Impuls zum Mittwoch der 26 Woche im Jahreskreis (G Hieronymus)

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Impuls zum Mittwoch der 26 Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

„Mein Herz hängt treu und feste/ an dem was dein Wort lehrt“ dieser Vers aus dem Eröffnungslied könnte aus dem Mund des heiligen Hieronymus stammen, dessen Gedenktag wir heute feiern.

Hieronymus war einer der bedeutendsten und gelehrtesten Kirchenväter. Er wurde um 345 in Dalmatien geboren und starb im Jahre 420. In seiner Zeit in Bethlehem leitete er ein Männerkloster und drei Frauenklöster. Aus dieser Zeit stammt auch sein wichtigstes Werk: die lateinische Bibelübersetzung (Vulgata)

„Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit und wer die heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit: die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen!“ (Hieronymus Prolog zum Jesaja-Kommentar)

Impuls:

Das Wort „Netz“ hat sehr vielschichtige Bedeutungen, je nach dem, in welchem Kontext und welchem Jahrhundert man sich befindet…

Hallo! Hallo! Warte, ich höre dich nicht, ich hab kein Netz!

Das wird vermutlich ein Fischer zu Jesu Zeiten nicht so verstehen wie wir. Und ein Fachmann für Arachnologie könnte das auch Missverstehen.

So könnte es aber auch vielen Menschen gehen, die das heutige Evangelium hören oder lesen. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Netz“ – kein Empfang oder wie?

Wir wissen natürlich, was Matthäus mit dem Netz hier meint, sind wir doch an die Worte Jesu erinnert:“…folgt mir, ich mache euch zu Menschenfischern“

Aber dann wird es selbst für geschulte Augen und Ohren etwas schwieriger. Die guten Fische kommen in den Korb, die schlechten werden Weggeworfen. Das beißt sich ein wenig mit unserem Jesusbild, der sich mit den Menschen am Rande der Gesellschaft zusammentut. Man ist ja ein wenig geneigt zu denken…. Das wären die schlechten, die hier gemeint sind. Aber ich verstehe das etwas anders und ich schätze mal das auch der Autor das eher übertragend gemeint hat.

Die Guten sind hier nicht die finanziell Starken, die Gelehrten und die, die jeden Tag treu in die Synagoge gehen – oder bei uns: Sonntags treu in die Kirche kommen. Es sind die Menschen, die hier als „Gerechte“ benannt sind. Menschen, die mit Gott im Einklang sind, die mit Gott auf dem Weg sind, die Gott in ihren Herzen tragen. Leider gibt es auch heute noch die Menschen, die „Schlecht“ mit sozialer und finanzieller Not gleichsetzen. Denen würde ich gerne den vorletzten Satz dieser Perikope entgegenschreien: “Habt ihr das alles verstanden?!?“

Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier am 30.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis (G Pater Pio)

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Impuls zum Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

„Das Gebet ist ein mächtiges Werkzeug, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet.“ Dieses Zitat stammt von Pater Pio, dessen Gedenktag die Kirche heute feiert. Pater Pio, wurde am 25.Mai 1887 als Francesco Forgione in Italien geboren und verstarb am 23. September 1968.

Pater Pio wurde als Kind einer Bauernfamilie geboren und habe weniger gegessen und geschlafen als andere Kinder. Wie durch ein Wunder überstand er schwere Fieberschübe und trat dann mit 16 Jahren in das Kapuzinerkloster an seinem Wohnort ein.

1918 erschienen die 5 Wundmale Jesu auf seinem Körper – diese Nachricht verbreitete sich trotz Verschwiegenheitsgebot unter den Menschen und viele pilgerten zu Pio. Er wurde als „Apostel des Beichtstuhls“ bekannt.

Trotz der vielfältigen Meinungen zu Pater Pio – die verschiedenen Päpste waren sich in Ihrer Meinung zu Pater Pio uneins – wurde er am 1999 selig- und 2002 heiliggesprochen.

Trotz seiner Erkrankungen lebte er besonders asketisch und hielt diese Lebensweise bis zu seinem Tod 1968 durch.

