Impuls zum Mittwoch der 15. Woche im Jahreskreis

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Bild von Christian Lechevallier auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 15. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (A. de Saint-Exupery)

So kann man vielleicht die heutigen Schriftlesungen zusammenfassen. So unterschiedlich die Lesungen auch sind, so offenbaren sie uns zwei verschiedene Sichtweisen oder Vorstellungen von Gott. Zum einen den starken Rachegott, der die „Schwindsucht über Assur“ schickt – Und das Bild, dass uns Jesus heute vermittelt von einem Treuen, umsorgenden Gott – der sich den Armen und Schwachen annimmt.

Die Kirche gedenkt heute dem heiligen Bonaventura, der sich zu seiner Zeit auch Gedanken dazu gemacht hat, wie Gott wohl sein könnte. In seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er jedoch nie den Blick für das Unsichtbare verloren. Er sah mit den Augen der Wissenschaft und mit dem Herzen des Glaubens.

Impuls:

Die heutige Lesung aus dem Buch Jesaja berichtet über den König von Assur, der zu seiner Zeit wohl ziemlich gewütet haben muss, und viele Kriege geführt hat. Die Menschen im Alten Testament haben diese Kriege und die drohende Gefahr als Strafe Gottes verstanden.

Heute haben wir ein anderes Gottesbild. Jesus selbst vermittelt ein anderes Bild von Gott: Ein liebevolles – väterliches Bild. Ein Gott der für die Armen und Schwachen da ist. Heute hören wir, wie Jesus sich besonders an die vermeintlichen Weisen – die Wissenschaftler und Theoretiker wendet: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

 

Das heißt natürlich nicht, dass sich Wissenschaft und Glaube ausschließen. Viele Erkenntnisse – auch in der Religion – haben wir der Wissenschaft zu verdanken. Aber wenn man nur mit dem Auge der Wissenschaft sieht, entgehen einem wichtige Teile des Glaubens.

So hat auch der heilige Bonaventura seine Arbeit verstanden. Er hat den Glauben wissenschaftlich betrachtet und die Wissenschaft im Glauben und mit dem Herzen gelebt.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 15.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mitwoch der 13. Woche im Jahreskreis

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Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Impuls zum Mitwoch der 13. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Die heutigen Lesungen sind irgendwie verstörend.

Wir hören vom Propheten Amos, der dem Volk Israel offenbart, dass der Herr „unsere Feste verabscheut – unsere Feiern nicht riechen kann!“ Und im Evangelium geht es darum, dass Jesus Dämonen austreibt. Wenn man diese Texte das erste Mal hört oder liest, dann wirkt das sicherlich sehr verstörend. Und auch beim zweiten oder dritten Lesen, wird einem vielleicht nicht sofort klar, warum es denn hier gehen mag.

Zu Beginn dieses Gottesdienstes möchte ich Ihnen zwei Fragen mitgeben, auf die ich später noch eingehen möchte

1.) Was denken Sie, gehört für Gott zu einem echten Gottesdienst?

2.) Kann ich meinem Nächsten das Herz öffnen, und in Ihm den Herren erkennen?

Impuls:

Ich hasse eure Feste, – so spricht der Herr-, ich verabscheue sie und eure Feiern kann ich nicht riechen!

Harte Worte, die der Prophet Amos da spricht und die uns zum Nachdenken ermuntern sollten. Und das geht ans Eingemachte! Ist das, was wir hier feiern Gott zu wider? Ist damit gemeint, dass unsere Gottesdienste ungewollt sind?

Das hört sich zumindest so an. Aber für mich gibt es hier einen entscheidenden Satz zum Verständnis der Harten Worte des Amos: … das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Und damit sind wir bei der ersten Frage aus der Einleitung. Was gehört für Gott zu einem echten Gottesdienst? Was ist der Grund dafür, dass ich zum Gottesdienst gehe, oder dass ich als Leiter hier vorne stehe? Trete ich in eine Beziehung zu Gott oder mache ich das für mich? Recht und Gerechtigkeit sind hier Synonyme für Nächstenliebe. Im Gottesdienst dürfen wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen, sondern sollten immer auch die Menschen mit in den Gottesdienst nehmen, die nicht hier sind, die nicht an Gott glauben oder die – wie auch immer – bedürftig sind.

