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„Wie soll das gehen?“ – Ein Impuls zu Joh 3,7–15
Nikodemus ist jemand, der es wissen will. Er stellt Fragen. Er will verstehen. Und er ist ehrlich genug zuzugeben, dass er vieles nicht versteht – obwohl er eigentlich „vom Fach“ ist. Jesus spricht mit ihm über das Leben aus dem Geist, über das „neu geboren werden“. Und Nikodemus fragt: „Wie soll das gehen?“
Mir gefällt diese Frage. Weil sie so menschlich ist.
Vielleicht kennst du sie auch:
Wie soll das gehen, neu anzufangen?
Wie soll das gehen, den Glauben zu spüren – mitten im Alltag, mitten in dem, was mich gerade überfordert?
Wie soll das gehen, mich verändern zu lassen, wenn ich doch so oft an den gleichen Dingen hänge?
Jesus gibt keine genaue Gebrauchsanleitung. Aber er lädt ein, zu vertrauen. „Der Wind weht, wo er will.“ Der Geist Gottes wirkt – manchmal leise, manchmal überraschend. Aber er ist da. Und er kann uns erneuern, wenn wir uns nicht verschließen.
Es geht nicht darum, alles zu verstehen.
Es geht darum, sich öffnen zu lassen.
Das Leben „aus dem Geist“ beginnt oft in kleinen Schritten. Im Zuhören. Im Wahrnehmen. Im stillen Gebet.
Oder in einer Begegnung, die mich berührt – wie bei Charles de Foucauld, der irgendwann aufhörte, Gott zu analysieren, und anfing, ihn zu leben. Ganz schlicht, ganz still, ganz nah bei den Menschen.
Jesus sagt: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“
Das Kreuz ist nicht das Ende, sondern ein Zeichen der Liebe, die trägt – auch durch das Dunkle hindurch.
Vielleicht ist das ein erster Schritt ins neue Leben:
Nicht alles verstehen. Aber glauben, dass da jemand ist, der mich liebt.
Und damit anfangen zu leben – ehrlich, offen, im Vertrauen.
So einfach. Und so groß.