Impuls:

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Das ist ein Satz, den man gerne mal überliest oder überhört, den man vielleicht als eine kleine Randnotiz abtun möchte. Aber er birgt eine sehr klare Ansage an die Jünger – ja: an uns alle, die wir Christus nachfolgen. Verleugne dich selbst, nehme` dein Kreuz auf dich und folge mir nach“

Vor diesem Satz im Evangelium erlebten die Jünger die Wundertaten Jesu: die Heilung vieler Kranker, die Speisung der 4000 und sie bekannten sich zu Jesus. Petrus bekannter Satz „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ geht dem heutigen Evangelium voran. Jesus führt hier aus, was es denn heißt, sich zu ihm zu bekennen – ihm nachzufolgen.

Ich bin vor kurzem im Urlaub gewesen und habe die Zeit mit Wandern verbracht. Das ist natürlich nicht ganz problemlos, wenn man durch Wälder wandert, in denen man sich nicht auskennt. Natürlich habe ich mich dann einmal in einem Waldgebiet wiedergefunden, wo ich offensichtlich falsch ausgekommen bin. Ich hatte mich einfach nur auf das Navi verlassen.  Aber im übertragenden Sinne ist das auch in unserem Leben so. Wir haben unsere Ideen, unsere Ziele, die wir erreichen wollen. Mein Haus, mein Boot, meine Familie. Ich werde Feuerwehrfrau, Arzt oder Diakon. Letztlich kommt es aber dann doch anders oder es geht über viele Umwege. Einer ist da offensichtlich bei uns, der uns den Weg angibt, der uns vielleicht über steinige Wege führt, aber immer an das eine Ziel! So verstehe ich das „Verleugnen“. Vertrauen, auf Jesus, der meinen Weg begleitet – durch Zeiten der Dürre, durch Trauer, durch Krankheit – hin zum Ziel.

Pater Pio ist diesen Weg in beeindruckender Weise gegangen. Durch Kritik, durch Krankheit, durch Zweifel. Er kann uns Vorbild sein, wenn wir uns am Begriff „Verleugnen“ aufreiben.

„Gott ist jedes Gebet wohlgefällig, das in rechter Intention und gutem Willen gesprochen wird.
Die Zeit, die man zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten opfert, ist niemals vergeudet.“

Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 23.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen



Impuls zum Mittwoch der 24. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 24. Woche im Jahreskreis (G: hl. Cyprian & Cornelius) (Lesungen)

Einführung:

Die Kirche gedenkt heute den hl. Cyprian und Cornelius.

Zumindest der letztere dürfte hier in Aachen bekannt sein, durch den Ortsteil Kornelimünster. Hier werden verschiedene Reliquien verehrt – neben der Kornelioktav auch alle 7 Jahre zur Heiligtumsfahrt Kornelimünster, die zeitgleich zur Heiligtumsfahrt in Aachen und Mönchengladbach stattfindet. Cyprian war Bischof von Nordafrika und Cornelius Papst. Beide vertraten eine vergleichsweise milde Praxis gegenüber abgefallenen Christen. Beide waren von einer Liebe für die Menschen geprägt und bezahlten diese mit dem Märtyrertod bzw. der Verbannung.

Der Apostel Paulus macht uns heute auch die Liebe zum Mittelpunkt. In seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth erinnert er daran, was und wie die Liebe ist, bzw. sein soll.

Impuls:

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ So endet die heutige Lesung und das ist vermutlich auch einer der bekanntesten Sätze aus dem neuen Testament – gerne verwendet bei Hochzeiten. Aber mir geht es heute um einen anderen Satz, den man vermutlich nicht so präsent hat, wie den Abschluss dieser Lesung: „Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles andere übersteigt.“

Petrus leitet also bewusst das „Hohelied der Liebe“ als einen anderen Weg ein, einen Weg, der alles andere übersteigt. Vorher hatte er in seinem Brief an die – zu der Zeit gespaltene und zerstrittene Gemeinde in Korinth – bereits von dem einen Leib und den vielen Gliedern geschrieben. Aber für Petrus steht hier die Liebe im Vordergrund – ohne die wir letztlich nichts wären.

