
Impuls zum Mittwoch der 22. Woche im Jahreskreis (Lesungen)
Einführung:
„Sein wandernd Volk will leiten, der Herr in dieser Zeit.“
Irgendwie ist dieser Satz doch seltsam in dem Lied, oder? Was ist denn damit genau gemeint? Wir sind doch eigentlich – zumindest in unseren Breitengraden – kein „wanderndes Volk“ mehr. Oder ist damit vielleicht eine philosophisch-theologische Ebene gemeint? Wir als wanderndes, ja suchendes Volk, das durch den Glauben seine Richtung, seine Berufung erfährt und durch Gottes Fügung letztlich ans Ziel kommt?
Ich bleibe mal auf der ersten Ebene. Wir sind kein wanderndes Volk mehr, wir sind heimisch geworden und haben unsere festen Wurzeln. Das hat sehr viele positive Aspekte. Aber es geht ein wichtiges Element verloren: Die Bewegung. Wir gehen nicht mehr hinaus und erzählen von dem, was uns bewegt, von dem was uns trägt, von dem der uns Hoffnung gibt.
„Geht in alle Welt und seid meine Zeugen“ – so geht es dem heutigen Evangelium voran, in dem Jesus genau das tut. Er zieht weiter, weil die Menschen in den anderen Dörfern auch die Frohe Botschaft erfahren sollen.
Impuls:
Zu Anfang hatte ich schon angedeutet, das in den heutigen Texten eine gewisse Bewegung – ja eine Dynamik drinsteckt. Es geht viel um das Thema Verkündigung und das eben nicht nur an dem Ort, an dem ich mich heimisch fühle.
Paulus und Apollos, von denen wir in der Lesung gehört haben, waren stetig unterwegs, um die Frohe Botschaft zu verkündigen und auch von Jesus wissen wir, dass er durch das Land ging – hinauf nach Jerusalem und dem Berg Golgotha. Das Hinausgehen und Verkündigen ist, wie wir an diesen Beispielen erfahren, nicht immer bequem oder ungefährlich. Aber letztlich sind wir auch heute dazu aufgerufen. „Seid stehts bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“
Natürlich heißt das jetzt nicht, das wir nach diesem Gottesdienst zum Markt gehen und aus der Bibel lesen oder das alte Testament auslegen. Aber Wege zu finden, Menschen zu erreichen, das steckt für mich in den heutigen Texten.
Gehen wir hinaus und seien wir kreativ um den Menschen zu zeigen, dass es neben „Trump“, Verschwörungstheorien und Vorurteilen gegen einzelne Bevölkerungsschichten bzw. deren Herkunft noch frohe Botschaften gibt, die Hoffnung geben können.
Amen
Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 02.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen