Impuls zum Mittwoch der 5. Osterwoche

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Impuls zum Mittwoch der 5. Osterwoche (Lesungen)

Einführung:

Ich bin ein Kind der 80er und 90er und natürlich auch mit den entsprechenden Fernsehserien aufgewachsen. Leider – und das war in den 90ern ja auch schon so – wurden viele Serien von Werbung unterbrochen. Damals gab es einen Spot einer größeren Biermarke aus der Eifel, die einen sehr eingängigen Song spielte: „Oh won´t you stay, a little Bit longer“ Jetzt werde ich hier sicher keine Werbung für eine Biermarke machen, aber der Song ist schon sehr einprägsam…. Möchtest du nicht noch ein kleines bisschen bleiben? Es vermittelt so ein Gefühl von einer Gemeinschaft, die nett beisammensitzt und quatscht, bis das einer dann den Anfang macht und aufbricht. Die eben noch gemütliche Stimmung wendet sich in Richtung Aufbruch und Auseinandergehen, „Bleibt doch noch ein bisschen länger…“

Im heutigen Tagesevangelium trägt Jesus uns auf, zu bleiben. Gleich 8mal kommt das Wort „bleibt“ in dem Text vor. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch – nicht nur ein bisschen länger.

Impuls:

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

„Bleibt in mir“ ist heute sicher die zentrale Botschaft des Evangeliums. Aber es ist bei dem Text nicht so besonders einfach, sich auf diese Botschaft zu konzentrieren. So hören und lesen wir auch, dass die Rebe weggeworfen wird, verdorrt oder im Feuer verbrannt wird.

Ziemlich harte Worte, die zum Missverständnis einladen. Meines Erachtens nach geht es hier nämlich nicht um gute und schlechte Früchte – so nach dem Motto – die Traube ist nix, also muss sie verworfen werden. Es geht hier um die Verbindung. Nur die Trauben, die mit dem Weinstock in Verbindung bleiben, können wachsen.

Christ sein kann ich nicht für mich allein. Zum Christsein gehört die Verbundenheit in einer Gemeinschaft, die Verbundenheit im Glauben, die Verbundenheit zu Gott. Ich kann natürlich in meinem Kämmerlein für mich allein meditieren, aber das ist dann eben etwas anderes als „Christ sein“. Und selbst die strengen Orden, die viel Zeit in Einsamkeit verbringen, beten täglich gemeinsam. Und im Stundengebet, selbst wenn ich es zuhause allein bete, bin ich in einer Gemeinschaft von Menschen, die an einem anderen Ort eben dieses Stundengebet beten. Christ sein geht nur, wenn ich Verbunden bleibe. Bleibet in mir, dann bleibe ich in euch. Das hat etwas zutiefst beruhigendes für mich.

Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 05.05. in der Fronleichnamskirche Aachen

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