
Einführung:
Über Scholastika haben wir Nachrichten nur durch den legendären Bericht des Papstes Gregor d. Gr. Scholastika war eine Schwester des hl. Benedikt und wohnte als gottgeweihte Jungfrau nicht weit vom Kloster Monte Cassino. Einmal im Jahr besuchte sie ihren Bruder zu einem geistlichen Gespräch. Das Letzte dieser Gespräche ist bemerkenswert, dass es bis in die Nacht hinein verlängert wurde; Scholastika hat den Bruder dazu gezwungen, indem sie durch ihr Gebet ein plötzliches Gewitter bewirkte, das ein Verlassen des Hauses unmöglich machte. Scholastika „war mächtiger, weil sie die größere Liebe hatte“, sagt Gregor. Drei Tage später sah Benedikt die Seele seiner Schwester in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen. Ihren Leib ließ er in dem Grab beisetzen, das für ihn selbst bestimmt war.
Impuls:
Vor vielen hl. Messen und Gottesdiensten herrscht oft eine hektische Betriebsamkeit, insbesondere vor Hochfesten oder besonderen Gottesdiensten. Funktioniert die Beleuchtung, haben wir genug Messdiener*innen? ist der Raum schön gestaltet, sind alle Texte da, müssen noch Plätze reserviert werden usw. usf.
Und auch während des Gottesdienstes ist man dann in so einer „Hab-Acht-Stellung“ – wird noch etwas benötigt, haben wir etwas vergessen?
Das erinnert Sie jetzt vielleicht ein bisschen an unseren heutigen Text aus dem Evangelium. Marta, die sich um das ganze Drumherum kümmert und Maria, die aufmerksam zuhört.
Aber… was ist denn dann nun richtig? Man könnte meinen, Maris Weg ist hier der Richtige, da Jesus scheinbar Marta ein wenig tadelt. Aber ich glaube, so einfach ist es nicht. Wo wären wir denn heute (und auch damals) ohne die ganzen Marta´s? Die, die sich um das Umfeld kümmern, die die Menschen betreuen und umsorgen. Und wenn wir genauer ins Lukasevangelium schauen, dann lesen wir doch gerade hier besonders von der Nächstenliebe, von der Sorge um die anderen.
Ich glaube. Jesus tadelt hier nicht Marta und das „sich kümmern“ statt des aktiven Zuhörens, sondern das rechte Maß.
In einem Leben voller Aktivität, voller Hingabe für andere, voll des Umsorgens muss auch Platz für das Zuhören sein, Platz für das Gebet, Platz für das Hören auf Gott.
Die Jugendlichen würden heute vermutlich sagen… : Ey Marta… Chill ma! – das klingt vielleicht erstmal unangemessen. Aber genau das ist es, was ich Ihnen heute mitgeben möchte.
Die Sorge und das Umsorgen ist sicherlich ein zentraler Punkt und wichtig. Aber es muss auch Raum für Pause, Raum für das Hören auf Ihn sein.
Amen