
Bild von Robson veneziani auf Pixabay
Die beiden, die mit Jesus unterwegs nach Emmaus waren,
erzählen gerade voller Aufregung,
wie sie ihn erkannt haben –
beim Brotbrechen.
Mitten in diese Begeisterung hinein
tritt Jesus plötzlich selbst in den Raum.
„Friede sei mit euch.“
Aber statt Begeisterung:
Erschrecken.
Zweifel.
Angst.
Sie meinen, ein Geist steht vor ihnen.
So ist das eben oft mit dem Glauben.
Da erzählen andere begeistert:
„Ich habe den Herrn gesehen!“
Aber wenn man selbst da sitzt,
mit seinen eigenen Sorgen, Zweifeln,
Verletzungen –
dann klingt das alles irgendwie fremd.
Vielleicht schön,
aber nicht greifbar.
Jesus aber bleibt.
Er flieht nicht vor der Unsicherheit seiner Freunde.
Er bleibt,
mitten in ihrer Angst.
Und er zeigt:
Ich bin wirklich da.
„Seht meine Hände und meine Füße.“
„Fasst mich an.“
Und dann kommt dieser kleine, fast unscheinbare Moment:
„Habt ihr etwas zu essen?“
Keine große Lehre.
Keine Theologie.
Ein Stück Fisch.
Ich liebe diese Szene.
Weil sie so echt ist.
So bodenständig.
So liebevoll.
Jesus sagt nicht nur: „Ich bin auferstanden“ –
er sagt: „Ich bin wirklich bei euch.
Mitten in eurem Alltag.
Auch an eurem Tisch.
Auch in eurer Müdigkeit und eurer Fassungslosigkeit.“
Und dann – öffnet er ihnen den Verstand.
Nicht auf einmal.
Nicht mit einem Zauberwort.
Sondern Schritt für Schritt.
Er knüpft an das an, was sie kennen:
an die Schrift, an die Geschichte Israels.
Und er zeigt: Alles hat darauf hingezielt.
Und jetzt seid ihr dran.
„Ihr seid Zeugen.“
Ich glaube, das ist die Bewegung des Glaubens:
Von der Angst zur Nähe.
Von der Nähe zum Verstehen.
Vom Verstehen zum Zeugnis.
Aber das geht nicht automatisch.
Manchmal dauert es.
Und manchmal braucht es genau das:
Ein einfaches Stück Fisch.
Ein echtes Gespräch.
Eine Erfahrung, die uns aufatmen lässt:
Ich bin nicht allein.
Er ist wirklich da.
Vielleicht fragt auch uns Jesus heute:
„Habt ihr etwas zu essen?“
Nicht, weil er hungrig ist –
sondern weil er uns erinnern will:
Glauben ist nichts Abgehobenes.
Es beginnt im Konkreten.
Im Teilen.
Im Miteinander.
Im Zuhören.
Im Hoffen – trotz allem.
Und wenn wir das tun,
wenn wir ganz einfach das teilen, was wir haben,
dann kann er auch durch uns sichtbar werden.
Dann beginnt Auferstehung –
nicht spektakulär,
aber wirklich.