Impuls zum Mittwoch der 19. Woche im Jahreskreis

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Bild von Andy Gries auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 19. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einleitung:

Die heutigen Lesungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Worte des Propheten Ezechiel, die sich wie ein schlechter Actionfilm lesen; auf der anderen Seite die Worte Jesu „Wo zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Es ist ein wenig wie beim abendlichen Fernsehen, man möchte gerne vorspulen oder umschalten, weil die Worte einen aufreiben.

Aber vielleicht ist das auch genau so gedacht. Die heilige Schrift ist voll von unterschiedlichsten Texten. Positive, negative, liebende, strafende, freudige und traurige Worte. Eben so, wie das menschliche Leben ist. Da können wir auch nicht vorspulen oder weghören.

Vielleicht aber kann man Bilder, die einem bei den Texten kommen, auch ein wenig ins Positive umdeuten. Bei der heutigen Lesung geht es unter anderem um den Hammer bzw. ein Werkzeug, das „ein Jeder“ in seine Hand nehmen soll.

Nehmen wir den Hammer heute als kleines Sinnbild für die Worte des Ezechiel und vielleicht können wir den harten Worten eine andere Bedeutung geben als die rein geschriebene Deutung.

Impuls:

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen. Ich möchte aus den heutigen Texten einmal vier Aspekte herausnehmen. Zum einen den Hammer und das „T“ – und zum anderen Einsamkeit und Gemeinschaft. Ich glaube, dass wir uns genau in diesem Spannungsfeld bewegen.

In den Worten Ezechiels werden die Menschen bestraft für ihren Götzendienst, aber nicht alle. Das Zeichen für jene die gerettet werden ist das „T“ bzw. das Taw, das etwas aussieht, wie dieser Hammer.

Die meisten von Ihnen kennen vielleicht auch das Antoniuskreuz oder Tau-Kreuz, das genau so aussieht.

Man kann also in dieser Lesung heute den Hammer, oder das Taw sehen. Gewalt, oder Rettung.

„Sie schlugen zu, und ich allein blieb übrig“ so hörten wir in der Lesung. Danach verließ Gott den Tempel und – sinnbildlich – das Volk Israel.

Ganz anders das heutige Evangelium. Hier geht es um die Gemeinschaft der Gläubigen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Man kann also in den heutigen Texten die Einsamkeit sehen, oder aber die Gemeinschaft – unsere Gemeinschaft.

Und so haben die beiden Lesungen etwas zutiefst Menschliches. Manchmal sehen wir vielleicht nur den Hammer und nicht das Kreuz, nur die Einsamkeit, aber nicht die Gemeinschaft, nur die Traurigkeit und nicht die Schönheit.

Beides gehört zu unserem Leben dazu, auch wenn wir es manchmal nicht sehen können. Gott zeichnete uns das T auf die Stirn, schrieb unsere Namen in seine Hand. Bei ihm sind wir geborgen.

Amen

Impuls aus der Wortgottesfeier vom 12.08.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

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