Impuls zum Tagesevangelium vom Samstag der Osteroktav (Mk.16,9-15)

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Bild von Albrecht Fietz auf Pixabay

 

 

Impuls zum Tagesevangelium vom Samstag der Osteroktav  (Mk.16,9-15)

„Es läuten alle Glocken, sie läuten nah und fern. Sie rufen und zur Kirche, wir Kinder kommen gern. Gott liebt die Kinder, er lädt uns alle ein. Gott liebt die Kinder, wir wollen bei ihm sein“

Das Lied haben wir in meiner Grundschulzeit immer zum Beginn des wöchentlichen Schulgottesdienstes gesungen und irgendwie ist mir das Lied noch über 30 Jahre später präsent. Vielerorts läuten die Glocken zu bestimmten Zeiten: 3x am Tag erinnern sie uns im Angelusläuten an die frohe Botschaft, die Maria vom Engel des Herrn empfangen hat.  Sie rufen uns in normalen Zeiten zum gemeinsamen Gottesdienst. Auch zu besonderen Anlässen wird geläutet – zum Jahreswechsel, wenn wir einen neuen Papst haben oder zu außergewöhnlichen Anlässen – so im Moment abends um 19:30 als Zeichen der Gemeinschaft. Auf dem letzten Weg eines Menschen läutet oft die „Totenglocke“ und das feierliche „Gloria“ in der Osternacht, wäre ohne Vollgeläut vermutlich auch nicht denkbar.

Das bringt mich zum heutigen Tagesevangelium, oder eher zum letzten Satz des Tagesevangeliums: „Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ Oft sind unsere Tage von Terminen oder Aufgaben durchgetaktet oder wir genießen Zeit in Ruhe und „Nichtstun“. In beiden Fällen erinnert uns das Läuten daran, das Gott mit uns ist und uns begleitet und das wir unseren Alltag kurz unterbrechen, uns dessen bewusst zu werden. Gott kann im Alltag schon einmal in den Hintergrund treten, das regelmäßige Läuten erinnert uns daran, das Gott uns liebt und uns alle einlädt:“ Hinaus in die Welt zu gehen und das Evangelium zu verkünden.“

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

Impuls zum Tagesevangelium vom Dienstag der Osteroktav (Mt.28,8-15)

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Bild von Balog Krisztina auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom Dienstag der Osteroktav (Mt.28,8-15)

 

 

Zurück in den Alltag?!?

In den Diskussionen über die Ostertage war oft die Rede von der sogenannten Exit-Strategie. Wie kommen wir am sinnvollsten wieder zurück in den Alltag, wie kann ein sicherer Austieg aus den Kontaktverboten geschehen, ohne Menschen zu gefährden? Hier muss natürlich gut abgewogen werden, zwischen dem notwendigen Schutz für die Gesundheit und den unausweichlichen Folgen für die Seele, die eine solche Kontaktsperre mit sich bringt. Es wird nicht leicht werden, einen guten Weg in den Alltag zu finden.

Eine ganz andere Art des „Zurück in den Alltag“ erzählt uns das heutige Tagesevangelium: Die Tage der Osteroktav sind geprägt von den Berichten der Auferstehung Jesu und des weiteren Weges der Jünger:innen in dieser so verwirrenden und unglaublichen Situation. Wir haben gestern von den Emmaus-Jüngern gehört und gelesen, heute sind es „die Frauen“, die bei der Verbreitung der frohen Botschaft eine zentrale Rolle spielen. Der für mich entscheidende Satz ist jener, den Jesus selbst zu den Frauen sagt :“ Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.“ Jesus schickt also die Frauen los, die frohe Botschaft zu verbreiten und die Jünger nach Galiläa zu schicken, also zurück an den Ort, der so zentral für Jesu Wirken ist – also im entferntesten Sinne ein Zurück in den Alltag.