Und damit sind wir bei der zweiten Frage: Kann ich meinem Nächsten das Herz öffnen, und in Ihm den Herren erkennen?

Denn darum geht es im heutigen Evangelium. Es ist gar nicht so wichtig ob die beiden Menschen nun von Dämonen besessen waren, vielleicht eine psychische Erkrankung hatten oder so wirtschaftlich in Not, dass sie auf der Straße leben mussten.

Das Wichtige ist, das Jesus sie von ihrem Leid erlöst hat. Er ist zu ihnen gegangen, trotz des Wissens, das der Weg gefährlich ist. Das in der Nähe eine Schweineherde weidete, zeigt uns, dass die ganze Erzählung in einem „heidnischen“ Gebiet stattfindet. Das macht die ganze Erzählung noch bedeutender. Jesus geht den gefährlichen Weg, um Menschen zu helfen, die nicht mal an ihn oder vielleicht sogar an gar nichts glaubten. Könnten wir das so?

Und so gehören die beiden Texte auch heute zusammen. Sie zeigen uns das wir im Gottesdienst und im Leben als Christen immer auch auf die bedürftigen Menschen schauen müssen und uns ihrer annehmen müssen. Sonst sind unsere Gottesdienste nichts wert und dienen nur uns selbst. Amen

Impuls aus dem Wortgottesdienst vom 01.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis

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Bild von rottonara auf Pixabay

Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Du rufst mich beim Namen sprichst zu mir dein Wort. Und ich gehe deinen Weg, du Herr gibst mir den Sinn.

So lautet eine Zeile aus dem Lied, das wir zu Beginn gehört haben. Das liest sich eigentlich ganz einfach. Du rufst mich beim Namen und ich gehe deinen Weg, aber was heißt es denn „deinen Weg“ zu gehen? In den heutigen Lesungen bekommen wir eine Idee davon, was es bedeuten kann „deinen Weg“ zu gehen und dass das – sie vermuten es sicher schon – nicht unbedingt immer einfach ist. Doch ist da auch die Zusage, das wir auf diesem Weg nicht allein gelassen werden. Wir sind als Kirche und als Gemeinde niemals allein unterwegs. Und in dem Lied heißt es darum auch: Mit dir hab` ich keine Angst, du gibst mir die Hand!“ Heute geben uns die Texte der heiligen Schrift drei Impulse mit auf den Weg des Christseins:

  • Gastfreundschaft bzw. Nächstenliebe
  • Taufe
  • Nachfolge

Impuls:

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, das sind schwer verdauliche Worte gewesen, die wir gerade gehört haben.

Heißt das nun, das wir unsere Familien verlassen müssen, um gute Christen zu sein? Führt der Weg in die Nachfolge einzig durch das Leid, also wenn wir das Kreuz auf uns nehmen? Ist das Martyrium der einzige Weg der Nachfolge?

In unserer Kirche gibt es die verschiedensten Wege der Nachfolge: Man kann sich für ein Ordensleben in Stille und Zurückgezogenheit entscheiden (Kartäuser oder Trappisten), man kann sich zu einem Leben in Ehelosigkeit entscheiden, aber auch ein Leben in Ehe und Familie ist eine Art der Nachfolge. Alle diese Formen müssen gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Ich bin als zölibatär lebender Mann nicht „näher dran“ an der Nachfolge als andere.

Ich glaube viel mehr, es geht um den ganz eigenen Weg, meine ganz eigene Entscheidung und um mein eigenes Verständnis.

In den heutigen Schriftlesungen können wir vielleicht eine Richtschnur erkennen:

1.) Gastfreundschaft

In der ersten Lesung haben wir davon gehört, dass der Prophet Elischa von einer vornehmen Frau umsorgt wurde und sie dafür entlohnt wurde. Ähnliches gibt der Evangelist Matthäus den Lesern und Hörern indirekt mit auf den Weg: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Ein anderes Wort für Gastfreundschaft ist hier „Nächstenliebe“. Wenn ich mich um die Menschen in meinem Umfeld sorge, dann bin ich als Christ auf einem guten Weg.

