht hat, wie Gott wohl sein könnte. In seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er jedoch nie den Blick für das Unsichtbare verloren. Er sah mit den Augen der Wissenschaft und mit dem Herzen des Glaubens.
Impuls:
Die heutige Lesung aus dem Buch Jesaja berichtet über den König von Assur, der zu seiner Zeit wohl ziemlich gewütet haben muss, und viele Kriege geführt hat. Die Menschen im Alten Testament haben diese Kriege und die drohende Gefahr als Strafe Gottes verstanden.
Heute haben wir ein anderes Gottesbild. Jesus selbst vermittelt ein anderes Bild von Gott: Ein liebevolles – väterliches Bild. Ein Gott der für die Armen und Schwachen da ist. Heute hören wir, wie Jesus sich besonders an die vermeintlichen Weisen – die Wissenschaftler und Theoretiker wendet: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Das heißt natürlich nicht, dass sich Wissenschaft und Glaube ausschließen. Viele Erkenntnisse – auch in der Religion – haben wir der Wissenschaft zu verdanken. Aber wenn man nur mit dem Auge der Wissenschaft sieht, entgehen einem wichtige Teile des Glaubens.
So hat auch der heilige Bonaventura seine Arbeit verstanden. Er hat den Glauben wissenschaftlich betrachtet und die Wissenschaft im Glauben und mit dem Herzen gelebt.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Amen