
Impuls zum Mittwoch der 3. Fastenwoche (Lesungen)
Einführung:
Zu einem klassischen Sonntag-Abend gehört oft der „Tatort“ im Ersten. Sogar bei jungen Erwachsenen hat die Serie Kultstatus. Vor Corona gab es sogar regelmäßige Events, an denen man sich in Kneipen getroffen hat, um dort gemeinsam zu Tatorten. Aber das Konzept der Krimi-Serie ist nicht unbedingt neu. Viele Filme und Serien widmen sich dem Bereich „Recht und Ordnung“, es gibt oft einen (oder mehrere) „Bösewichte“, die sich schuldig gemacht haben – und die Guten, die diese Schuld aufdecken.
Heute hören wir in der Tageslesung davon, dass Gott dem Mose das Gesetz – die 10 Gebote – gegeben hat, als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen und als Richtschnur für das Leben mit Gott. Er stellt also das Volk Israel hier auf ein Fundament, gibt dem Ganzen einen Boden – stellt unsere Füße auf weiten Raum. Und Gott gibt hier nicht einfach ein Regelwerk aus und ist dann wieder weg. Mose erinnert uns heute daran, dass diese Regeln von einem Gott stammen, der uns eben Nahe ist, wann immer wir ihn anrufen. Und auch Jesus erinnert uns an dieses Fundament. Er ist nicht auf die Welt gekommen, um die Gesetze aufzuheben, die uns gegeben sind, sondern alles, was in diesen 10 Geboten grundgelegt ist, bleibt weiter von Bedeutung.
Die heutigen Texte sind gleichermaßen eine Verbindungstür zwischen Altem- und Neuem Testament bzw. erstem und zweitem Testament. Es ist aber auch die Tür – die Verbindung – zu unseren jüdischen Schwestern und Brüdern. So unterschiedlich wir in unserem Glauben an vielen Stellen sein mögen, so stehen wir auf einem gemeinsamen Fundament, ja so stehen unsere Füße auf dem gleichem – weitem Raum.
Impuls:
Es ist oft sinnvoll zu schauen, wo die Texte des Tagesevangeliums genau geschrieben stehen. Der heutige Text aus dem Matthäusevangelium steht zwischen den Seligpreisungen und Jesu Ausführungen zum Gesetz. Mit Jesus gibt es kein neues Gesetz, keine neuen Gebote. Alles was bisher als Wort Gottes zu uns kam, bleibt von Bestand. Viel mehr führt Jesus die Gebote weiter. „Du sollst nicht töten“ heißt bei Jesus auch, dass man seinem Gegenüber mit Respekt begegnen muss, ihn nicht mal einfach „Narr“ oder „Dummkopf“ nennen soll.
Besonders interessant finde ich folgende Ausführung: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!“ Das heißt für mich, mir immer bewusst zu machen, dass ich mich schuldig gemacht habe. Das ich vielleicht unfair zu meinen Mitmenschen war; dass ich jemanden im Streit zurückgelassen habe; dass ich vielleicht an jemandem vorbei gegangen bin – ohne ihm zu helfen. In der österlichen Bußzeit werden wir immer wieder daran erinnert und in jedem Gottesdienst steht diese Erinnerung der Versöhnung am Anfang. Wir bitten um Gottes Erbarmen und bitten um Vergebung unserer Schuld, erst dann beginnen wir den Gottesdienst mit dem Tagesgebet, hören das Wort Gottes und empfangen den Leib Christi.
Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 10.03.2021 in der Fronleichnamskirche Aachen