
Menetekel oder… das beleuchtete Kreuz am Haarberg – Impuls zum 34. Mittwoch im Jahreskreis
Noch heute – ich habe es extra gegoogelt – gibt es den Begriff Menetekel für eine unheilverkündende Warnung. Ich muss gestehen, ich habe das noch nie so gehört. Aber solche Menetekel hören wir derzeit ja dann recht häufig: Klimawandel, Inzidenzen, die Situation der Menschen an den Grenzen etc.
In diese Zeit der unheilverkündenden Warnungen – der „Menetekel“ habe ich am Wochenende einen Artikel bzw. einen Ratsantrag gelesen, der sich dafür ausspricht, das beleuchtete Kreuz am Haarberg abzuschaffen und es hat mich doch sehr geärgert. Aber warum eigentlich?
Das führt mich zu dem Begriff „standhaft bleiben“ aus dem heutigen Evangelium.
Bin ich über diesen Antrag verärgert, weil ich Christ bin und das Symbol des Kreuzes für mich eine besondere Bedeutung hat? Muss ich als guter Christ nun „standhaft“ das beleuchtete Kreuz am Haarberg verteidigen?
Nein! Ich glaube, so ist es im Evangelium nicht gemeint. Ich kann ein guter Christ sein und „standhaft bleiben“, wenn ich mich um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmere, wenn ich ein Ohr für die Menschen habe, wenn ich nicht bloß fromm daherrede, sondern die Menschen eben an meinem Tun den Christ erkennen können.
Ich glaube, das ist die schwierigere Aufgabe, als sich jetzt mit allen möglichen Mitteln gegen diesen Antrag zu stellen.
Und trotzdem ärgere ich mich über diesen Antrag – aber eben, weil das beleuchtete Kreuz am Haarberg für mich immer ein Symbol des „Nach Hause Kommens“ war und ist: Wenn ich spät abends zurück nach Aachen komme und das Kreuz sehen kann, dann weiß ich, ich bin zuhause.
Ein schöner Schlusssatz: „Wenn ich das Kreuz sehen kann, dann fühle ich mich zuhause.“