Impuls zum Tagesevangelium vom Montag der Karwoche (Joh.12, 1-11)

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Bild von silviarita auf Pixabay

„Beten heißt nicht viel reden, sondern viel lieben.“

An diese Worte der Therese von Lisieux war ich beim heutigen Tagesevangelium erinnert.
Jesus ist im Hause des Lazarus zu Gast und man bereitete ihm ein Mahl. Man kann sich sicher vorstellen, das es hier ein großes Mahl mit vielen Menschen gegeben haben muss.
Sicherlich – wie bei solchen Treffen üblich – wird viel geredet und erzählt, getrunken und gegessen. Dieses „gemütliche“, vielleicht sorglose Miteinander durchbricht Maria. Nicht mit großen Worten, sondern mit einer Aktion der Liebe.
Maria ist hier diejenige, die ahnt, wie Jesu Weg weitergeht – ja, wie er enden wird. Und Jesus lässt uns erblicken, was ihn erwartet.
Der heutige Text zieht uns hinein in das Leiden Jesu, in die Woche der Passion. Sie beginnt mit einer Tat der Liebe durch Maria an Jesus und endet mit der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Der kindliche Glauben der Therese von Lisieux – ich möchte lieber vorbehaltlos sagen – lässt mich immer wieder aufs neue erstaunen. Wie Maria – ruhig und still – ging sie ihren Weg des Glaubens, den Weg der Liebe.
Es sind nicht die großen ausgefeilten Reden an Gott, sondern die vorbehaltlose Liebe und die liebevollen Taten die von Bedeutung sind.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen/euch

Michael Bredohl

Zur Karwoche:

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Bild von Andrea Don auf Pixabay

Zur Karwoche nur ein Bild und ein kurzer Text:

„Was du Herr, hast erduldet, / ist alles meine Last; / ich, ich hab es verschuldet, / was du getragen hast. / Schau her, hier steh ich Armer, / der Zorn verdienet hat; / gib mir, o mein Erbarmer, / den Anblick deiner Gnad.“

aus Gotteslob 289, 4 (T: Paul Gerhardt 1656 nach „Salve, caput cruentatum“ des Arnulf von Löwen vor 1250, M: Hans Leo Haßler 1601/Brieg nach 1601)

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

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Bild von José Manuel de Laá auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom Palmsonntag (Mt.26,14-27,66)

„Der Aufruf, auf den Schrei der Armen zu hören, nimmt in uns menschliche Gestalt an, wenn uns das Leiden anderer zutiefst erschüttert.“ Papst Franziskus.

Im heutigen Tagesevangelium geht es um das Leiden unseres Herrn Jesus Christus in der Fassung des Evangelisten Matthäus. Sie kennen sicher alle den Inhalt, daher möchte ich mich im heutigen Impuls einmal mit einer der Personen beschäftigen, die nur am Rande erwähnt wird: Simon von Kyrene.

„Auf dem Weg trafen Sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.“ Viel erfährt man nicht über diesen Simon, im Markusevangelium heißt es noch, das er vom Felde kam (Mk 15,21). Dieser Simon wird also nicht nur am Rande erwähnt, er durchkreuzt die Passion tatsächlich als einer am Rande, aber dennoch findet er Erwähnung. Ist es nun Zufall, das genau dieser Simon das Kreuz Jesu ein Stück mitträgt? Das glaube ich eigentlich nicht. Sicherlich hat ein solcher Weg Jesu eine Schar von Menschen auf die Strassen und Gassen bewegt. Sicher waren viele andere auch in der Nähe. Ich glaube, Simon war zur richtigen Zeit am richtigen Ort um Jesus mit seinem Kreuz Linderung zu verschaffen. Freilich kann er den Weg, den Jesus gehen muss nicht ändern, aber er macht ihn für einen Moment erträglicher.

Oft geraten wir auch in Situationen, in denen wir einen beschwerlichen Weg gehen müssen. Diesen Weg kann uns auch niemand abnehmen. Aber es gibt auf dem Weg vielleicht einen Simon, der uns den Weg ein wenig erleichtert hat. Jemand, der uns die Last für einen Moment abgenommen hat um durchatmen zu können. Vielleicht erinnern sie sich gerade an einen solchen „Simon“ in ihrem Leben. Oder vielleicht kommen ihnen auch Momente in den Sinn, wo sie ein „Simon“ waren.

Wir können oft nicht die Situationen anderer Menschen ändern, wir können sie „nur“ mildern. Angesichts der großen Armut, der Vereinsamung von Menschen, im Lichte von Krieg und Gewalt können wir aber „Simon“ sein.

