Impuls zum Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis

Bild von kinkate auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Im Lied zur Eröffnung haben wir schon sehr knapp zusammengefasst, worum es heute in der Tageslesung und dem Evangelium geht. Es entsteht etwas Neues, etwas Großes – aus Sicht der damaligen Zeit – und wir sind noch heute Teil davon.

In der heutigen Tageslesung hören wir vom Propheten Esra der von einer Zeit des Erholens spricht. Wir befinden uns in der Zeit der persischen Herrschaft – was für die Gesichte Israels in der Tat eine Zeit des „zur Ruhekommens“ bedeutete. Die Perser verfolgten eine tolerante Religionspolitik und sie gestatteten und förderten die lokalen Riten. So wurde der Tempel mit finanzieller Hilfe der Perser wieder erreichtet und viele Israeliten konnten aus dem babylonischen Exil zurückkommen.  

Ein bisschen bin ich bei der Lesung an den Psalm 23 erinnert:

Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. / Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

Impuls:

Im Jahr 458 (lt. Esra 7.7) – Historisch wohl eher im Jahr 433 – wird der Priester und Gesetzeslehrer Esra nach Jerusalem geschickt. Die Zeit des babylonischen Exils ist vorbei und die Perser regieren und verwalten Palästina. Unter dem Perserkönig Artaxerxes I wird nun eben Esra nach Jerusalem geschickt, um dafür Sorge zu tragen, dass die Gesetze des Königs, aber auch die Gesetze des Gottes Israels befolgt werden. Zu Beginn erwähnte ich ja bereits, dass die Perser eine tolerante Religionspolitik verfolgten – zumindest toleranter als die Babylonier. Es wird erwähnt, das Esra entsetzt ist, über die Verhältnisse in Jerusalem. Als Wurzel allen Übels macht er die Ehe von Juden mit ausländischen Frauen verantwortlich. Das ist natürlich für unser heutiges Denken anstößig und hat wenig mit unserem Denken und Fühlen gemein.

Im Rahmen seiner Anklage – die zugleich auch Predigt ist – gibt Esra uns aber auch einen wichtigen Punkt mit, der uns bis in die heutige Zeit begleiten kann. Gott begleitet uns durch unser Leben – wie auch immer die äußeren Umstände sein mögen. Gott nimmt uns nicht das Leid – Gott bestraft uns auch nicht durch Leid. Er kann das Leid der Welt nicht von uns nehmen, aber er begleitet uns durch das Leid ist der „Gott mit uns“ und der, der uns die Ruhestätte, die grünen Auen und das Wasser gibt – wenn wir es denn wollen.

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 22.09. in der Fronleichnamskirche Aachen

Hinterlasse einen Kommentar