
Impuls zum 4. Mittwoch der Fastenzeit (Lesungen)
Einführung:
Viele von euch wissen ja sicher, dass ich das Buch Jesaja sehr schätze und ein großer Fan des Johannesevangeliums bin. Heute trifft beides Aufeinander. Wir hören eine Lesung aus dem Buch Jesaja – und dann auch noch eine der schönsten Stellen dieses Buches.
Als „Spruch des Herrn“ bekommen wir hier heute die Zusage Gottes, dass er uns nicht vergessen wird, selbst wenn wir uns abwenden, wenn wir den geschaffenen Raum verlassen, wenn wir klagen: „Gott hat mich vergessen.“
Und manchmal mögen wir uns vielleicht wirklich so fühlen: „Mit dieser Situation hätte ich niemals gerechnet.“ „Warum hast du das zugelassen Gott?“ „Warum lässt du mich mit dieser Situation so ganz allein?“ Jesus nennt Gott seinen Vater und wie ein Vater kann Gott Leid und Rückschläge nicht vermeiden, aber er geht den Weg mit uns zusammen.
„Ich vergesse dich nicht“ – Spruch des Herrn
Impuls:
Ich vergesse dich nicht, das ist heute die Kernaussage der beiden Texte. Das Zugeständnis im Buch Jesaja, das Gott selbst denen gibt, die Sagen, dass Gott sie vergessen und verlassen hat. Und die Zusage Jesu, dass er alles von seinem Vater gelernt hat, dass der Vater ihm alles gezeigt hat und dass er ihm noch größere Werke zeigen wird. Aber was soll das denn bedeuten?
Vor diesem gerade gehörten Text hat Jesus einen Gelähmten geheilt… Wie soll das überboten werden?
Natürlich wissen wir darum, dass in einem späteren Abschnitt die Auferweckung des Lazarus folgt, was hier vielleicht als Steigerung angesehen werden kann. Aber ich glaube vielmehr das Johannes es hier auf eine andere Ebene der Steigerung abgesehen hat.
Jesus ist als Sohn Gottes auf die Welt gekommen und uns Menschen aufzurichten. Er richtet uns auf, immer dann, wenn wir am Boden liegen – wenn wir den Weg nicht mehr finden, dann geht er mit uns.
Das größere Wunder ist also nicht eine Art Top Ten der Wundertaten zu vollbringen, sondern uns Menschen eine Perspektive zu bieten, uns immer wieder aufzurichten, uns immer wieder weiten Raum zu schaffen.
Amen
Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 17.03.21 in der Fronleichnamskirche Aachen