Ostern beginnt im Dunkeln

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Impuls zu Lk 24,1–12

Sie gehen im Morgengrauen.
Nicht, weil sie Hoffnung haben –
sondern weil sie trotzdem gehen.
Weil sie den Ort suchen, an dem sie zuletzt mit Jesus waren.
Weil sie ihm wenigstens noch den letzten Dienst erweisen wollen.

Sie gehen mit Salben.
Nicht, um Auferstehung zu feiern,
sondern um sich um das Tote zu kümmern.
Das, was vorbei ist.
Was schmerzt.
Was nicht mehr werden kann.

Und dann:
Das Grab ist offen.
Die Leere schreit.
Und zwei Gestalten sagen:

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier.“


Wie oft bin ich genau da:
Mitten im Dienst,
mitten in dem, was zu tun ist –
nicht, weil ich vor Kraft sprühe,
sondern weil ich trotz allem gehe.
Weil Menschen da sind.
Weil Kinder da sind.
Weil ich den Glauben nicht aufgegeben habe –
auch wenn es mir manchmal schwer gemacht wird.

Und dann?
Ist das Grab leer.
Und ich versteh es nicht.
Vielleicht dreh ich mich um und gehe.
Oder ich erinnere mich plötzlich:

„Er hatte doch gesagt …“
Dass das Leben nicht endet.
Dass es weitergeht.
Dass selbst in der Enttäuschung noch Hoffnung liegt.


Vielleicht beginnt Ostern da,
wo ich trotz allem weitergehe.
Wo ich mit leerem Herzen auftauche –
und Gott füllt es langsam wieder auf.
Nicht immer mit Licht und Glanz,
aber mit einem kleinen, stillen Trotzdem.

Die Frauen erzählen es den Jüngern –
und die Jünger glauben es nicht.
Aber einer steht auf.
Petrus.
Er läuft zum Grab.
Er muss es selbst sehen.

So fängt es an.
Nicht mit Jubel,
sondern mit dem leisen Mut,
sich wieder auf den Weg zu machen.


Ostern ist nicht laut.
Nicht immer.
Manchmal ist Ostern einfach nur:

Ich steh auf. Ich geh los. Ich will sehen, ob noch Hoffnung ist.

Und dann:
Ein leerer Ort.
Und irgendwo zwischen all dem Leeren:
ein neuer Anfang.

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