Mir ist nicht bekannt, ob Cyprian und Cornelius die Worte des Petrusbriefes geleitet haben in ihrer Haltung, den abgefallenen Christen mit Liebe zu begegnen, aber sie dürften diesen Brief sicher gekannt haben. In meiner Vorstellung war es vielleicht ein Motiv der beiden Heiligen, Ihre Haltung bis zum Tod durchzuhalten.

Amen

Impuls aus der Wortgottesfeier vom 16.09. in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 22. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 22. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

„Sein wandernd Volk will leiten, der Herr in dieser Zeit.“

Irgendwie ist dieser Satz doch seltsam in dem Lied, oder? Was ist denn damit genau gemeint? Wir sind doch eigentlich – zumindest in unseren Breitengraden – kein „wanderndes Volk“ mehr. Oder ist damit vielleicht eine philosophisch-theologische Ebene gemeint? Wir als wanderndes, ja suchendes Volk, das durch den Glauben seine Richtung, seine Berufung erfährt und durch Gottes Fügung letztlich ans Ziel kommt?

Ich bleibe mal auf der ersten Ebene. Wir sind kein wanderndes Volk mehr, wir sind heimisch geworden und haben unsere festen Wurzeln. Das hat sehr viele positive Aspekte. Aber es geht ein wichtiges Element verloren: Die Bewegung. Wir gehen nicht mehr hinaus und erzählen von dem, was uns bewegt, von dem was uns trägt, von dem der uns Hoffnung gibt.

„Geht in alle Welt und seid meine Zeugen“ – so geht es dem heutigen Evangelium voran, in dem Jesus genau das tut. Er zieht weiter, weil die Menschen in den anderen Dörfern auch die Frohe Botschaft erfahren sollen.

Impuls:

Zu Anfang hatte ich schon angedeutet, das in den heutigen Texten eine gewisse Bewegung – ja eine Dynamik drinsteckt. Es geht viel um das Thema Verkündigung und das eben nicht nur an dem Ort, an dem ich mich heimisch fühle.

Paulus und Apollos, von denen wir in der Lesung gehört haben, waren stetig unterwegs, um die Frohe Botschaft zu verkündigen und auch von Jesus wissen wir, dass er durch das Land ging – hinauf nach Jerusalem und dem Berg Golgotha. Das Hinausgehen und Verkündigen ist, wie wir an diesen Beispielen erfahren, nicht immer bequem oder ungefährlich. Aber letztlich sind wir auch heute dazu aufgerufen. „Seid stehts bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“

Natürlich heißt das jetzt nicht, das wir nach diesem Gottesdienst zum Markt gehen und aus der Bibel lesen oder das alte Testament auslegen. Aber Wege zu finden, Menschen zu erreichen, das steckt für mich in den heutigen Texten.

Gehen wir hinaus und seien wir kreativ um den Menschen zu zeigen, dass es neben „Trump“, Verschwörungstheorien und Vorurteilen gegen einzelne Bevölkerungsschichten bzw. deren Herkunft noch frohe Botschaften gibt, die Hoffnung geben können.

Amen

Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 02.09.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Kein Impuls – nur ein Gedanke: Mein Gedanke

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Ein kleiner Tod.

Du bist nicht weg, nur nicht mehr für mich erlebbar.

Gelegentlich kann ich dich noch sehen, aber dein Lachen nicht mehr hören.

Heute ist dein Geburtstag, den du hoffentlich zu einem besonderen Tag für dich machen kannst,

meine Geschenke fühlen sich für mich an, wie Blumen – die ich an einen Gedenkort bringe.

Die Bilder an der Wand – lustig und freudig – scheinen mir wie ein Traueraltar, heute.

Du bist nicht weg, nur nicht mehr für mich erlebbar.

Ein kleiner Tod.

Impuls zum Mittwoch der 20. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 20. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einleitung:

„Gib uns Trost und Zuversicht, durch dein Licht“ so endet das Lied, das wir zur Eröffnung gehört haben.

