
Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Kinder – besonders ihr, die ihr euch auf eure Erste Heilige Kommunion vorbereitet,
heute Abend ist ein besonderer Abend. Für Jesus war dieser Abend damals wie ein Abschied – aber auch wie ein großes Geschenk. Und auch für uns ist es heute ein Fest der Liebe und der Nähe.
Das Evangelium, das wir gerade gehört haben, ist vielleicht eines der schönsten im ganzen Neuen Testament. Und eines der überraschendsten.
Jesus – der Sohn Gottes, der Lehrer, der Meister – macht etwas ganz Unerwartetes.
Er geht auf die Knie und wäscht seinen Freunden die Füße.
Jetzt mal ehrlich: Füße waschen?
Nicht gerade das, was wir tun würden, um Liebe zu zeigen. Und auch nicht das, was man normalerweise von einem „Chef“ erwartet, oder?
Aber genau darum geht es.
Ein Beispiel zum Mitmachen
Stellt euch vor: Ihr kommt nach einem langen Tag mit euren schmutzigen Schuhen nach Hause, und statt dass Mama oder Papa euch sagen „Geh die Schuhe ausziehen“, knien sie sich hin und helfen euch dabei. Nicht, weil ihr es nicht könnt – sondern weil sie euch zeigen wollen: Du bist mir wichtig. Ich bin für dich da.
Das ist es, was Jesus macht. Und er sagt uns heute Abend:
So will ich, dass ihr auch miteinander umgeht. Helft euch. Hört einander zu. Seid füreinander da.
Wascht einander die Füße?
Das heißt heute nicht, dass wir wirklich immer die Füße waschen müssen.
Aber es heißt: Tut Dinge, die vielleicht nicht cool oder bequem sind – aber die anderen zeigen: Ich mag dich. Ich bin für dich da.
Zum Beispiel:
- jemandem zuhören, der traurig ist
- jemanden in der Pause nicht auslachen, sondern einladen
- zu Hause mal helfen, ohne dass man dafür etwas bekommt
Ein Abend voller Liebe
„Er liebte sie bis zur Vollendung“ – so beginnt das Evangelium.
Jesus hört nicht auf zu lieben. Nicht als es schwer wird, nicht als seine Freunde Fehler machen, nicht als ihn einer von ihnen sogar verrät.
Und heute lädt er uns ein, das genauso zu tun:
einander lieben – mit Herz, mit Händen, mit echter Hilfe.
Und liebe Kinder, wenn ihr bald eure Erste Heilige Kommunion feiert, dann ist das genau die Liebe, die ihr da erlebt.
Jesus will euch ganz nah sein – nicht nur in einem Stück Brot, sondern in eurem Herzen. Und wenn ihr euch fragt: Wie kann ich so leben, wie Jesus es will? – dann denkt an heute:
Liebe zeigt sich nicht im Größer-, sondern im Kleinerwerden. Nicht im Besserwissen, sondern im Dasein.
Jesus hat das getan. Und er traut es auch euch zu.
Zum Schluss:
Heute beginnt das große Fest unseres Glaubens.
Mit einem Essen, mit einer Geste, mit einer Liebe, die bleibt.
Und vielleicht fragt ihr euch heute Abend zu Hause:
Wem kann ich die Füße waschen? – nicht wirklich mit Wasser und Seife, sondern mit Liebe und Freundlichkeit.
Amen.