2.) Taufe

In der zweiten Lesung hören wir von der Bedeutung der Taufe. Paulus schreibt hier an die Gemeinde in Rom, das die Taufe nicht bloß ein einfacher Ritus ist, der irgendwie so mal durchgeführt werden kann. Christ werde ich nicht bloß durch die Taufe, sondern gerade durch den gelebten Glauben

3.) Nachfolge:

Manchmal werden wir vielleicht seltsam angeschaut, wenn wir uns zu unserem Glauben bekennen. Wenn wir erzählen, dass wir sonntags in die Kirche gehen. Vielleicht sogar innerhalb der eigenen Familie oder dem Freundeskreis. Wenn wir uns in der Gemeinde engagieren, müssen wir uns vielleicht rechtfertigen, dass wir Zeit investieren. Es gegen manche fragende Blicke oder Getuschel hinter vorgehaltener Hand dennoch zu tun, ist Nachfolge.

Weiterhin auf Gott zu vertrauen, wenn wir durch Krankheit, Trauer, Krisen oder schwierige Situationen ein Kreuz tragen müssen, das ist Nachfolge.

Und wir dürfen darauf vertrauen, das Nachfolge auch bedeutet, diesen Weg nicht allein zu gehen.

„Mit dir hab` ich keine Angst, du gibst mir die Hand“

Amen

Impuls aus dem Wortgottesdienst vom 28.06.20 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis

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Bild von James Chan auf Pixabay

 

Impuls zum Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

„Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen, sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.“ – so mahnt uns das heutige Evangelium. Und ich bin bei diesen Worten sofort bei einem Bild, das mich seit Tagen so wütend gemacht hat, wie lange kein anderes Bild.

(Bibel hochhalten) – nämlich genau dieses…

Jetzt kann man natürlich fragen, was macht an dem Bild so wütend?

Ein Präsident steht vor einer Kirche und hält eine Bibel hoch – ist doch nicht schlimm…. Ja, vielleicht.

Aber wenn sich der Präsident kurz zuvor den Weg zur Kirche mit Gewalt freiräumen lässt, um 3 Minuten mit der Bibel in der Hand zu posieren, ohne mit den Menschen der Gemeinde das Gespräch zu suchen, dann macht mich das wütend. Wenn man dann noch bedenkt, daß die Menschen, die gewaltsam entfernt wurden, Demonstranten der BlackLivesMatter-Bewegung waren, dann bringt mich das auf die Palme.

Unser Glaube beruht auf Nächstenliebe, Hilfe für die Bedürftigen und die Kirche soll den Menschen eine Stimme verleihen, die keine Stimme haben. Die Bibel zu benutzen um zu spalten macht mich wütend. Gerade die heute gehörten Texte zeigen uns, dass es zwischen den drei Weltreligionen viele verbindende Elemente und Geschichten gibt. So sind die beiden wichtigsten Personen in den Lesungen heute Elia und Jesus. Beide sind nicht nur für uns Christen zentrale Persönlichkeiten, sondern auch für das Judentum und den Islam. So wird Elia als Ilyas in Sure 37 als von „Gott gesandt“ beschrieben und im Judentum wird am Seder-Abend des häuslichen Passa-Mahls ein Becher Wein für Elia bereitgehalten.

Wer sich also für Fotos mit der Bibel in der Hand hinstellt, um Stimmen zu fangen und gesellschaftlich zu spalten, der hat den Inhalt nicht gelesen oder nicht verstanden. Wir können es besser machen. „Wo Güte und Liebe herrschen, da ist Gott!“  Amen

(Impuls aus dem Wortgottesdienst vom 17.06.20 – Fronleichnamskirche Aachen)

Impuls zum Mittwoch der 10.Woche im Jahreskreis

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Bild von Paul Wellauer auf Pixabay

Impuls zum Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Wir haben in der heutigen Lesung von einem Streit gehört, besser gesagt – davon, wie dieser Streit zu einem Ende kommt. Aber… worum ging es denn eigentlich dabei? Wenn man nur diesen Ausschnitt liest oder hört, wird einem nicht so ganz klar, worum es denn eigentlich geht.

