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die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach spricht von der Weisheit als einer mütterlichen Begleiterin: Sie sucht den Menschen, sie geht mit ihm, sie erzieht und schützt ihn. Weisheit ist dabei nicht nur Wissen, sondern eine Haltung: das Leben aus dem Geist Gottes heraus zu gestalten. Wer sich auf sie einlässt, wird wachsen und reifen. Doch Weisheit ist auch fordernd – sie prüft, erzieht und lässt uns mit Herausforderungen ringen. Sie ruft uns in eine tiefere Beziehung zu Gott und zum Leben.
Das Evangelium zeigt uns eine konkrete Anwendung dieser Weisheit: Die Jünger Jesu stoßen auf jemanden, der in Jesu Namen Dämonen austreibt – und sie wollen es ihm verbieten, weil er nicht zur engeren Gruppe der Jünger gehört. Doch Jesus widerspricht ihnen. „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“ Diese Aussage fordert heraus. Wir neigen dazu, in Grenzen zu denken: „Das gehört zu uns, das nicht.“ Aber Jesus denkt größer. Er sieht das Wirken Gottes auch jenseits der sichtbaren Gemeinschaft seiner Jünger.
Diese Botschaft ist heute aktueller denn je. Gerade in einer Zeit, in der Unterschiede oft betont werden, lädt uns Jesus ein, mit einem weiten Herzen zu sehen. Wer Gutes tut, wer in Jesu Namen handelt, ist Teil des Reiches Gottes – auch wenn er vielleicht anders glaubt oder handelt, als wir es erwarten.
Die Weisheit Gottes lädt uns ein, demütig zu sein und nicht zu vorschnell zu urteilen. Sie lehrt uns, Gottes Wirken zu erkennen, auch wenn es anders erscheint, als wir es gewohnt sind. Sie ruft uns dazu auf, mit offenen Augen und einem weiten Herzen aufeinander zuzugehen.
Bitten wir Gott, dass er uns diese Weisheit schenkt – in unseren Begegnungen, in unseren Entscheidungen und in unserem Glauben.
Amen.