
Bild von Sr. M. Jutta auf Pixabay
„Dies ist die Nacht.“
Und wenn wir ehrlich sind:
Nächte kennen wir.
Nächte, in denen man nicht schlafen kann.
Nächte voller Gedanken.
Nächte, in denen Sorgen laut werden.
Nächte, in denen etwas zu Ende geht.
Die Jünger kennen so eine Nacht.
Alles ist vorbei.
Jesus tot.
Hoffnung begraben.
Und genau in so eine Nacht hinein
spricht die Kirche:
Dies ist die Nacht.
Nicht: Das war einmal.
Sondern: Diese Nacht.
Die Nacht, in der sich etwas dreht.
Leise.
Unscheinbar.
Fast unbemerkt.
Kein großes Spektakel.
Kein lauter Knall.
Sondern ein leeres Grab.
Ein erster Lichtstrahl.
Ein vorsichtiges Staunen.
Ostern beginnt nicht im Hellen.
Ostern beginnt im Dunkeln.
Und genau das ist die Hoffnung:
Dass Gott gerade da anfängt,
wo wir nichts mehr erwarten.
Wo alles zu ist.
Wo alles vorbei scheint.
Wo wir sagen: „Das war’s.“
Da sagt Gott:
Nein. Noch nicht.
„Dies ist die Nacht.“
Die Nacht, in der der Tod nicht das letzte Wort hat.
Die Nacht, in der neues Leben leise beginnt.
Die Nacht, die heller wird – Schritt für Schritt.
Vielleicht ist das unsere Einladung heute:
Nicht so tun, als wäre alles leicht.
Aber darauf vertrauen,
dass selbst unsere dunkelsten Nächte
nicht ohne Morgen bleiben.
Denn diese Nacht
ist nicht nur damals.
Sie ist auch heute.
Ihnen und Euch allen – Frohe und gesegnete Ostern!