zum Karsamstag

„Die Töne sind verklungen
Wie ein letzter Atemzug
Es wird so kalt
Die Sonne ist versunken
Doch die Erde ist noch warm
Und ein alter Baum
Vom Sturm gefüllt
Lebt in jedem Blatt weiter
Die Welle, die am Strand zerschellt
Schenkt ihre Kraft dem Meer

Vorbei, verklungen und verschwunden
Vom Wind verweht ist jedes Wort
Ich weiß, die Töne sind verklungen
Doch das Lied stirbt nie
Es klingt ewig fort“

(Songwriter: Peter Maffay / Gregor Rottschalk / Peter Zentner Songtext von Die Töne sind verklungen © Universal Music Publishing Group)

zum Karfreitag

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„Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ In seinem schwächsten Moment ist Jesus ganz Mensch. Er heilt Kranke, er vermehrt das Brot, er erweckt Tote. Seine Wundertaten sind bekannt. Und nun gibt er sich ganz dem Vater hin. In seinem schwächsten Moment weiß er um seine Menschlichkeit, er kann den Menschen, die ihm das gerade antun nicht vergeben. Aber er vergisst diese Menschen nicht. Er bittet den allmächtigen Vater ihnen zu vergeben, an seiner Stelle.

Dein Kreuz, o Herr verehren wir, / und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: / Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes / kam Freude in alle Welt

Mein Volk, was habe ich dir getan, womit habe ich dich betrübt? Antworte mir.

Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste.

Ich habe dich mit Manna gespeist und dich hineingeführt in das Land der Verheißung.

Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

Was hätte ich dir mehr tun sollen und tat es nicht?

Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich, du aber brachtest mir bittere Trauben,

du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt

 und mit der Lanze deinem Erlöser die Seite durchstoßen.

Heiliger Gott

Heiliger, starker Gott

Heiliger, starker, unsterblicher Gott.

Erbarme dich unser!

O heilges Kreuz, sei uns

gegrüßt, /

du einzge Hoffnung

dieser Welt! /

Den Treuen

schenke neue Kraft /

den Sündern tilge alle Schuld.“

Fotos: M.Bredohl ; Idee: A.Krahn/U.Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

zur Ölbergstunde

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Foto: M.Bredohl ; Idee: A.Krahn/U.Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zur Ölbergnacht:

Bleibet hier und wachet mit mir:

In manch einsamer Stunde mögen wir schon gebetet haben „Herr, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.“ Vielleicht stehen wir vor einer großen persönlichen Prüfung, vielleicht brauchen wir allen Mut und Stärke für den nächsten Tag. Vielleicht sorgen wir uns um die nächsten Tage und Wochen.

Viele unserer eigenen und persönlichen Sorgen tragen wir alleine und in Stille vor Gott. Und auch Jesus trägt seine Bitten allein vor seinen Vater, da er darum weiß, dass er diesen Weg allein gehen muss. Und doch weiß er seine engsten Begleiter in seiner Nähe, in seinem Rücken.

Auch wenn wir in dieser Situation für uns allein beten, wissen wir um unsere Gebetsgemeinschaft in der Nähe.

zum Gründonnerstag

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Foto: M. Bredohl ; Idee: A.Krahn/U. Theißen – Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Gründonnerstag:

„… Das ist heute!“

Heute ist der Tag, an dem du dich niedrig gemacht hast, um uns die Füße zu waschen. Du bist nicht gekommen, um dir dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Wenn ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, / müsst auch ihr einander die Füße waschen.

Heute ist der Tag, an dem du uns die Zeichen der Liebe und der Versöhnung geschenkt hast.

Ein neues Gebot gebe ich euch: „Liebt einander!“ / Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.

Heute ist der Tag, an dem du uns aufgetragen hast, Hoffnung für alle Notleidenden zu sein.

Jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: / am größten unter ihnen ist die Liebe.

Heute ist der Tag, an dem du uns Brot und Wein als Zeichen deiner immerwährenden Präsenz gegeben hast.

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Sooft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt,
tut es zum Gedenken an mich – so spricht der Herr.

