Impuls zum Mittwoch der 31. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 31. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Eigentlich sieht das Direktorium heute den Gedenktag des hl. Karl Borromäus vor. Aber in Anbetracht der aktuellen Ereignisse erscheint es mir wichtig und richtig, den heiligen Karl Borromäus ein wenig in den Hintergrund zu stellen. Wir haben den Gottesdienst in Stille begonnen und vor dem Altar sehen Sie zwei Grablichte, stellvertretend für die Opfer des Anschlages in Wien und der Opfer von Schießereien hier in unserer Region in den letzten Tagen. Daher möchte ich den heutigen Gottesdienst unter das Überthema „Frieden“ stellen.

Friedensgebet (Hintergrund Orgel: Shalom Cheverim)

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Impuls:

„Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten.“

Im Schatten der aktuellen Ereignisse könnte dieser Text heute nicht passender sein. Der Apostel Paulus gibt der Gemeinde in Rom hier einiges mit auf den Weg. Besonders ist hier aber die „Liebe ohne Heuchelei“ – eine vorbehaltlose, ja grenzenlose Liebe.

Wir wissen nicht viel über die Motive der Attentäter in Wien, wir wissen nicht viel über die Schussabgabe in Alsdorf oder Hückelhoven. Wir wissen nicht viel über die Messerattacken in Nizza und Berlin oder über die vielen Anschläge der letzten Tage und Wochen.

Wir wissen aber, dass wir uns den Frieden wünschen.

Den Frieden zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen, zwischen den verschiedenen Kontinenten und Ländern, den Frieden zwischen den Nachbarn, aber auch den Frieden in unserer Gemeinde.

Ein Friede, von dem wir heute wieder weit entfernt zu sein scheinen. Ein Friede, auf den wir hoffen und um den wir beten.

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“

Auf diesen Frieden, den uns der gute Hirt gibt, wollen wir auch im Anblick solcher Tage vertrauen.

Amen

Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 04.11.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

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