Geht zurück in euren Alltag, in eure Erinnerung. Tut das, was wir immer gemeinsam getan haben und ihr werdet mich wiedersehen. Wie das Evangelium von den Emmaus-Jüngern, so gibt uns auch das heutige Evangelium zum Auftrag, Jesus in dem zu erkennen, was er immer getan hat. In Taten der Nächstenliebe, im Brot brechen, in der Sorge um die Menschen am Rande der Gesellschaft und in der Gemeinschaft – auch wenn diese gerade auf Distanz stattfindet.

„Tut dies` zu meinem Gedächtnis“ – Erinnert euch an mich und meine Taten und ihr werdet mich wiedersehen.

 

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom Ostermontag.

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Bild von Colin Behrens auf Pixabay

 

 

„Das hatte ich mir alles anders vorgestellt!“

Das Leben ist voll von Enttäuschungen und Rückschlägen – kleine und große… Man geht seinen Weg und plötzlich wird er von Ereignissen durchkreuzt und alles wird auf den Kopf gestellt. Das kann eine verhauene Klausur sein, ein enttäuschender Konzertbesuch oder das mein Fußballverein das letzte Spiel verloren hat. Das können auch Verluste durch den Tod eines nahen Angehörigen sein oder existenzielle Ängste, die momentan viele Menschen plagen, die von Kurzarbeit oder betriebsbedingten Kündigungen betroffen sind. Wie geht es weiter? Wie soll ich je wieder auf den Weg kommen?
Ostern 2020 wird noch sehr lange mit COVID-19 und den Beschränkungen verbunden und im Gedächtnis bleiben. Für mich und meine Familie ist dieser Ostermontag eng mit Trauer verbunden. Vom Feuer der Osternacht bleibt für den Augenblick nur die Asche. Aber vielleicht erlaubt das auch einen anderen Blick auf das heutige Tagesevangelium, das von den Emmaus-Jüngern erzählt.
Die zwei Jünger, von denen erzählt wird, sind auf dem Weg nach Emmaus. Auf diesem Weg wird ihnen sicher einiges durch den Kopf gehen. Sie sind vermutlich voller Trauer und versuchen, das Geschehene für sich einzusortieren. Ich bin an dieser Stelle erinnert an Jesu Worte am Kreuz: „Eloï, Eloï, lema sabachtani“- „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Vielleicht haben die Jünger genau diese Worte auch gedacht und gefühlt: „Meister, warum hast du uns verlassen?“
Auf dem weiteren Weg werden die Jünger von einem „Fremden“ begleitet und ihm erzählen sie von ihrem Leid, ihrer Trauer. Später werden sie erkennen, dass Jesus sie in ihrer schwersten Stunde begleitet hat und den Weg mit ihnen gegangen ist.

In diesem Ostermontag liegt viel Karfreitag. Die Worte Jesu am Kreuz, die die Jünger auf dem Weg nach Emmaus begleiten und Jesus – der wie Simon von Kyrene – den Weg mit-geht und das Kreuz der Jünger ein Stück mitträgt. Und so macht das heutige Tagesevangelium auch Mut – Mut in den „Karfreitagen des Lebens“ trotzdem das Ostern zu sehen. Auch wenn wir uns manchmal so fühlen, das Gott uns verlassen hat – er schickt uns sich selbst, um das Kreuz mit uns zu tragen.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht,

Ihr/Euer Michael Bredohl

zum Karsamstag

„Die Töne sind verklungen
Wie ein letzter Atemzug
Es wird so kalt
Die Sonne ist versunken
Doch die Erde ist noch warm
Und ein alter Baum
Vom Sturm gefüllt
Lebt in jedem Blatt weiter
Die Welle, die am Strand zerschellt
Schenkt ihre Kraft dem Meer

Vorbei, verklungen und verschwunden
Vom Wind verweht ist jedes Wort
Ich weiß, die Töne sind verklungen
Doch das Lied stirbt nie
Es klingt ewig fort“

(Songwriter: Peter Maffay / Gregor Rottschalk / Peter Zentner Songtext von Die Töne sind verklungen © Universal Music Publishing Group)

zum Karfreitag

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„Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ In seinem schwächsten Moment ist Jesus ganz Mensch. Er heilt Kranke, er vermehrt das Brot, er erweckt Tote. Seine Wundertaten sind bekannt. Und nun gibt er sich ganz dem Vater hin. In seinem schwächsten Moment weiß er um seine Menschlichkeit, er kann den Menschen, die ihm das gerade antun nicht vergeben. Aber er vergisst diese Menschen nicht. Er bittet den allmächtigen Vater ihnen zu vergeben, an seiner Stelle.