Wir befinden uns in der Zeit des Königs Ahab, der König des Nordreiches war. Also nach der Zeit Davids und Salomos, als sich das Volk Israel in ein Süd- und ein Nordreich teilte. König Ahab war der Sohn des Omri – auf den manchmal die Bezeichnung Omriden oder Haus Omri als Synonym für das Nordreich zurück geht – im Gegensatz zu den Daviden oder das Haus Davids im Süden. Ahab kommt in der ganzen Königechronik nicht besonders gut weg – wie eigentlich das gesamte Nordreich. Ahab hatte sich mit einer phönizischen Frau vermählt und er hatte neben dem Glauben an den einen Gott Jahwe gleichzeitig auch den Glauben der Kanaaniter gefördert – in den letzten Versen vor unserer heutigen Lesung hören wir davon: „ Elija entgegnete: Nicht ich habe Israel ins Verderben gestürzt, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des Herrn übertreten habt und du den Baalen nachgelaufen bist.“

Der Prophet Elija bringt diese Abkehr zur Entscheidung auf dem Berg Karmel, um mit Gottes Hilfe das abgekehrte Volk Israel wieder zurück zu Gott zu bringen.

Natürlich ist die Art und Weise wie das alles beschrieben wird, heute nicht mehr unsere Art und Weise, Konflikte beizulegen – hoffe ich zumindest. Aber in der Sprache der damaligen Zeit wurde so etwas entscheidendes aufgezeigt, das auch noch heute Gültigkeit hat. Wenn wir uns von Gott abwenden, dann gibt Gott uns nicht auf, sondern versucht uns zurückzuholen. Es ist, wie mit dem Hirten, der dem einen verlorenen Schaf nachgeht, um es zur Herde zurückzubringen.

In diesem Lichte darf man auch das heutige Tagesevangelium sehen. Was damals galt, gilt auch heute. So wie Gott damals im Nordreich seine verlorenen Schafe zurückgeführt hat, so tat es Jesus in seiner Gegenwart und so ist es auch noch heute. Darauf dürfen wir vertrauen, wenn wir morgen zu Fronleichnam feiern, dass Jesus immer präsent ist.

(Impuls aus dem Wortgottesdienst vom 10.06.20 – Fronleichnamskirche Aachen)

Prozession in Bildern (Fronleichnam 2020)

Prozession in Bildern

Das „Fronleichnamsfest“ ist für unsere Gemeinde eines der höchsten Feiertage des Kirchenjahres. Wir feiern an diesem Tag auch unser Patrozinium. Zentrales Element dieser Feier ist die Prozession durch unsere Gemeinde. Hier tragen wir das Schmuckevangeliar und die Monstranz durch die Straßen und zeigen, dass Jesus immer gegenwärtig ist.

In diesem Jahr muss die Prozession leider entfallen, daher haben wir uns überlegt, die Monstranz und das Schmuckevangeliar an verschiedene Orte unserer Gemeinde zu bringen und dort Fotos zu machen. Wir möchten Sie einladen, die Bilder zu betrachten und die Prozession in Bildern und Gedanken zu gehen. An jeder Station haben wir Fürbitten formuliert, die Sie gerne in Ihre Gedanken und Ihr Gebet einschließen können. Diese „Prozession in Bildern“ kann natürlich nicht die eigentliche Prozession ersetzen, wir haben aber die Hoffnung, das wir als Gemeinde so auch mit den verschiedenen Einrichtungen und Menschen verbunden sind – und im nächsten Jahr gehen wir den Weg wieder gemeinsam und vielleicht

1. Station: Fronleichnamskirche

Herr Jesus Christus, an Fronleichnam feiern wir deine immer Währende Präsenz. Beten wir zu Christus, der uns durch sein Wort und das Sakrament der Eucharistie begleitet und Kraft gibt:

– Für die Menschen in unserer Gemeinde und unserem Viertel. Besonders, für jene, die sich einsam und traurig fühlen, um Menschen, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich: Erhöre uns!  

2. Station: Marien-Linde

Herr Jesus Christus, du hast so viele Menschen geheilt und von Ihren Leiden erlöst. Auch heute willst du uns begegnen und unsere Sehnsucht  nach Leben und Gesundheit stillen, darum bitten wir:

Lass alle Kranken, Behinderten und alle, die es schwer haben im Leben, Menschen begegnen, durch die sie deine liebende Zuwendung erfahren dürfen.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich erhöre uns!

Herr Jesus Christus, du bist zu uns Menschen gekommen als einer der dient:

Wir bitten dich besonders für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Gib Ihnen die Kraft, auch in schwierigen Situationen den Menschen beizustehen.  

