
Impuls zum Mittwoch der 1. Woche im Advent (Lesungen)
Einführung:
Blinde schaun zum Licht empor/ Stumme werden Hymnen singen / Tauben öffnet sich das Ohr / wie ein Hirsch die Lahmen springen
Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle schonmal einen Spruch meines Opas zitiert: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ein bisschen Wurst soll auch drauf sein!“ So geht es in den heutigen Texten viel ums Essen. Von einem Gelage mit feinsten Speisen und erlesenen Weinen ist bei Jesaja die Rede.
Wenn ich diese Stelle in dem Wissen lesen, wie viele Menschen jetzt in diesem Moment Hunger leiden, frieren und nicht wissen, wie sie den Tag überleben sollen, dann wird es mir ganz anders.
Ja, ein bisschen bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Ich lese diesen Text im Wissen um die Not vieler Menschen.
Ich weiß auch, dass das Bild das Jesaja uns hier zeichnet eines ist, das von der Zeit spricht, die uns allen verheißen ist, wenn der Herr kommt. Aber ich Frage mich oft, wie wirkt eine solche Stelle auf die Menschen, die morgen nicht wissen, was ihre Kinder essen sollen…?
Impuls:
Liebe Schwestern und Brüder,
Was uns der Evangelist Matthäus im heutigen Evangelium berichtet, wird oft als Geschenkwunder bezeichnet. Ein Wunder also, in dem aus wenig oder nichts – viel, ja sogar im Überfluss gemacht wird. Ich persönlich mag die Bezeichnung „Wunder“ ja nicht wirklich gern. Es klingt so nach einem Magier, der aus wenig Brot, viel Brot macht. Jesus kam eben nicht als Wundertäter in unsere Welt. Die Zeichen, die er tut sind allein für uns nötig, damit wir glauben.
Sehr viel wichtiger als die Zeichen die Jesus wirkte sind seine Worte und seine Haltung und dass finden wir besonders im heutigen Evangelium. Jesus hat Mitleid mit den Menschen und er handelt um sie zu sättigen.
Was ein gewaltiges Zeichen für uns als Christen, für uns als Kirche. Wort und Tat gehören untrennbar zusammen!
Ohne die Sorge um meinen Nächsten ist das Wort nur leere Hülse.
Vor dem Abendmahl wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. Und so sind Nächstenliebe und Abendmahl – ja sogar Caritas und Liturgie untrennbar miteinander verbunden.
Amen
Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 2.12. in der Fronleichnamskirche Aachen