Dein Kreuz, o Herr verehren wir, / und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: / Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes / kam Freude in alle Welt

Mein Volk, was habe ich dir getan, womit habe ich dich betrübt? Antworte mir.

Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste.

Ich habe dich mit Manna gespeist und dich hineingeführt in das Land der Verheißung.

Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

Was hätte ich dir mehr tun sollen und tat es nicht?

Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich, du aber brachtest mir bittere Trauben,

du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt

 und mit der Lanze deinem Erlöser die Seite durchstoßen.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

O heilges Kreuz, sei uns

gegrüßt, /

du einzge Hoffnung

dieser Welt! /

Den Treuen

schenke neue Kraft /

den Sündern tilge alle Schuld.“

Fotos: M.Bredohl ; Idee: A.Krahn/U.Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

zur Ölbergstunde

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Foto: M.Bredohl ; Idee: A.Krahn/U.Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zur Ölbergnacht:

Bleibet hier und wachet mit mir:

In manch einsamer Stunde mögen wir schon gebetet haben „Herr, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.“ Vielleicht stehen wir vor einer großen persönlichen Prüfung, vielleicht brauchen wir allen Mut und Stärke für den nächsten Tag. Vielleicht sorgen wir uns um die nächsten Tage und Wochen.

Viele unserer eigenen und persönlichen Sorgen tragen wir alleine und in Stille vor Gott. Und auch Jesus trägt seine Bitten allein vor seinen Vater, da er darum weiß, dass er diesen Weg allein gehen muss. Und doch weiß er seine engsten Begleiter in seiner Nähe, in seinem Rücken.

Auch wenn wir in dieser Situation für uns allein beten, wissen wir um unsere Gebetsgemeinschaft in der Nähe.

zum Gründonnerstag

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Foto: M. Bredohl ; Idee: A.Krahn/U. Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Gründonnerstag:

„… Das ist heute!“

Heute ist der Tag, an dem du dich niedrig gemacht hast, um uns die Füße zu waschen. Du bist nicht gekommen, um dir dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Wenn ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, / müsst auch ihr einander die Füße waschen.

Heute ist der Tag, an dem du uns die Zeichen der Liebe und der Versöhnung geschenkt hast.

Ein neues Gebot gebe ich euch: „Liebt einander!“ / Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.

Heute ist der Tag, an dem du uns aufgetragen hast, Hoffnung für alle Notleidenden zu sein.

Jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: / am größten unter ihnen ist die Liebe.

Heute ist der Tag, an dem du uns Brot und Wein als Zeichen deiner immerwährenden Präsenz gegeben hast.

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Sooft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt,
tut es zum Gedenken an mich – so spricht der Herr.

Impuls zum Tagesevangelium vom Montag der Karwoche (Joh.12, 1-11)

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Bild von silviarita auf Pixabay

„Beten heißt nicht viel reden, sondern viel lieben.“

An diese Worte der Therese von Lisieux war ich beim heutigen Tagesevangelium erinnert.
Jesus ist im Hause des Lazarus zu Gast und man bereitete ihm ein Mahl. Man kann sich sicher vorstellen, das es hier ein großes Mahl mit vielen Menschen gegeben haben muss.
Sicherlich – wie bei solchen Treffen üblich – wird viel geredet und erzählt, getrunken und gegessen. Dieses „gemütliche“, vielleicht sorglose Miteinander durchbricht Maria. Nicht mit großen Worten, sondern mit einer Aktion der Liebe.
Maria ist hier diejenige, die ahnt, wie Jesu Weg weitergeht – ja, wie er enden wird. Und Jesus lässt uns erblicken, was ihn erwartet.
Der heutige Text zieht uns hinein in das Leiden Jesu, in die Woche der Passion. Sie beginnt mit einer Tat der Liebe durch Maria an Jesus und endet mit der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Der kindliche Glauben der Therese von Lisieux – ich möchte lieber vorbehaltlos sagen – lässt mich immer wieder aufs neue erstaunen. Wie Maria – ruhig und still – ging sie ihren Weg des Glaubens, den Weg der Liebe.
Es sind nicht die großen ausgefeilten Reden an Gott, sondern die vorbehaltlose Liebe und die liebevollen Taten die von Bedeutung sind.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen/euch