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns!

3. Station: Grabeskirche

Herr Jesus Christus, du hast die Trauernden Selig gepriesen; auf deinen Trost dürfen wir hoffen.

Wir bitten dich für alle Trauernden, die einen geliebten Menschen verloren haben. Hilf Ihnen, in dieser schweren und dunklen Zeit der Trauer und des Verlustes wieder die Sonne und das Licht sehen zu können. Gib Ihnen treue und sorgende Menschen an die Seite, die Sie in ihrer Trauer stützen und auffangen können.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns!   

Herr Jesus Christus, du bist auferstanden von den Toten und aufgefahren in den Himmel.

Wir bitten dich für die Verstorbenen aus unserer Gemeinde und überall auf der Welt.

Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern die Liebe und die Erinnerung. Lass alle unsere Verstorbenen am himmlischen Mahl teilhaben und in deiner Gnade behütet sein.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns 

4. Station: OT Josefshaus

Herr Jesus Christus, du sagst: Lasst die Kinder zu mir kommen.

Wir bitten dich für die Kinder und Jugendlichen in unserer Gemeinde und überall, dass Sie in Frieden und sorglos aufwachsen können. Gib Ihnen Menschen an Ihre Seite, die Sie in Ihren Belangen ernst nehmen und die Ihnen helfend zur Seite stehen.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns!

Herr Jesus Christus, du bist zu den Familien und zu den ausgegrenzten Menschen gegangen, um bei Ihnen zu sein.

Wir bitten dich für unsere Familien und all die Menschen, die in Nöten sind.

Besonders für die Menschen, die wirtschaftlich schwach oder in Not sind. Für die Menschen, die manchmal nicht mehr wissen, was Sie am nächsten Tag noch Essen können oder wie Sie Miete und Strom bezahlen sollen.

Gib Ihnen den Mut, trotzdem noch zuversichtlich in den nächsten Tag zu schauen und stelle Ihnen hilfsbereite und fürsorgliche Menschen an die Seite.

Jesus, Brot des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns!

Herr Jesus Christus, deine Präsenz erfahren wir immer wieder besonders

durch das Brot des Lebens in der Eucharistiefeier auf die wir nun lange Zeit

verzichten mussten.

Hilf uns, unsere Herzen und Sinne zu öffnen,

damit wir deine Nähe spüren

und sie durch unser Leben für andere Menschen erahnbar machen,

besonders in den alltäglichen Momenten und Begegnungen,

der du lebst und wirkst in alle Ewigkeit.

Amen

Impuls zum Tagesevangelium vom 7. Sonntag der Osterzeit

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Bild von Karl Frank auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom 7. Sonntag der Osterzeit (Joh. 17.1-11a)

„Gott unser Vater – Wir bitten dich: Erhöre uns!“, so beenden wir in den Fürbitten jede einzelne Bitte, die wir formuliert haben – Laut ausgesprochen oder still vorgetragen. Und bei den Fürbitten ändern wir unsere Haltung: Wir stehen. Mit dem Blick auf das Kreuz oder zum Himmel gerichtet, treten wir in ein Zwiegespräch und vertrauen unsere innigsten Wünsche Gott an, verbunden mit der Hoffnung, dass er sie erhöre.

Das heutige Tagesevangelium erinnert uns an diese besondere Form des Bittgebetes, das wir gemeinsam während des Gottesdienstes beten. Auch Jesus ändert seine Haltung: Vor dem heutigen Passus des Johannesevangeliums sprach Jesus zu den Jüngern seine „dritte Abschiedsrede“. Wir sind also mitten beim letzten Abendmahl: Jesus hat den Jüngern die Füße gewaschen und Ihnen in seinen Abschiedsreden verkündet, was passieren wird. Man kann sich diese Szene bildlich vorstellen: Jesus sitzt ein letztes Mal mit seinen Jüngern zusammen und offenbart ihnen, was in den nächsten Stunden passieren wird: Das man ihn verraten wird, dass er verleugnet wird und das er zum Vater gehen wird. Nach dieser Rede an die Jünger steht er auf und wendet sich an Gott seinen Vater. Vielleicht in einem stillen Gebet, das für die Jünger nicht zu hören war. Aber in dieser Szene spürt man einen Wechsel, es ändert sich etwas.