Vielleicht ist das auch die Intention der verschiedenen Evangelisten gewesen, diesen Simon zu erwähnen. Er verändert nicht den Lauf der Dinge, aber er verändert die Sicht. In Zeiten von „Make America great again“ möchte man entgegnen „Make „Simon“ great again!“

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen sonnigen und gesegneten Palmsonntag. Bleiben Sie gesund!

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

 

Impuls zum Tagesevangelium vom 04.04. (Joh.11,45-57)

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Bild von egfriday auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom 04.04. (Joh.11,45-57)

Unus pro omnibus, omnes pro uno  – Einer für alle, alle für einen.

Den Wahlspruch der drei Musketiere kennen Sie sicher. Geht man jetzt hin und befragt das Internet zur Herkunft das Satzes, so werden einem gleich zwei mögliche Stellen der Bibel benannt. Einmal wird auf den Apostel Paulus verwiesen, der beschreibt das Jesus Christus für uns Menschen den Tod am Kreuz starb. Er ging diesen Weg als „Einer für Alle“. Ein anderes Mal wird auf das heutige Tagesevangelium verwiesen. Der Hohepriester Kajaphas erklärt, dass es „…besser für euch ist,wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“ – Einer stirbt, für Alle“

Eine dritte Stelle könnten wir auch in den Einsetzungsworten erkennen: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung der Sünden“ – Mein Blut – für euch und für Alle.

Heute wird dieser Wahlspruch häufig zur Motivation in einer Gruppe oder im Team genutzt: Wir gehören zusammen und jeder Einzelne unterstützt die Gruppe; die Gruppe unterstützt den Einzelnen. Aber das greift mir nicht weit genug, denn dann gilt diese Solidarität ja nur innerhalb einer geschlossenen Gruppe. Gerade in den Einsetzungsworten wird deutlich, dass es nicht nur um uns als geschlossene Gruppe, sondern um wirklich alle geht. Wirkliche Solidarität endet nicht am Rand meines eigenen Suppentellers.

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

 

Impuls zu Tagesevangelium vom 03.04. (Joh.10,31-42)

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Impuls zu Tagesevangelium vom 03.04. (Joh.10,31-42)

Zum heutigen Tagesevangelium habe ich dieses Bild der kleinen Pflanze am Felsen gewählt.

Warum? Die Pflanze setzt sich hartnäckig durch und wächst, obwohl es auf diesem Felsen scheinbar gar nicht möglich ist, zu wachsen. Das weiß die Pflanze natürlich nicht…. Sie wächst einfach.

Dinge als „Unmöglich“ einzuschätzen ist etwas, das nur wir Menschen können. Das ist ja oftmals gut, manchmal aber auch einschränkend und hemmend.
Das passt eigentlich auch sehr gut auf das heutige Tagesevangelium. Jesus ist hier abermals in ein Streitgespräch verwickelt und kann sich nur knapp der Festnahme entziehen. Dabei haben seine Gegner wohl schon seine Werke erkannt – zumindest wollen sie ihn nicht deswegen steinigen. Aber sie erkennen nicht, wer Jesus zu den Menschen gesandt hat. Das ist ja auch nur schwer zu verstehen. Viele sagen, das ist unmöglich, das kann ich nicht glauben!

Die Pflanze weiß nicht, das sie dort eigentlich nicht wachsen kann – sie tut es einfach. Und so ist es bei mir auch mit dem Glauben. Manches kann ich nicht erklären, manches ist vielleicht auch – aus rein menschlicher Logik – unmöglich. Aber: Ich glaube es.

Und im Tagesevangelium zeigt uns Jesus noch etwas: Er gibt nicht auf, er bleibt weiter hartnäckig. An Jesu Stelle hätte ich vermutlich schon lange gesagt, das ist sinnlos, ich gebe diese Menschen auf.!
„Wer nicht will, der hat schon!“ Aber so ist ER nicht. ER wendet sich uns Menschen immer wieder zu. Egal wie hartnäckig wir uns abwenden.

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 02.04. (Joh.8,51-59)

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Impuls zum Tagesevangelium vom 02.04. (Joh.8,51-59)

„Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“

In den ganzen letzten Tagen haben wir von Jesu Streitgesprächen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern gelesen und gehört. Zum Beginn des 8. Kapitels des Johannesevangeliums soll die Ehebrecherin gesteinigt werden und der heutige Abschnitt endet damit, das Jesus sich selbst vor geworfenen Steinen in Sicherheit bringen muss. In dieser sich zuspitzenden Streitsituation wirft Jesus alle Argumente in eine Waagschale. Er bezieht sich auf Abraham und gibt zu erkennen, das er schon war, ehe Abraham wurde. Doch auch auf dieses Argument hören seine Gegner nicht mehr.

