Karsamstag – Barabbas geht frei

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Karsamstag ist ein seltsamer Tag.

Nichts passiert. Kein Kreuz mehr. Noch keine Auferstehung.

Ein Tag dazwischen. Ein Tag der Stille.

Und genau in diese Stille hinein gehört eine Szene, die wir schnell übergehen:

Da steht ein Mensch. Schuldig. Verurteilt.

Barabbas.

Und dann passiert das Unfassbare: Er geht frei.

Nicht, weil er unschuldig wäre. Nicht, weil er sich gerechtfertigt hätte.
Nicht, weil sich alles aufgeklärt hat.

Sondern weil ein anderer seinen Platz einnimmt.

Jesus Christus bleibt zurück.


Karsamstag ist genau der Tag,
an dem wir das aushalten müssen:

Dass wir Barabbas sind.

Dass wir gehen dürfen. Und einer bleibt.

Ohne Erklärung. Ohne Auflösung. Ohne sofortiges „alles wird gut“.

Nur diese eine Wirklichkeit:

Ich lebe.
Er ist tot.


Karsamstag stellt keine schnellen Antworten bereit.
Er drängt keine Deutung auf.

Er lässt uns einfach stehen zwischen Schuld und Freiheit.

Zwischen dem, was war und dem, was vielleicht kommt.


Und vielleicht ist genau das der Glaube an diesem Tag:

Nicht zu verstehen. Nicht zu erklären.

Sondern leise zu begreifen:

Ich bin frei. Nicht, weil ich es verdient habe.
Sondern weil einer geblieben ist.

Und morgen… wird sich zeigen, was das bedeutet.

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