Impuls zum Mittwoch der 7. Osterwoche

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Impuls zum Mittwoch der 7. Osterwoche (Lesungen)

Einführung:

In diesen Tagen stehen alle Zeichen auf Pfingsten. In den Lesungen hören wir von dem einen Beistand, der uns gegeben wurde, der Weisheit, Trost, Liebe und Friede ist. Heute hören wir gleich zwei Abschiedsreden: der Apostel Paulus, der den Hirten nochmal sehr eindringlich Worte mit auf den Weg gibt und Jesus, der im Gebet um Gebet die seinen Gott anvertraut.

Zwei Sätze haben mich heute besonders berührt:

Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen.“ sagt Paulus zur Gemeinde in Ephesus.

Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren.“ spricht Jesus in seinem Gebet an Gott.

Die letzten Tage waren geprägt von Hass, Gewalt, Terror und Tod – besonders im heiligen Land. Diese Eindrücke lassen mich nicht kalt, sie lassen mich ratlos zurück. Ich maße mir nicht an, eine Lösung zu haben oder einen guten Rat. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Vielzahl der Menschen auf beiden Seiten sich den Frieden wünschen – mehr als die Gewalt. In meiner Ohnmacht und Ratlosigkeit möchte ich heute um Frieden bitten – im Heiligen Land – aber auch überall dort, wo Menschen aufgrund von Konflikten sterben müssen.

Impuls:

Eine Fahne zu verbrennen ist nix schlimmes. Das ist ja grade mal eine Sachbeschädigung und wenn es eine Fahne ist, die ich selbst gekauft habe, nicht einmal das.

Bis vor kurzem stimmte diese Aussage, denn rein rechtlich gesehen ist das Verbrennen einer Fahne lange Zeit tatsächlich nichts anderes als eine Sachbeschädigung gewesen. Inzwischen steht das Verbrennen von Fahnen ausländischer Staaten aber unter höheren Strafen.

Das Verbrennen einer Fahne ist aber gleichwohl sehr viel mehr!

Wenn die Fahne Israels öffentlich verbrannt wird, begleitet von einer Menge die „attackiert Tel-Aviv“ skandiert, dann ist das Antisemitismus! Wenn das – wie am Wochenende geschehen – in Berlin, Frankfurt, Gelsenkirchen passiert, dann geht uns das alle etwas an! Dann ist das ein Angriff nicht nur auf jüdisches Leben in Deutschland, sondern auf uns alle, die wir im Dialog zwischen den verschiedenen Religionen stehen.

Am Wochenende fand der ökumenische Kirchentag unter dem Motto „Schaut hin“ statt und das habe ich getan. Ich habe hingesehen, habe die brennenden Fahnen gesehen, habe die judenfeindlichen Kommentare gesehen, habe die Angriffe auf jüdisches Leben gesehen – und es lässt mich erschüttert – sprachlos – ohnmächtig zurück.

Ich habe heute leider keinen guten Impuls zum Tagesevangelium für Sie/Euch. Ich bin sprachlos ob dieser Bilder des Wochenendes.  

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