Impuls zum Tagesevangelium vom Montag der Karwoche (Joh.12, 1-11)

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Bild von silviarita auf Pixabay

„Beten heißt nicht viel reden, sondern viel lieben.“

An diese Worte der Therese von Lisieux war ich beim heutigen Tagesevangelium erinnert.
Jesus ist im Hause des Lazarus zu Gast und man bereitete ihm ein Mahl. Man kann sich sicher vorstellen, das es hier ein großes Mahl mit vielen Menschen gegeben haben muss.
Sicherlich – wie bei solchen Treffen üblich – wird viel geredet und erzählt, getrunken und gegessen. Dieses „gemütliche“, vielleicht sorglose Miteinander durchbricht Maria. Nicht mit großen Worten, sondern mit einer Aktion der Liebe.
Maria ist hier diejenige, die ahnt, wie Jesu Weg weitergeht – ja, wie er enden wird. Und Jesus lässt uns erblicken, was ihn erwartet.
Der heutige Text zieht uns hinein in das Leiden Jesu, in die Woche der Passion. Sie beginnt mit einer Tat der Liebe durch Maria an Jesus und endet mit der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Der kindliche Glauben der Therese von Lisieux – ich möchte lieber vorbehaltlos sagen – lässt mich immer wieder aufs neue erstaunen. Wie Maria – ruhig und still – ging sie ihren Weg des Glaubens, den Weg der Liebe.
Es sind nicht die großen ausgefeilten Reden an Gott, sondern die vorbehaltlose Liebe und die liebevollen Taten die von Bedeutung sind.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen/euch

Michael Bredohl

Zur Karwoche:

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Bild von Andrea Don auf Pixabay

Zur Karwoche nur ein Bild und ein kurzer Text:

„Was du Herr, hast erduldet, / ist alles meine Last; / ich, ich hab es verschuldet, / was du getragen hast. / Schau her, hier steh ich Armer, / der Zorn verdienet hat; / gib mir, o mein Erbarmer, / den Anblick deiner Gnad.“

aus Gotteslob 289, 4 (T: Paul Gerhardt 1656 nach „Salve, caput cruentatum“ des Arnulf von Löwen vor 1250, M: Hans Leo Haßler 1601/Brieg nach 1601)

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

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Bild von José Manuel de Laá auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

„Der Aufruf, auf den Schrei der Armen zu hören, nimmt in uns menschliche Gestalt an, wenn uns das Leiden anderer zutiefst erschüttert.“ Papst Franziskus.

Im heutigen Tagesevangelium geht es um das Leiden unseres Herrn Jesus Christus in der Fassung des Evangelisten Matthäus. Sie kennen sicher alle den Inhalt, daher möchte ich mich im heutigen Impuls einmal mit einer der Personen beschäftigen, die nur am Rande erwähnt wird: Simon von Kyrene.

„Auf dem Weg trafen Sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.“ Viel erfährt man nicht über diesen Simon, im Markusevangelium heißt es noch, das er vom Felde kam (Mk 15,21). Dieser Simon wird also nicht nur am Rande erwähnt, er durchkreuzt die Passion tatsächlich als einer am Rande, aber dennoch findet er Erwähnung. Ist es nun Zufall, das genau dieser Simon das Kreuz Jesu ein Stück mitträgt? Das glaube ich eigentlich nicht. Sicherlich hat ein solcher Weg Jesu eine Schar von Menschen auf die Strassen und Gassen bewegt. Sicher waren viele andere auch in der Nähe. Ich glaube, Simon war zur richtigen Zeit am richtigen Ort um Jesus mit seinem Kreuz Linderung zu verschaffen. Freilich kann er den Weg, den Jesus gehen muss nicht ändern, aber er macht ihn für einen Moment erträglicher.

Oft geraten wir auch in Situationen, in denen wir einen beschwerlichen Weg gehen müssen. Diesen Weg kann uns auch niemand abnehmen. Aber es gibt auf dem Weg vielleicht einen Simon, der uns den Weg ein wenig erleichtert hat. Jemand, der uns die Last für einen Moment abgenommen hat um durchatmen zu können. Vielleicht erinnern sie sich gerade an einen solchen „Simon“ in ihrem Leben. Oder vielleicht kommen ihnen auch Momente in den Sinn, wo sie ein „Simon“ waren.

Wir können oft nicht die Situationen anderer Menschen ändern, wir können sie „nur“ mildern. Angesichts der großen Armut, der Vereinsamung von Menschen, im Lichte von Krieg und Gewalt können wir aber „Simon“ sein.

Vielleicht ist das auch die Intention der verschiedenen Evangelisten gewesen, diesen Simon zu erwähnen. Er verändert nicht den Lauf der Dinge, aber er verändert die Sicht. In Zeiten von „Make America great again“ möchte man entgegnen „Make „Simon“ great again!“

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen sonnigen und gesegneten Palmsonntag. Bleiben Sie gesund!

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

 

Impuls zum Tagesevangelium vom 04.04. (Joh.11,45-57)

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Bild von egfriday auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom 04.04. (Joh.11,45-57)

Unus pro omnibus, omnes pro uno  – Einer für alle, alle für einen.