Jesus betont hier sehr klar die Wurzeln. Er stellt sich selber – und somit auch uns heutigen Christen – in die Tradition Abrahams, also in eine Tradition auf die sich gleichermaßen Juden, Christen und Muslime berufen. Wenn wir aus diesem Wort Jesu für die aktuelle Situation etwas aufgreifen können, dann, das wir füreinander da sind, unabhängig von der Religion, unabhängig vom Alter und unabhängig vom Einkommen. Oder um es mit den „Bläck Fööss“ zu sagen: „Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist,mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich.“

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund.

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 01.04.20 (Joh.8,31-42)

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Impuls zum Tagesevangelium vom 01.04.20 (Joh.8,31-42)

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“

Am heutigen 1. April werden sicher wieder viele verschiedene Aprilscherze im Netz zu lesen sein oder wir werden persönlich „in den April“ geschickt.
Das ist ja auch oft lustig, manchmal auch all zu offensichtlich, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern versehen.
Anders ist es da mit den „Aprilscherzen“ außerhalb des 1. Aprils – auch bekannt als Fake-News. Hier werden Tatsachen verdreht, vermeintliche Fakten benannt oder Bilder aus dem Zusammenhang gerissen – einzig zum Ziel der Verbreitung falscher Informationen um hieraus Vorteil zu schlagen oder Menschen zu diffamieren. Hier hört dann der Spaß auf.
Aber wo zieht man eine Grenze? Zwischen Wahrheit und Lüge liegen viele verschiedene Grautöne. Ist es nicht manchmal sogar besser, eine kleine Notlüge zu erfinden, statt jemanden mit der vollen Wahrheit vielleicht zu verletzen?
Oder sollte man nicht in manchen Situationen einen Teil der ganzen Wahrheit verschweigen, weil es sonst für mein Gegenüber nicht zu verkraften wäre?
Die Wahrheit zu sagen ist oft gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Wir sind gut und gerne bereit, nach der ganzen  Wahrheit zu verlangen oder würden auch immer dazu raten, die Wahrheit zu sagen, wenn wir selber nicht betroffen sind.

Aber… Ganz so leicht ist es mit der Wahrheit oft dann doch nicht. Nicht für den, der sie hören muss und auch nicht für den, der sie sagt. Denken wir nur einmal an die Menschen, die aufgrund ihrer Wahrheit ihr Leben lassen mussten. Oder die, die aufgrund ihrer Meinung gemieden oder vorgeführt werden.

Im heutigen Tagesevangelium erklärt Jesus: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.“
Die Wahrheit wird uns befreien….? Das klingt vielleicht etwas hochtragend, aber wir wissen bestimmt alle darum, wie viel besser es uns geht, wenn wir einmal gelogen haben und dann doch noch die Wahrheit gesagt haben. Jesus ermutigt uns dazu, die Wahrheit zu sagen und für unsere Meinung einzustehen. Aber er gibt uns durch die ehrliche Reue – die Beichte – ein Instrument der Versöhnung. Vor Gott – aber auch mit unseren Mitmenschen. .

Ich hoffe, Sie sind gut durch den 1. April gekommen.

Ihr/euer Michael Bredohl

 

Vorsicht, heiß! – Impuls zum Tagesevangelium vom 31.3.20 (Joh.8, 21-30)

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Impuls zum Tagesevangelium vom 31.3.20 (Joh.8, 21-30)

Vorsicht, heiß !

Das heutige Tagesevangelium ist zugegeben schwer zu lesen. „Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben!“  Die Worte Jesu kommen doch sehr hart rüber – vielleicht zu hart?

Ich bin ein wenig daran erinnert, das ich in meinem Leben auch schon mal so manche „harte – klare Ansage“ gebraucht habe um etwas zu verstehen.
Sei es ein Schrei, wenn ich Gefahr lief, vor ein Auto zu laufen oder auf eine heiße Herdplatte zu packen, oder eine Standpauke, weil ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe oder in manchen Fächern einfach zu faul war und besser sein könnte.

Heute weiß ich, das eine solche Standpauke oder ein entsprechender Schrei bei Gefahr nicht böse gemeint waren oder gegen mich gerichtet waren, sondern das ich mich in eine akute Gefahr begeben habe, ohne es zu wissen.
Meine Eltern, Lehrer, Bekannten wollten mich schützen, da sie es eben besser wussten als ich damals.

So verstehe ich das Tagesevangelium heute auch. Jesus weiß es besser und sieht Teile seiner Hörer in Gefahr. Seine bisherigen Lehren wollten sie nicht hören und daher bedient er sich den harten, aber klaren Worten.
Nicht um zu urteilen oder zu demütigen, sondern aus Liebe und um zu beschützen.