Michael Bredohl

Zur Karwoche:

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Bild von Andrea Don auf Pixabay

Zur Karwoche nur ein Bild und ein kurzer Text:

„Was du Herr, hast erduldet, / ist alles meine Last; / ich, ich hab es verschuldet, / was du getragen hast. / Schau her, hier steh ich Armer, / der Zorn verdienet hat; / gib mir, o mein Erbarmer, / den Anblick deiner Gnad.“

aus Gotteslob 289, 4 (T: Paul Gerhardt 1656 nach „Salve, caput cruentatum“ des Arnulf von Löwen vor 1250, M: Hans Leo Haßler 1601/Brieg nach 1601)

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

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Bild von José Manuel de Laá auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

„Der Aufruf, auf den Schrei der Armen zu hören, nimmt in uns menschliche Gestalt an, wenn uns das Leiden anderer zutiefst erschüttert.“ Papst Franziskus.

Im heutigen Tagesevangelium geht es um das Leiden unseres Herrn Jesus Christus in der Fassung des Evangelisten Matthäus. Sie kennen sicher alle den Inhalt, daher möchte ich mich im heutigen Impuls einmal mit einer der Personen beschäftigen, die nur am Rande erwähnt wird: Simon von Kyrene.

„Auf dem Weg trafen Sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.“ Viel erfährt man nicht über diesen Simon, im Markusevangelium heißt es noch, das er vom Felde kam (Mk 15,21). Dieser Simon wird also nicht nur am Rande erwähnt, er durchkreuzt die Passion tatsächlich als einer am Rande, aber dennoch findet er Erwähnung. Ist es nun Zufall, das genau dieser Simon das Kreuz Jesu ein Stück mitträgt? Das glaube ich eigentlich nicht. Sicherlich hat ein solcher Weg Jesu eine Schar von Menschen auf die Strassen und Gassen bewegt. Sicher waren viele andere auch in der Nähe. Ich glaube, Simon war zur richtigen Zeit am richtigen Ort um Jesus mit seinem Kreuz Linderung zu verschaffen. Freilich kann er den Weg, den Jesus gehen muss nicht ändern, aber er macht ihn für einen Moment erträglicher.

Oft geraten wir auch in Situationen, in denen wir einen beschwerlichen Weg gehen müssen. Diesen Weg kann uns auch niemand abnehmen. Aber es gibt auf dem Weg vielleicht einen Simon, der uns den Weg ein wenig erleichtert hat. Jemand, der uns die Last für einen Moment abgenommen hat um durchatmen zu können. Vielleicht erinnern sie sich gerade an einen solchen „Simon“ in ihrem Leben. Oder vielleicht kommen ihnen auch Momente in den Sinn, wo sie ein „Simon“ waren.

Wir können oft nicht die Situationen anderer Menschen ändern, wir können sie „nur“ mildern. Angesichts der großen Armut, der Vereinsamung von Menschen, im Lichte von Krieg und Gewalt können wir aber „Simon“ sein.

Vielleicht ist das auch die Intention der verschiedenen Evangelisten gewesen, diesen Simon zu erwähnen. Er verändert nicht den Lauf der Dinge, aber er verändert die Sicht. In Zeiten von „Make America great again“ möchte man entgegnen „Make „Simon“ great again!“

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen sonnigen und gesegneten Palmsonntag. Bleiben Sie gesund!

Ihr/Euer Michael Bredohl