Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

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Bild von Stefan Kuhn auf Pixabay

„Steh` auf, nimm deine Bahre und geh!“, das ist wohl der bekannteste Satz des heutigen Tagesevangeliums. Diesen Satz kennen sicherlich viele Ihnen. Ich bin an einem anderen Satz hängen geblieben. Jesus fragt den Mann, der schon lange krank war: „Willst du gesund werden?“ Was ist denn das für eine Frage, eigentlich ist das doch vollkommen logisch, oder? Der Kranke antwortete ihm: „Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt.“ Der Satz könnte auch lauten: „Ich habe ja eigentlich niemanden, was soll ich gesund werden?“

Den Zusammenhang von Seele und Körper hat man also scheinbar schon damals erkannt und dem eine besondere Bedeutung zugemessen. Das heißt natürlich nicht, dass jeder einfach nur „wollen muss“ und wird dann gesund, aber es spielt eine wichtige Rolle.

Einsamkeit, Trauer und Schuld bremsen Heilungsprozesse aus, das weiß man heute auch in der Wissenschaft und Medizin. Und auch die Politik weiß um diesen Zusammenhang. Die sogenannten Kontaktsperren, die am Sonntag erlassen wurden, treffen uns Menschen derzeit hart, ganz besonders alte und kranke Menschen und deren Familien. Und doch merkt man ein Ringen in der Politik um das was nötig ist und das, was noch irgendwie zumutbar ist. Natürlich sind wir es gewohnt, beim Einkauf noch mit jemandem zu quatschen, uns im Cafe zu treffen oder uns sonntags nach der Messe noch zu unterhalten. Das alles geht momentan nicht mehr und wir müssen uns andere Wege suchen, in Kontakt zu bleiben. So finden sich die vielfältigsten Möglichkeiten: Gottesdienste im Fernsehen, Internet und Radio, das tägliche Läuten der Glocken um 19:30 als hörbares Signal der Solidarität oder Videobotschaften aus den Gemeinden.

Und auch jeder Einzelne – so nehme ich es zumindest wahr – versucht in seinem Umfeld den Kontakt aufrecht zu erhalten. Über das Telefon, mit Postkarten und Briefen oder über diverseste Möglichkeiten des Internets.

„Steh´ auf, nimm deine Bahre und geh!“ – oder heute: „Steh´ auf, nimm dein Telefon und wähl´!“

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 23.3.20 (Joh.4, 43-54)

Impuls zum Tagesevangelium 23.3. Joh 4, 43-54

 

 

„Meine Hoffnung und meine Stärke“, das Lied kam mir als erstes in den Sinn, beim Lesen des heutigen Tagesevangeliums.

Da reibt man sich natürlich zuerst an Jesu Worten: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“ Damit beschreibt Jesus – besser gesagt der Evangelist Johannes – etwas zutiefst menschliches. Was wir nicht sehen, erfahren, spüren – das glauben wir Menschen erstmal nicht. Oder: Was der Bauer nicht kennt – isst er nicht. Ich würde mir auch manchmal wünschen, Gott hätte eine klare, deutliche Ansage für mich, wie man es vielleicht aus schlechten Hollywood-Filmen kennt. Ein Chor schalmeit einen himmlischen Gesang, ein helles Licht geht auf und eine Stimme sagt mir die Antwort auf alle meine Fragen. Aber… so funktioniert das leider nicht. Wir müssen sehr fein hinhören, auf die kleinen Zeichen, die uns Gott in unser Leben sendet. Das hat viel mit Vertrauen und Hoffnung zu tun. Gerade in der momentanen Situation fällt das vermutlich nicht nur mir schwer. Hier entwickelt sich mancherorts ein seltsames Gottesbild: Weil wir nicht auf Gott gehört haben, schickt er uns
Krankheiten… NEIN, das ist auch nicht das Gottesbild, das ich haben will! Ich habe am Samstag ein altes Bild von mir gefunden, das mir in der Situation etwas weiterhilft:

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„Wenn du nur noch deinen Schatten siehst, dann bedenke, das du die Sonne im Rücken hast!“ (Verfasser mir leider unbekannt)

Wenn wir also die Hoffnung, das Vertrauen, die Geborgenheit nicht immer fassen können, so können wir uns aber Gott in unserem Rücken sicher sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Woche – bleiben Sie gesund.

Ihr/Euer Michael Bredohl