Impuls zum Mittwoch der 26 Woche im Jahreskreis (G Hieronymus)

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Impuls zum Mittwoch der 26 Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

„Mein Herz hängt treu und feste/ an dem was dein Wort lehrt“ dieser Vers aus dem Eröffnungslied könnte aus dem Mund des heiligen Hieronymus stammen, dessen Gedenktag wir heute feiern.

Hieronymus war einer der bedeutendsten und gelehrtesten Kirchenväter. Er wurde um 345 in Dalmatien geboren und starb im Jahre 420. In seiner Zeit in Bethlehem leitete er ein Männerkloster und drei Frauenklöster. Aus dieser Zeit stammt auch sein wichtigstes Werk: die lateinische Bibelübersetzung (Vulgata)

„Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit und wer die heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit: die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen!“ (Hieronymus Prolog zum Jesaja-Kommentar)

Impuls:

Das Wort „Netz“ hat sehr vielschichtige Bedeutungen, je nach dem, in welchem Kontext und welchem Jahrhundert man sich befindet…

Hallo! Hallo! Warte, ich höre dich nicht, ich hab kein Netz!

Das wird vermutlich ein Fischer zu Jesu Zeiten nicht so verstehen wie wir. Und ein Fachmann für Arachnologie könnte das auch Missverstehen.

So könnte es aber auch vielen Menschen gehen, die das heutige Evangelium hören oder lesen. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Netz“ – kein Empfang oder wie?

Wir wissen natürlich, was Matthäus mit dem Netz hier meint, sind wir doch an die Worte Jesu erinnert:“…folgt mir, ich mache euch zu Menschenfischern“

Aber dann wird es selbst für geschulte Augen und Ohren etwas schwieriger. Die guten Fische kommen in den Korb, die schlechten werden Weggeworfen. Das beißt sich ein wenig mit unserem Jesusbild, der sich mit den Menschen am Rande der Gesellschaft zusammentut. Man ist ja ein wenig geneigt zu denken…. Das wären die schlechten, die hier gemeint sind. Aber ich verstehe das etwas anders und ich schätze mal das auch der Autor das eher übertragend gemeint hat.

Die Guten sind hier nicht die finanziell Starken, die Gelehrten und die, die jeden Tag treu in die Synagoge gehen – oder bei uns: Sonntags treu in die Kirche kommen. Es sind die Menschen, die hier als „Gerechte“ benannt sind. Menschen, die mit Gott im Einklang sind, die mit Gott auf dem Weg sind, die Gott in ihren Herzen tragen. Leider gibt es auch heute noch die Menschen, die „Schlecht“ mit sozialer und finanzieller Not gleichsetzen. Denen würde ich gerne den vorletzten Satz dieser Perikope entgegenschreien: “Habt ihr das alles verstanden?!?“

Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier am 30.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

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