Impuls zum Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis (Lesungen)
Einführung:
„Das Gebet ist ein mächtiges Werkzeug, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet.“ Dieses Zitat stammt von Pater Pio, dessen Gedenktag die Kirche heute feiert. Pater Pio, wurde am 25.Mai 1887 als Francesco Forgione in Italien geboren und verstarb am 23. September 1968.
Pater Pio wurde als Kind einer Bauernfamilie geboren und habe weniger gegessen und geschlafen als andere Kinder. Wie durch ein Wunder überstand er schwere Fieberschübe und trat dann mit 16 Jahren in das Kapuzinerkloster an seinem Wohnort ein.
1918 erschienen die 5 Wundmale Jesu auf seinem Körper – diese Nachricht verbreitete sich trotz Verschwiegenheitsgebot unter den Menschen und viele pilgerten zu Pio. Er wurde als „Apostel des Beichtstuhls“ bekannt.
Trotz der vielfältigen Meinungen zu Pater Pio – die verschiedenen Päpste waren sich in Ihrer Meinung zu Pater Pio uneins – wurde er am 1999 selig- und 2002 heiliggesprochen.
Trotz seiner Erkrankungen lebte er besonders asketisch und hielt diese Lebensweise bis zu seinem Tod 1968 durch.
Impuls:
„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Das ist ein Satz, den man gerne mal überliest oder überhört, den man vielleicht als eine kleine Randnotiz abtun möchte. Aber er birgt eine sehr klare Ansage an die Jünger – ja: an uns alle, die wir Christus nachfolgen. Verleugne dich selbst, nehme` dein Kreuz auf dich und folge mir nach“
Vor diesem Satz im Evangelium erlebten die Jünger die Wundertaten Jesu: die Heilung vieler Kranker, die Speisung der 4000 und sie bekannten sich zu Jesus. Petrus bekannter Satz „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ geht dem heutigen Evangelium voran. Jesus führt hier aus, was es denn heißt, sich zu ihm zu bekennen – ihm nachzufolgen.
Ich bin vor kurzem im Urlaub gewesen und habe die Zeit mit Wandern verbracht. Das ist natürlich nicht ganz problemlos, wenn man durch Wälder wandert, in denen man sich nicht auskennt. Natürlich habe ich mich dann einmal in einem Waldgebiet wiedergefunden, wo ich offensichtlich falsch ausgekommen bin. Ich hatte mich einfach nur auf das Navi verlassen. Aber im übertragenden Sinne ist das auch in unserem Leben so. Wir haben unsere Ideen, unsere Ziele, die wir erreichen wollen. Mein Haus, mein Boot, meine Familie. Ich werde Feuerwehrfrau, Arzt oder Diakon. Letztlich kommt es aber dann doch anders oder es geht über viele Umwege. Einer ist da offensichtlich bei uns, der uns den Weg angibt, der uns vielleicht über steinige Wege führt, aber immer an das eine Ziel! So verstehe ich das „Verleugnen“. Vertrauen, auf Jesus, der meinen Weg begleitet – durch Zeiten der Dürre, durch Trauer, durch Krankheit – hin zum Ziel.
Pater Pio ist diesen Weg in beeindruckender Weise gegangen. Durch Kritik, durch Krankheit, durch Zweifel. Er kann uns Vorbild sein, wenn wir uns am Begriff „Verleugnen“ aufreiben.
„Gott ist jedes Gebet wohlgefällig, das in rechter Intention und gutem Willen gesprochen wird.
Die Zeit, die man zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten opfert, ist niemals vergeudet.“
Amen
Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 23.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen