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 30.03.2020 (Joh.8, 1-11)

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Impuls zum Tagesevangelium 30.03.2020 (Joh.8, 1-11)

„… wer von euch ohne Sünde ist,  werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.“ Im heutigen Tagesevangelium scheint schon sehr deutlich die Passion Jesu durch und man erkennt den sich zuspitzenden Streit. Jesus wird nun immer öfter auf die Probe gestellt und in die Enge getrieben, mit dem Ziel, ihm etwas anhängen zu können. Seine Feinde wollen den „Störenfried“ loswerden und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Die Pharisäer und Schriftgelehrten bringen eine Frau zu Jesus, die beim Ehebruch ertappt worden ist und stellen sie in die Mitte. Jesus – als gläubiger Jude – kennt natürlich das Gesetz Mose, das vorsieht, solche Frauen zu steinigen. Stellt sich Jesus nun gegen dieses Gesetz, hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten einen Grund, gegen Jesus vorzugehen.

Aber was macht Jesus in dieser Situation? Er bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Was Jesus auf die Erde schreibt erfahren wir nicht. Zitiert er das Gesetz Mose? Kritzelt er etwas, um einen Moment der Sammlung zu haben? Die Pharisäer und Schriftgelehrten werden hier an etwas erinnert, das sie aus der Schrift kennen. „Alle, die sich vom Herrn abwenden, werden in den Staub geschrieben (Jeremia 17,13).“ Und mit seinen Worten: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie“ untermauert er das vorangegangene Zeichen. Die Schriftgelehrten haben die Botschaft offensichtlich verstanden und sie gehen weg.

Der Evangelist Johannes erinnert seine Gemeinde – und damit auch uns – an etwas noch weitreichenderes: Wer sich von Gott abwendet wird in den Staub geschrieben, was aber in Staub geschrieben ist, ist recht schnell vergänglich und wird durch Wind und Regen hinweggespült. Wir, die wir an Gott glauben sind unauslöschlich in seine Hand geschrieben. Diese Zusage geht bis zum äußersten, bis zur Hingabe seines Sohnes am Kreuz, in der unendlichen Liebe zu uns Menschen.

 

Einen guten Start in diese Woche wünscht Ihnen/Euch

Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

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Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

„Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“

Ja… liebe Mitchristinnen und Mitchristen… Glaube ich das? Das ist eine gute – vielleicht existentielle Frage. Kann ich das Glauben, was da passiert ist? Betrachtet man das Tagesevangelium aus rein wissenschaftlicher Sicht müsste man wohl auf die Frage mit „Nein!“ antworten. Die Wissenschaft, speziell die heutige Medizin kann sehr viel erreichen, heilen und lindern. Aber jemanden der vier Tage Tod ist wieder zum Leben erwecken, das geht nicht.  An dieser Erzählung zur Erweckung des Lazarus entzündet sich jedes Mal aufs Neue die Diskussion in mir selber: Was weiß die Wissenschaft zu Jesus Christus? Welche Fakten gibt es? Was ist glaub-würdig?

Unterm Strich ist vieles erklärbar und es gibt viele wissenschaftliche Fundamente und Thesen. Aber es bleibt ein „Faktor X“ – eine Restsumme, die nicht wissenschaftlich erklärbar ist, die ein Mysterium bleiben. Und das ist gut so!

Wenn in der Religion alles erklärt werden kann, dann geht es ja nicht mehr um den Glauben, sondern um das Wissen. Dann sind wir keine Glaubens-Gemeinschaft mehr, sondern eine Wissens-Gemeinschaft. Dieser Glaubens-Gemeinschaft stellen wir uns in jeder Eucharistiefeier aufs Neue, wenn der Ruf des Diakons oder Priesters an das „Geheimnis des Glaubens“ erinnert. Ohne diesen Faktor X des Nicht-Wissens, gäbe es auch kein Geheimnis des Glaubens.

Daher – liebe Mitchristinnen und Mitchristen –  ist die beeindruckendste Person im heutigen Tagesevangelium Martha. Sie hätte doch allen Grund auf Jesus wütend zu sein. Er ist nicht gekommen um Lazarus von seiner Krankheit zu heilen. Stattdessen verweilte er noch zwei Tage länger an dem Ort, wo er sich aufhielt. Aber sie beantwortet die Frage: „Glaubst du das?“ mit einem klaren „Ja!“. Sie glaubt an Jesus Christus, aller Erfahrung ihrer vergangenen Tage zum Trotz.

 

Mit herzlichen Grüßen zum heutigen Sonntag:

 

Ihr/Euer Michael Bredohl