
„Das Crazy!“ – Wenn Jugendkultur Grammatik auf den Kopf stellt
Es ist wieder soweit: Das neue Jugendwort 2025 steht fest. Und es ist – das Crazy!
Ja, richtig gelesen: das Crazy. Mit Artikel. Grammatisch also schon mal – das crazyste, was man sich vorstellen kann.
Und genau das ist der Punkt.
Jedes Jahr regen sich die Erwachsenen über das Jugendwort auf. „Das sagt doch keiner!“ – „Früher hatten Wörter noch Bedeutung!“ – „Was soll der Blödsinn?“
Aber vielleicht liegt genau hier der Witz, ja fast schon die Poesie: Sprache ist kein Museum. Sprache ist Leben. Und sie gehört immer denen, die sie gerade neu erfinden.
„Das Crazy“ steht symbolisch für eine Generation, die sich in keiner Grammatik mehr einsperren lässt. Nicht, weil sie keine Regeln kennen, sondern weil sie weiß: Regeln sind da, um sie neu zu denken.
Sprache ist ein Spielplatz – kein Zaun.
Und ganz ehrlich: In einer Welt, die so viele Krisen gleichzeitig jongliert – Klima, Kriege, KI –, da darf man ruhig mal sagen: „das Crazy!“
Nicht als Flucht, sondern als Kommentar. Als Augenzwinkern inmitten des Chaos.
Vielleicht ist dieses Jugendwort sogar tiefer, als es klingt.
Denn „das Crazy“ beschreibt auch, wie sich viele junge Menschen gerade fühlen: Zwischen Hoffnung und Überforderung, zwischen digitalem Dauerrauschen und realer Verantwortung.
Die Welt: das Crazy!
Und sie versuchen, darin ihren Platz zu finden – mit Humor, Memes und einer gehörigen Portion sprachlicher Kreativität.
Als Diakon denke ich mir: Jesus hätte daran seine Freude.
Denn er hat auch ständig Sprache gebrochen – Gleichnisse erzählt, alte Begriffe neu gefüllt, fromme Floskeln auf den Kopf gestellt.
Er war, theologisch gesagt, „das crazy“ schlechthin: Er hat Grenzen gesprengt, Menschen irritiert und doch Hoffnung gesät.
Vielleicht ist das Jugendwort 2025 also gar nicht so verrückt, wie es scheint.
Vielleicht erinnert es uns daran, dass man manchmal das Sprachliche brechen muss, um das Wirkliche zu verstehen.
Dass man lachen darf, wo andere nur nörgeln.
Und dass auch in der scheinbaren „Crazyness“ ein Stück Wahrheit liegt:
Die Welt ist wyld – aber wir sind mittendrin. Und wir gestalten sie. Jeden Tag.