Mitten im Trubel – ein leiser Moment der Gnade

Bild von Dorothée QUENNESSON auf Pixabay

Die Tage vor der Erstkommunion sind erfüllt – von Vorfreude, von Spannung, von vielen kleinen und großen Aufgaben. Es wird geplant, vorbereitet, geprobt, kommuniziert. Die To-do-Listen werden länger, je näher das Fest rückt, und manchmal verliert man fast aus dem Blick, worum es eigentlich geht.

Doch mitten in all dem Trubel steht ein Kind. Ein Kind, das nicht nur etwas „richtig machen“ soll – sondern das eingeladen ist, Jesus zu begegnen. In der Stille. Im Brot. Im Licht der Osterkerze. In der Gemeinschaft mit anderen.

Es sind Momente wie diese, in denen der Blick tiefer gehen darf.

Die heilige Therese von Lisieux, eine der großen Mystikerinnen unserer Kirche, hat einen Weg beschrieben, der gerade für diese Tage sehr kostbar sein kann: den „kleinen Weg“. Sie sagt:
„Ich will den Himmel damit bevölkern, dass ich kleine Dinge mit großer Liebe tue.“

Vielleicht ist das genau die Haltung, die wir jetzt brauchen.
Nicht alles muss groß sein. Nicht alles muss perfekt sein.
Aber es darf echt sein. Und liebevoll.

Ein schlichtes Wort zum Kind. Ein ruhiger Atemzug in der Anspannung. Ein Gebet – nicht laut, aber ehrlich. Ein Schritt zurück, damit ein anderer Platz findet.

Wenn ein Kind an diesem Tag spürt: Ich darf hier sein. Ich bin gemeint. Jesus meint mich persönlich.
Dann hat diese Feier ihren tiefsten Sinn erfüllt.

Und ja, manchmal läuft nicht alles glatt. Kinder sind aufgeregt. Erwachsene auch.
Aber vielleicht ist auch das ein Teil dieses Weges: lernen, einander mit einem gnädigen Blick zu sehen. Auch sich selbst.

Die Erstkommunion ist nicht nur ein großer Tag für die Kinder – sie ist auch ein geistlicher Weg für uns Erwachsene.
Er führt uns zurück zur Mitte: Zur Liebe Gottes, die nicht auf Perfektion wartet, sondern einfach da ist.

Gnade zeigt sich oft dort, wo wir sie nicht erwarten.
In einem Blick. In einem leisen Lächeln. In einer ausgestreckten Kinderhand am Altar.

Und vielleicht ist genau das der größte Trost:
Wir müssen diesen Weg nicht allein gehen. Gott geht mit – in unseren Gedanken, unseren Hoffnungen, in den Händen, die Brot teilen.

Oder, um es mit Therese zu sagen:
„Jesus verlangt nicht nach großen Taten, sondern nur nach Hingabe und Dankbarkeit.“

In diesem Sinn: lassen wir uns berühren – mitten im Trubel – von einem leisen Moment der Gnade.


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