Den Wahlspruch der drei Musketiere kennen Sie sicher. Geht man jetzt hin und befragt das Internet zur Herkunft das Satzes, so werden einem gleich zwei mögliche Stellen der Bibel benannt. Einmal wird auf den Apostel Paulus verwiesen, der beschreibt das Jesus Christus für uns Menschen den Tod am Kreuz starb. Er ging diesen Weg als „Einer für Alle“. Ein anderes Mal wird auf das heutige Tagesevangelium verwiesen. Der Hohepriester Kajaphas erklärt, dass es „…besser für euch ist,wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“ – Einer stirbt, für Alle“

Eine dritte Stelle könnten wir auch in den Einsetzungsworten erkennen: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“ – Mein Blut – für euch und für Alle.

Heute wird dieser Wahlspruch häufig zur Motivation in einer Gruppe oder im Team genutzt: Wir gehören zusammen und jeder Einzelne unterstützt die Gruppe; die Gruppe unterstützt den Einzelnen. Aber das greift mir nicht weit genug, denn dann gilt diese Solidarität ja nur innerhalb einer geschlossenen Gruppe. Gerade in den Einsetzungsworten wird deutlich, dass es nicht nur um uns als geschlossene Gruppe, sondern um wirklich alle geht. Wirkliche Solidarität endet nicht am Rand meines eigenen Suppentellers.

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

 

Impuls zu Tagesevangelium vom 03.04. (Joh.10,31-42)

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Bild von PDPhotos auf Pixabay

Impuls zu Tagesevangelium vom 03.04. (Joh.10,31-42)

Zum heutigen Tagesevangelium habe ich dieses Bild der kleinen Pflanze am Felsen gewählt.

Warum? Die Pflanze setzt sich hartnäckig durch und wächst, obwohl es auf diesem Felsen scheinbar gar nicht möglich ist, zu wachsen. Das weiß die Pflanze natürlich nicht…. Sie wächst einfach.

Dinge als „Unmöglich“ einzuschätzen ist etwas, das nur wir Menschen können. Das ist ja oftmals gut, manchmal aber auch einschränkend und hemmend.
Das passt eigentlich auch sehr gut auf das heutige Tagesevangelium. Jesus ist hier abermals in ein Streitgespräch verwickelt und kann sich nur knapp der Festnahme entziehen. Dabei haben seine Gegner wohl schon seine Werke erkannt – zumindest wollen sie ihn nicht deswegen steinigen. Aber sie erkennen nicht, wer Jesus zu den Menschen gesandt hat. Das ist ja auch nur schwer zu verstehen. Viele sagen, das ist unmöglich, das kann ich nicht glauben!

Die Pflanze weiß nicht, das sie dort eigentlich nicht wachsen kann – sie tut es einfach. Und so ist es bei mir auch mit dem Glauben. Manches kann ich nicht erklären, manches ist vielleicht auch – aus rein menschlicher Logik – unmöglich. Aber: Ich glaube es.

Und im Tagesevangelium zeigt uns Jesus noch etwas: Er gibt nicht auf, er bleibt weiter hartnäckig. An Jesu Stelle hätte ich vermutlich schon lange gesagt, das ist sinnlos, ich gebe diese Menschen auf.!
„Wer nicht will, der hat schon!“ Aber so ist ER nicht. ER wendet sich uns Menschen immer wieder zu. Egal wie hartnäckig wir uns abwenden.

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 02.04. (Joh.8,51-59)

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom 02.04. (Joh.8,51-59)

„Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“

In den ganzen letzten Tagen haben wir von Jesu Streitgesprächen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern gelesen und gehört. Zum Beginn des 8. Kapitels des Johannesevangeliums soll die Ehebrecherin gesteinigt werden und der heutige Abschnitt endet damit, das Jesus sich selbst vor geworfenen Steinen in Sicherheit bringen muss. In dieser sich zuspitzenden Streitsituation wirft Jesus alle Argumente in eine Waagschale. Er bezieht sich auf Abraham und gibt zu erkennen, das er schon war, ehe Abraham wurde. Doch auch auf dieses Argument hören seine Gegner nicht mehr.

Jesus betont hier sehr klar die Wurzeln. Er stellt sich selber – und somit auch uns heutigen Christen – in die Tradition Abrahams, also in eine Tradition auf die sich gleichermaßen Juden, Christen und Muslime berufen. Wenn wir aus diesem Wort Jesu für die aktuelle Situation etwas aufgreifen können, dann, das wir füreinander da sind, unabhängig von der Religion, unabhängig vom Alter und unabhängig vom Einkommen. Oder um es mit den „Bläck Fööss“ zu sagen: „Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist,mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich.“

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund.

Ihr/Euer Michael Bredohl