Impuls zum Mittwoch der 2. Woche der Fastenzeit

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Lesungen

Einführung:

Haben sie das Lied zum Beginn erkannt?

Es ist vielleicht ein seltsamer Beginn eines Gottesdienstes, aber wenn unser schärfster Konkurrent 50 Jahre alt wird, dann darf man das nicht unerwähnt lassen. Die Sendung mit der Maus wird an diesem Sonntag genau 50 Jahre alt. Ca 2200 Episoden sind seit 1971 ausgestrahlt worden – leider zu einer für uns etwas ungünstigen Zeit, was der Sendung mit der Maus auch die Kritik der Kirche eingebracht hat. In den heutigen Lesungen werden wir viel über das Lehren und das Dienen hören. Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob Fernsehen ein probates Mittel zum Lehren ist. Aber in 50 Jahren Sendung mit der Maus wurde vielen Kindern (und Erwachsenen) die Welt erklärt. Somit hat die Maus nicht nur ihren Lehrauftrag erfüllt, sondern auch uns, unseren Kindern und Enkeln gedient. Die Maus, der Elefant und die Ente kamen und kommen mit wenig Glanz aus, sie wollen sich nicht groß in Szene gesetzt wissen und doch kennt sie praktisch jeder. Schauen wir uns heute so in der Medienlandschaft um, dann gibt es nur noch wenige Formate, in denen es nicht um das Ego der Protagonisten geht – vom Lehrgehalt mal ganz abgesehen. „Holt mich hier raus, ich bin ein Star“ – Germanys next Topmodel – Bachelor usw. usf.

Die Sendung mit der Maus braucht diese billige Effekthascherei nicht. Sie dient uns mit Lach- und Sachgeschichten und seit 10 Jahren öffnet sie uns auch einmal im Jahr Türen zu besonderen Orten, z.B. zu unserer Grabeskirche. Der Prophet Jeremia muss heute am eigenen Leibe erfahren, wie schwer es sein kann, das Richtige zu lehren und das man dort oft auch auf Widerstände stoßen kann und auch im heutigen Evangelium lernen wir eine wichtige Lektion: das Dienen!

Impuls:

Wer in Gottes Reich groß sein will, der muss die Karriereleiter nicht hinauf-, sondern hinabsteigen, das habe ich kürzlich in einer Predigt zu genau unserem Tagesevangelium gelesen. Genau das ist es aber, was die Mutter von Johannes und Jakobus hier für ihre Söhne wünscht. Ich persönlich finde ja, dass sie hier in dem Text nicht besonders gut weg kommt. Letztlich handelt „die Frau des Zebedäus – deren Namen wir nicht erfahren – doch genau so, wie Mütter es nun einmal tun. Sie will das Beste für Ihre Kinder. Sie ist also eine Person, mit der man sich gut identifizieren könnte – ich zumindest, kann es gut nachvollziehen. So wie ihr würde es doch vermutlich vielen von uns gehen.

Ist dieser Gedanke, das Beste für seine Liebsten zu wollen nun verwerflich? Grundsätzlich finde ich es nicht verwerflich, aber Gottes Reich funktioniert nun mal nicht nach geltenden Regeln, sondern eben ganz anders und ganz neu. Die Letzten werden die Ersten sein, Selig die Armen und eben… Wer in Gottes Reich groß sein will, der muss die Karriereleiter nicht hinauf., sondern hinabsteigen.

Ich hatte am letzten Freitag eine Prüfung in Caritaswissenschaften und ich wurde zum Thema Eucharistie als Quelle sozialen Handelns befragt und welche Belege es dafür gäbe. Meine Antwort: der Gründonnerstag kommt vor der Osternacht, die Fußwaschung – also der dienende Christus – kommt vor dem Abendmahl, also vor der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums. Ich möchte hier keine Gewichtung vornehmen, aber Fußwaschung und Abendmahl gehört untrennbar zusammen. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Impuls aus dem Wort – Gottes – Dienst vom 03.03.2021 in der Fronleichnamskirche Aachen

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