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Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)
„Der Aufruf, auf den Schrei der Armen zu hören, nimmt in uns menschliche Gestalt an, wenn uns das Leiden anderer zutiefst erschüttert.“ Papst Franziskus.
Im heutigen Tagesevangelium geht es um das Leiden unseres Herrn Jesus Christus in der Fassung des Evangelisten Matthäus. Sie kennen sicher alle den Inhalt, daher möchte ich mich im heutigen Impuls einmal mit einer der Personen beschäftigen, die nur am Rande erwähnt wird: Simon von Kyrene.
„Auf dem Weg trafen Sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.“ Viel erfährt man nicht über diesen Simon, im Markusevangelium heißt es noch, das er vom Felde kam (Mk 15,21). Dieser Simon wird also nicht nur am Rande erwähnt, er durchkreuzt die Passion tatsächlich als einer am Rande, aber dennoch findet er Erwähnung. Ist es nun Zufall, das genau dieser Simon das Kreuz Jesu ein Stück mitträgt? Das glaube ich eigentlich nicht. Sicherlich hat ein solcher Weg Jesu eine Schar von Menschen auf die Strassen und Gassen bewegt. Sicher waren viele andere auch in der Nähe. Ich glaube, Simon war zur richtigen Zeit am richtigen Ort um Jesus mit seinem Kreuz Linderung zu verschaffen. Freilich kann er den Weg, den Jesus gehen muss nicht ändern, aber er macht ihn für einen Moment erträglicher.
Oft geraten wir auch in Situationen, in denen wir einen beschwerlichen Weg gehen müssen. Diesen Weg kann uns auch niemand abnehmen. Aber es gibt auf dem Weg vielleicht einen Simon, der uns den Weg ein wenig erleichtert hat. Jemand, der uns die Last für einen Moment abgenommen hat um durchatmen zu können. Vielleicht erinnern sie sich gerade an einen solchen „Simon“ in ihrem Leben. Oder vielleicht kommen ihnen auch Momente in den Sinn, wo sie ein „Simon“ waren.
Wir können oft nicht die Situationen anderer Menschen ändern, wir können sie „nur“ mildern. Angesichts der großen Armut, der Vereinsamung von Menschen, im Lichte von Krieg und Gewalt können wir aber „Simon“ sein.
Vielleicht ist das auch die Intention der verschiedenen Evangelisten gewesen, diesen Simon zu erwähnen. Er verändert nicht den Lauf der Dinge, aber er verändert die Sicht. In Zeiten von „Make America great again“ möchte man entgegnen „Make „Simon“ great again!“
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen sonnigen und gesegneten Palmsonntag. Bleiben Sie gesund!
Ihr/Euer Michael Bredohl