War er nicht längst bei uns?

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Impuls zu Lk 24,13–35

Zwei Jünger.
Enttäuscht, müde, auf dem Heimweg.
Sie haben alles mit angesehen –
oder besser:
Sie haben gesehen, wie alles zu Ende ging.

Und jetzt gehen sie weg.
Nicht nach vorn.
Zurück.
Heimat suchen, Normalität.
Oder wenigstens ein bisschen Abstand.

Sie reden miteinander.
Über das, was sie nicht verstehen.
Und genau da –
geht Jesus mit.
Ohne dass sie es merken.


Das ist Ostern:
Jesus geht mit,
auch wenn wir ihn nicht erkennen.
Er fragt. Hört zu.
Er trägt nichts vor –
er lässt uns erzählen.

Und dann,
ganz vorsichtig,
bricht er das Wort auf.
Nicht um zu belehren,
sondern um zu erinnern, was trägt.

Und als sie endlich rasten,
da passiert’s.
Nicht im Reden.
Nicht im Erklären.
Sondern im Brotbrechen.

Und ihre Augen gingen auf.
Und sie erkannten ihn.


Ich glaube, viele von uns gehen gerade den Weg nach Emmaus.
Mit Dingen im Herzen, die schwer sind.
Mit Enttäuschungen.
Mit Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt.
Mit innerem Rückzug, weil manches zu viel war.

Und Jesus?
Er geht mit.
Unaufdringlich.
Leise.
In der Weggemeinschaft.
Im Zuhören.
Im stillen Aushalten.

Ostern passiert nicht im Schlaglicht.
Manchmal erst am Abend.
Im Rückblick.
In der Erkenntnis: „War er nicht längst da?“


Vielleicht ist das die Einladung von Ostermontag:
Nicht nach dem Licht zu jagen –
sondern dem Weg zu trauen.
Dem, der mitgeht.
Dem, der sich zeigt –
nicht laut,
aber ganz echt.

Und vielleicht entdecken auch wir irgendwann:
„Brannte nicht unser Herz…?“
Obwohl wir dachten, es sei längst ausgebrannt.

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