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Impuls zu Apg. 3,1-10 – Manchmal reicht ein Blick
Petrus und Johannes gehen zum Tempel.
Wie viele andere auch.
Zur neunten Stunde – zum Gebet.
Routine. Alltag.
Und da sitzt er: der Gelähmte.
Wie jeden Tag.
Immer am selben Ort,
immer mit derselben Bitte:
Habt ihr etwas für mich?
Er rechnet mit ein paar Münzen.
Mit einem kurzen, mitleidigen Blick vielleicht.
Mehr nicht.
Aber heute ist es anders.
Petrus bleibt stehen.
Und er sagt: „Sieh uns an.“
Das ist schon der erste Wendepunkt.
Nicht wegschauen.
Nicht vorbeigehen.
Nicht ausweichen.
Sondern hinschauen.
Echt. Direkt.
Ein Mensch sieht einen Menschen an.
Ich glaube, viele von uns kennen Situationen,
in denen wir genau das gebraucht hätten:
Nicht Geld, nicht schnelle Lösungen –
sondern dass jemand uns ansieht.
Mit echtem Interesse.
Mit einem offenen Herzen.
Und dann sagt Petrus den entscheidenden Satz:
„Silber und Gold besitze ich nicht.
Doch was ich habe, das gebe ich dir:
Im Namen Jesu Christi, steh auf und geh!“
Das ist stark.
Petrus tut nicht so, als hätte er alles im Griff.
Er sagt klar: Ich habe nicht alles.
Aber das, was ich habe – das teile ich mit dir.
Und das ist nicht wenig.
Das ist Kraft. Hoffnung. Glaube.
Der Gelähmte steht auf.
Nicht nur äußerlich.
Er springt.
Er lobt Gott.
Er geht selbst in den Tempel.
Dorthin, wo er vorher nur außen sitzen durfte.
Und alle, die ihn kennen,
sind erstaunt. Verwundert.
Denn sie merken:
Das hier ist nicht einfach ein Wunder,
das man bestaunen und dann wieder vergessen kann.
Das ist ein Zeichen:
Gott ist da.
Mitten im Alltag.
Mitten unter uns.
Und er verändert Leben.
Vielleicht ist das genau das,
was Kirche heute wieder neu lernen muss:
Nicht alles haben,
aber das Wesentliche teilen.
Nicht über Menschen hinwegsehen,
sondern ihnen ins Gesicht schauen.
Nicht nur helfen –
sondern aufrichten.
„Was ich habe, das gebe ich dir.“
Das könnte ein Motto sein
für Kirche, wie sie sein sollte:
ehrlich, menschlich, kraftvoll.
Und es ist auch ein schöner Satz für unseren eigenen Alltag.
Denn oft denken wir: Ich hab doch nichts zu geben.
Ich kann doch nichts ausrichten.
Aber wenn wir ehrlich hinsehen,
wenn wir offen zuhören,
wenn wir im Namen Jesu handeln –
dann geben wir mehr, als wir denken.
Der Gelähmte stand auf.
Und vielleicht hilft uns diese Geschichte,
selbst ein wenig beweglicher zu werden –
im Herzen, im Glauben,
in der Begegnung mit anderen.