Impuls zum Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis

Bild von Jörg Peter auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Die heutige Lesung ist wieder ein Beispiel dafür, das es oft schwierige Texte gibt, die sich nur schwer erschließen und mit unserem heutigen Gottesbild nicht so sehr zusammenpassen.

Mir hilft da manchmal zu schauen, woher kommen die Texte denn und wann wurden Sie geschrieben. Unser heutiger Text aus dem Buch Numeri stammt – so der Stand der Wissenschaft – aus der Zeit des Babylonischen Exils als sich das Volk Israel mit der Frage beschäftigen musste, ob sie zurück ins gelobte Land gehen wollen/können oder im Exil bleiben. Sicherlich war es damals auch schon so, dass man viele Gerüchte über das Land hörte, das man verlassen musste. Oder man sah sich mit eigenen Ängsten konfrontiert. Wie sieht es jetzt wohl aus, kann ich das hier und jetzt verlassen für etwas ungewisses? So betrachtet sind wir dann nicht mehr weit von der Situation vieler Menschen heute entfernt.

Impuls:

Flutkatastrophen, Hunger, Krieg und wirtschaftliche Not. Das sind aktuell für viele Menschen bittere Realitäten und Grund, ihr Hab und Gut zu verlassen. Es dürfte Ihnen dabei ähnlich gehen, wie den Menschen damals im babylonischen Exil. Viele Menschen werden sich die Entscheidung zu bleiben oder zu gehen in diesen Tagen nicht einfach machen. Bleibe ich hier und baue mein Haus wieder auf, ohne zu wissen, ob es dann wieder eine Flutkatastrophe geben wird? Bleibe ich hier in meinem Land, das von Krieg zerstört und von Hunger geplagt wird oder gehe ich woanders hin, in eine ungewisse Zukunft? Die Antwort aus der heutigen Lesung sagt kurz zusammengefasst „Murre nicht und Vertraue auf Gott!“ – aber das greift mir zu kurz. Natürlich haben die Menschen die von verschiedensten Schicksalsschlägen getroffen sind das Recht zu „murren“ und ihr Leid zu klagen – wie sonst sollen sie sich gehör verschaffen? Und wir merken doch auch gerade jetzt wieder, das es eine Vielfalt an Solidarität gibt. Geldspenden, Sachspenden, Hilfe bei Aufräumarbeiten – die ganzen ehrenamtlichen Helfer*innen bei den Hilfsorganistionen usw.

Gott erspart uns nicht das Leid – aber der heilige Geist wirkt in uns allen, die wir offen sind für die sehr einfache Formel:“ Liebe deinen nächsten, wie dich selbst“. Ich bin sehr beeindruckt von den vielfältigen Hilfsangeboten, die in kürzester Zeit ins Leben gerufen wurden, angesichts der Opfer der Flutkatastrophe der vergangenen Wochen. Gemeinden haben Ihre Kollekte hierfür gegeben, praktisch das letzte Hemd wurde gespendet.

Impuls vom 4.8.2021 aus der Wort-Gottes-Feier in der Fronleichnamskirche Aachen

Hinterlasse einen Kommentar