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Impuls zum Tagesevangelium vom 7. Sonntag der Osterzeit (Joh. 17.1-11a)
„Gott unser Vater – Wir bitten dich: Erhöre uns!“, so beenden wir in den Fürbitten jede einzelne Bitte, die wir formuliert haben – Laut ausgesprochen oder still vorgetragen. Und bei den Fürbitten ändern wir unsere Haltung: Wir stehen. Mit dem Blick auf das Kreuz oder zum Himmel gerichtet, treten wir in ein Zwiegespräch und vertrauen unsere innigsten Wünsche Gott an, verbunden mit der Hoffnung, dass er sie erhöre.
Das heutige Tagesevangelium erinnert uns an diese besondere Form des Bittgebetes, das wir gemeinsam während des Gottesdienstes beten. Auch Jesus ändert seine Haltung: Vor dem heutigen Passus des Johannesevangeliums sprach Jesus zu den Jüngern seine „dritte Abschiedsrede“. Wir sind also mitten beim letzten Abendmahl: Jesus hat den Jüngern die Füße gewaschen und Ihnen in seinen Abschiedsreden verkündet, was passieren wird. Man kann sich diese Szene bildlich vorstellen: Jesus sitzt ein letztes Mal mit seinen Jüngern zusammen und offenbart ihnen, was in den nächsten Stunden passieren wird: Das man ihn verraten wird, dass er verleugnet wird und das er zum Vater gehen wird. Nach dieser Rede an die Jünger steht er auf und wendet sich an Gott seinen Vater. Vielleicht in einem stillen Gebet, das für die Jünger nicht zu hören war. Aber in dieser Szene spürt man einen Wechsel, es ändert sich etwas.
Er vertraut die Seinen seinem Vater an, so wie wir es eben im Fürbittgebet auch tun. Wir vertrauen jene Menschen Gott an, die in besonderen Situationen sind. Im Evangelium endet die Szene mit einer innigen Zusage an die Jünger und an uns: Jesus lässt uns nicht als Waisen zurück, der Heilige Geist wird über uns kommen und uns allezeit begleiten. Und unser Fürbittgebet ist die innige Zusage an alle Menschen in besonderen Situationen, dass wir Sie nicht allein lassen. Das drücken wir durch dieses besondere Zwiegespräch zwischen uns und Gott immer wieder neu aus.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag
Ihr/Euer Michael Bredohl


Bild: M.Bredohl