Er vertraut die Seinen seinem Vater an, so wie wir es eben im Fürbittgebet auch tun. Wir vertrauen jene Menschen Gott an, die in besonderen Situationen sind. Im Evangelium endet die Szene mit einer innigen Zusage an die Jünger und an uns: Jesus lässt uns nicht als Waisen zurück, der Heilige Geist wird über uns kommen und uns allezeit begleiten. Und unser Fürbittgebet ist die innige Zusage an alle Menschen in besonderen Situationen, dass wir Sie nicht allein lassen. Das drücken wir durch dieses besondere Zwiegespräch zwischen uns und Gott immer wieder neu aus.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

Impuls zum Tagesevangelium vom Mittwoch der 5. Woche der Osterzeit

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Bild von Vogelfreund auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom Mittwoch der 5. Woche der Osterzeit (Joh. 15,1-8)

„Wo zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Wann immer wir gemeinsam Gottesdienst feiern, wenn wir uns mit Jesu Leben und Wirken auseinandersetzen und seine Worte hören, da ist Jesus unter uns. Das verdeutlicht auch das Gleichnis des heutigen Tagesevangeliums. Gott ist der Winzer, Jesus ist der Weinstock und die Jünger sind die Reben. Das Bild haben die damaligen Hörer dieses Gleichnisses sofort verstanden. Die Vergleiche, die Jesus – bzw. der Evangelist Johannes – nutzt, waren zu ihrer Zeit sehr geläufig. Aber was heißt das denn nun für uns in unserer heutigen Zeit?

Der zentrale Satz ist sicherlich Jesu Wort „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.“ Hier geht es um die Verbindung. Bleibt mit mir in Verbindung, in Kontakt und ich bleibe mit euch im Kontakt.

Es ist ein bisschen wie mit dem Ausspruch: „Aus den Augen-aus dem Sinn“. Die Menschen, zu denen wir nicht regelmäßig Kontakt halten, verschwinden auch irgendwann aus unserem Gedächtnis. Vielleicht fallen sie uns irgendwann wieder ein, aber erstmal sind sie verschwunden. So verstehe ich auch das heutige Evangelium. Wenn wir uns nicht regelmäßig Jesus zuwenden – sei es durch den Gottesdienst, durch ein kurzes Stoß- oder Dankgebet oder durch Gesten der Nächstenliebe, dann verlieren wir den Kontakt, die Verbindung. Wir – die Reben – verdorren, ohne die Verbundenheit zum Weinstock und zum Winzer.

 

Eine stressfreie Restwoche wünscht

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

 

Impuls zum Weltgebetstag für geistliche Berufe

Bredohl

Impuls zum Weltgebetstag für geistliche Berufe (zu Joh.10, 1-10)

Der Impuls findet sich auch auf den Social Media Seiten des Bistums Aachen

 

 

Von Stimmen, einem Hirten und vielen Türen.

Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht,
wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Ich bin sehr klassisch katholisch aufgewachsen. Ich wurde getauft, war Schüler einer katholischen Grundschule, folgerichtig bin ich dann auch zur Erstkommunion gegangen und war danach Messdiener. In der Zeit wollte ich immer Küster werden – weil ich als Priester ja nicht heiraten darf. So war Kirche, Gott und Glaube lange Zeit immer irgendwie auch ein Teil von mir. Um im Bild des Tagesevangeliums zu bleiben: Die Türe war immer präsent und die vertraute Stimme hat mich durch meine Kindheit und frühe Jugend begleitet. Logisch wäre dann auch gewesen, dass sich meine Firmung anschließt, jedoch kam es anders! Besonders durch den frühen Tod eines mir nahestehenden Menschen war für mich klar, ich kann keinem Gott vertrauen, der dieses Leid zulässt. Die Türe habe ich geschlossen und die vertraute Stimme wollte ich nicht mehr hören. Eine Kirche habe ich für lange Zeit nur sehr selten betreten. Es gibt im Leben immer viele Türen, durch die man gehen kann, aber auch Türen, die man verschließt.

