Impuls zum Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (G hl. Marta)

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Bild von Thomas Mühl auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Heute feiern wir den Gedenktag der hl. Marta.

Marta und Maria sind uns aus dem Lukas- und dem Johannesevangelium bekannt – besonders als Freunde bei denen Jesus zu Gast war. Dazu gehört auch der Bruder Lazarus, der von Jesus auferweckt wird.

Marta und Maria sind in den Evangelien sehr unterschiedlich, ja vielleicht sogar gegensätzlich beschrieben. Maria als die eher Ruhige und Zurückgezogene und Marta als die energische, aktive „Hausfrau“. Offensichtlich werden hier durch die Evangelisten bestimmte Anteile des christlichen Lebens gezeichnet. Die hl. Marta wird oft mit einem Kochlöffel dargestellt und ist die Patronin der Hausfrauen. So gilt sie oft als Urbild der „Biederen Hausfrau“, jedoch bin ich da ganz bei Meister Eckart, der erkannte, dass Marta durchaus mehr als nur die eine gastfreundliche Frau war: Sie war mutig und zum Handeln entschlossen – wie wir im heutigen Evangelium hören werden. Während Maria nach dem Tod des Lazarus in sich zurückgezogen war, geht Marta Jesus entgegen, um ihm auch deutlich ihr Leid zu klagen.

Impuls:

„Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Dieser Satz aus dem Evangelium erinnert mich ein wenig an eine klassische Trauerreaktion: Schuld. In einer ersten Phase der Trauer wird oft jemandem eine Schuld am Tod gegeben: Den Ärzten oder dem Pflegepersonal, einem Freund/Bekannten, Gott, oder letztlich einem selbst.

Und hier ist es so, dass Schuld Sinn macht… Die Schuldzuweisung ordnet das Unfassbare und gibt ihm Sinn. Dabei ist es unerheblich, ob diese Schuldzuweisung objektiv richtig ist.

Bei der hl. Marta ist es vielleicht ähnlich gewesen. Sie war voll der Trauer um ihren geliebten Bruder und Jesus war nicht da, um diesen Tod zu verhindern. Mit dieser Schuldzuweisung tritt sie an Jesus heran, geht ihm – vielleicht etwas aufgebracht – entgegen, um ihm das zu sagen.

Aber – und das macht Marta hier zu jemand Besonderem: In ihrer Trauer, in der Wut, in der Schuldzuweisung, kann sie sich den Glauben bewahren. Das Evangelium endet mit der Zusage Martas:  Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Und uns sind solche Situation gewiss nicht fremd… Oft fragen wir uns, wie Gott uns diese Last aufbürden konnte und warum er uns verlassen hat. Aber Gott nimmt uns nicht die Last weg, er begleitet uns durch die Krise hindurch.

Auch mit unseren Zweifeln trägt er das Kreuz mit uns, wie einst Simon von Cyrene Jesu Kreuz mittrug.

Ja, Herr: Ich glaube! Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 29.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

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