Impuls zum Mittwoch der 1. Adventswoche
Einführung:
„In die Trauer greift Gott ein, er ist Nahe, dem der weint“ so haben wir es eben gesungen. Gott ist uns Nahe, er ist für uns Menschen vom Himmel gekommen. Aber… was heißt das konkret? Dem heutigen Evangelium von der Brotvermehrung geht ein wichtiger Satz voran, der vielleicht wegen der besonderen Geschichte etwas untergeht: „… denn Jesus hatte Mitleid mit Ihnen.“ Jesus hatte Mitleid mit den Menschen, da sie hungrig waren. Es geht Jesus also nicht bloß um unser „Seelenheil“ – was ja ein sehr abstraktes, ungreifbares Wort ist – sondern ganz konkret auch um unsere täglichen Sorgen und Nöte. Ganz ähnlich drückt es Papst Franziskus aus, wenn er sagt, dass wir den Menschen erst Brot bringen müssen – also das, was sie zum Überleben benötigen, ehe wir Ihnen das Wort Gottes bringen können.
Jesus möchte uns auch heute mit seinem Mitleid – oder besser mit seiner Leidenschaft begegnen, öffnen wir unsere Herzen und Sinne für diese Begegnung.
Impuls:
In vielen weiterführenden Schulen gibt es inzwischen Unterrichts-Projekte, in denen die Schülerinnen und Schüler ein Praktikum in sozialen Einrichtungen machen. Oftmals heißen diese Projekte dann Sozialprojekt, Sozialpraktikum oder Compassion-Projekt -> Compassion / Mitleid
Die Jugendlichen sollen in diesem Projekt etwas für ihr eigenes Leben lernen, aber eben nicht nur in der bloßen Theorie, sondern durch ihr Tun – indem Sie auf Menschen in Bedürftigkeit zugehen. Vom Bedauern allein haben Menschen mit Benachteiligungen nicht viel.
Im heutigen Tagesevangelium lebt Jesus uns das genau vor. Er lässt sich von der Lebenssituation der Menschen anrühren: Von Krankheit, Trauer, Hunger und er handelt, gibt den Menschen, was sie in ihrer konkreten Notlage benötigen.
Sich anrühren lassen und Menschen anrühren beides gehört zum Mitleid – oder besser Mitgefühl. Und dieses Mitgefühl ist eine starke Emotion, aber eben auch ein starker Motor, der Dinge in Bewegung setzen kann.
Im Advent, der Zeit der Ankunft kommt Gott bei uns Menschen an, wenn wir uns von ihm anrühren lassen, aktiv zu werden und uns für die Nöte, Sorgen und Probleme unserer Mitmenschen zu öffnen
In die Trauer greift Gott ein, er ist Nahe, dem der weint!
