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Impuls zum Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis (F Maria Magdalena) – Lesungen
„Das Grab ist leer, der Held erwacht.“ – Vielleicht haben sie einen Moment gedacht… das passt doch so gar nicht. Eigentlich singen wir dieses Lied ja zu Ostern. Aber irgendwie passt es dann doch, da wir im heutigen Evangelium quasi einen Sprung zurück machen.
Wir hörten, wie Maria Magdalena an das leere Grab kommt und somit als erste Zeugin der Auferstehung wurde. Das alles wusste Maria Magdalena zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Was mag in ihr wohl vorgegangen sein? Sie wurde Zeugin des Todes eines geliebten Menschen und in diesen Wirren der Trauer sucht sie den Platz auf, an dem Sie sich ihm Nahe fühlen kann und findet diesen Platz leer vor.
Wie wichtig solche Plätze sind, wissen wir alle sicher auch aus eigener Erfahrung. Wenn ich z.B. an Wochenenden oder Feiertagen in der Grabeskirche bin, kann ich das gut beobachten. Menschen, die in den Wirren der Trauer einen festen Platz aufsuchen, um mit ihren Verstorbenen in Verbindung zu bleiben. Das muss jetzt nicht unbedingt die Grabeskirche, ein Friedhof oder eine Gedenktafel sein – solche Plätze finden sich oft ganz von alleine.
Aber es ist die Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen. „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen“ so sagt Jesus zu Maria Magdalena. Aber genau das ist der Punkt, der es uns schwer macht. Jemanden auf dieser Erde – aus unserem Umfeld und Leben loslassen, aber ihn/sie weiter im Herzen zu tragen. Hier kann uns Maria Magdalena auch ein Vorbild sein. Sie erkennt Jesus – ihren geliebten Menschen – lässt ihn aus dem irdischen Leben gehen und trägt seine Worte und Taten als Erinnerung im Herzen.
„Kaum war ich an ihnen vorüber, fand ich ihn, den meine Seele liebt.“ – Amen