Das Leben ging weiter. In den letzten Jahren kam es jedoch immer wieder zu Momenten, in denen ich mich dabei ertappte, dass ich mich über Berufe in der Kirche informierte, meistens im Internet. Das endete oft damit, dass ich mich fragte: „Was soll der Nonsens, hör auf damit!“, aber die Abstände dieses Suchens wurden immer kürzer. Der erste Moment der „Klarheit“ kam dann, als ich auf einer Beerdigung war. Plötzlich war die vertraute Stimme wieder da. Die Lieder, die Atmosphäre, die Liturgie, alles war so vertraut und gab mit Halt.

Es blieben aber dieses Gefühl, etwas mehr machen zu wollen.

Nach einem Besuch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berufungspastoral hat sich dann für mich herauskristallisiert, dass das Diakonat etwas für mich sein könnte. Gerade die Verbindung zwischen einem „weltlichen“ Beruf und einem „kirchlichen Beruf“ hat für mich einen großen Reiz. „Der Diakon mit Zivilberuf ist die Tür zwischen der Welt und der Kirche.“, den Satz hatte ich irgendwo gelesen und das hat mich fasziniert

Ich habe dann für mich entschlossen, ein paar Tage ins Kloster zu gehen, um einmal die Lautstärke des Alltages auszuschalten, um vielleicht genauer auf das hören zu können, was die vertraute Stimme mit sagen möchte. In den paar Tagen von Ruhe und Gebet wurde mir klar, dass es sich richtig anfühlt, diesen Weg zu wagen.

Immer wieder nehme ich mir solche Ruhezeiten, um für mich zu hören, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Berufung ist für mich ein stetiges Hinhören auf die vertraute Stimme.

Es gibt im Leben immer viele Türen, durch die man gehen kann. Es gibt viele Türen, die man verschließen kann. Aber selbst, wenn man Türen verschließt oder verbarrikadiert, die Türen bleiben dennoch da.

Ich möchte euch ermutigen, dem Nachzuspüren, was ihr in euch spürt und euch die Zeit und die Ruhe zu nehmen, die Alltagslautstärke einmal runter zu drehen, um zu hören, was man dann erfahren kann.

 

Ihr/ euer Michael Bredohl

Mehr zum Weltgebetstag für geistliche Berufe: https://www.berufung.org/

Impuls zum Tagesevangelium vom Donnerstag der 3. Osterwoche (Joh.6,44-51)

FB_IMG_1588141999371[6376] Bild: M.Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom Donnerstag der 3. Osterwoche (Joh.6,44-51)

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ein bisschen Wurst muss auch drauf sein.“ Diese – zugegeben etwas provokative – Weisheit sagte mein Opa oft. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie wir als Kinder immer die Augen verdrehten, wenn der Spruch kam. Jetzt kann man sich darüber aufregen, dass ein so tiefgründiges Zitat verunstaltet wird, aber ich sehe das etwas anders.

Ich glaube, dass in diesem Zitat auch viel Wahrheit steckt. Es geht um das kleine bisschen Mehr, dass das Leben schmackhafter macht. Die Wurst auf dem Brot, die Sahne im Kaffee, der Zucker im Tee. Lebensnotwendig ist das nicht, aber es schmeckt einfach besser. Natürlich ist es immer schwierig ein gutes Maß zwischen einer Prise „Mehr“ und Überfluss zu finden. Niemand würde etwas gegen die Wurst auf dem Brot sagen, aber sich einmal bewusst zu machen, was wir wirklich brauchen, fällt in der heutigen Zeit doch schwer.

Im heutigen Tagesevangelium geht es auch um das bisschen „Mehr“. Jesus sorgt sich nicht nur um den existentiellen Hunger – wie wir am Dienstag schon hören durften – er kümmert sich auch um unseren seelischen Hunger. „Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ Es liegt aber auch an uns, an unserem Willen. Wir müssen auch – sinnbildlich – das Brot essen. Ohne unseren Glauben, ohne unser Zutun dürfen wir nicht davon ausgehen, in Ewigkeit leben zu können.

Es geht also nicht nur darum, das Gesetz zu halten, es geht um das „Hier bin ich!“, die Zusage, das ich glaube. Das Brot gibt uns Gott, das bisschen Wurst dazu, muss ich selbst durch mein „Ja“ hinzugeben.

 

Ihr/Euer Michael Bredohl