Trost und Zuversicht, Liebe und Geborgenheit, jemand der sich um uns kümmert, das sind Wünsche und Sehnsüchte, die wir alle in uns tragen. Hierum geht es heute auch in unseren Lesungen des Tages.

Gott sieht, dass die Hirten sich nicht um Ihre Herde kümmern und sieht sich zum Handeln gezwungen. Im Text des Propheten Ezechiel zeigt er uns, dass er nicht untätig und ferne ist. Er rettet die Herde aus den Händen der untätigen Hirten.

Im Evangelium hören wir von den Arbeitern im Weinberg. Der wohl bekannteste Satz ist: „Die Letzten werden die Ersten sein!“

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Satz des Papstes Benedikt: „Ich bin nur ein einfacher, demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn!“ Ganz so dürften es die Arbeiter aus dem Gleichnis Jesu wohl nicht gesehen haben. Hier werden wir wenig von Liebe und Geborgenheit, sondern von Missgunst hören. Dennoch finden wir auch hier die Spuren von Gottes Liebe zu uns.

Impuls:

Sie haben vermutlich schon den Ausdruck hier gesehen und als das „Kölsche Grundgesetz“ erkannt. Vermutlich haben Sie auch gesehen, dass ich einen Artikel hinzugefügt habe: Man muss auch gönnen können.“ Die Letzten werden die Ersten sein, so haben wir es gerade gehört. Das ist doch schön, oder? Ich kann mir den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch scheinen lassen während andere in der Mittagshitze malochen. Wenn es dann abends weniger beschwerlich ist, dann bequeme ich mich auch mal dazu und erhalte denselben Lohn wie alle anderen. Das Kölsche Grundgesetz hat ein wenig von dieser „Leichtigkeit“: Es ist, wie es ist. Es kommt, wie es kommt. Es ist schon immer gut gegangen…

Sieht so das Himmelreich aus?

Strenggenommen, ja! Die Worte Jesu richten sich hier an die Jünger, also an die Ersten, die Jesus nachfolgen, mit dem gesamten beschwerlichen Weg. Natürlich hat es nach den Jüngern viele Menschen gegeben, die in die Nachfolge Jesu gegangen sind, so auch wir. Wir haben heute in unseren Breitengraden einen wenig gefährlichen Weg zu erwarten. Keine Christenverfolgung, keine Kirche im Untergrund, kein staatliches Verbot der Religionsausübung. Und doch erhalten wir denselben Lohn wie die Jünger. Die Zusage des Gutsbesitzers – der in dieser Parabel sinnbildlich für Gott steht – ist da sehr eindeutig: Geht auch ihr in meinen Weinberg, ich werde euch geben, was gerecht ist!“ Gott wird uns allen in der Nachfolge geben, was gerecht ist.  

Natürlich sollen wir uns nun nicht darauf ausruhen, daran erinnert uns auch die heutige Lesung aus dem Buch Ezechiel. Zum Glauben und zur Nachfolge gehört auch die Arbeit, die Nächstenliebe, das Zweifeln und Hinterfragen. Aber am Ende steht die Zusage, geliebt und geborgen zu sein. Egal, ob wir von Anfang an dabei waren oder erst später hinzukamen.

Man muss auch gönnen können.

Amen

Impuls aus dem Wort-Gottes-Dienst vom 19.08.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 19. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 19. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einleitung:

Die heutigen Lesungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Worte des Propheten Ezechiel, die sich wie ein schlechter Actionfilm lesen; auf der anderen Seite die Worte Jesu „Wo zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Es ist ein wenig wie beim abendlichen Fernsehen, man möchte gerne vorspulen oder umschalten, weil die Worte einen aufreiben.

Aber vielleicht ist das auch genau so gedacht. Die heilige Schrift ist voll von unterschiedlichsten Texten. Positive, negative, liebende, strafende, freudige und traurige Worte. Eben so, wie das menschliche Leben ist. Da können wir auch nicht vorspulen oder weghören.

Vielleicht aber kann man Bilder, die einem bei den Texten kommen, auch ein wenig ins Positive umdeuten. Bei der heutigen Lesung geht es unter anderem um den Hammer bzw. ein Werkzeug, das „ein Jeder“ in seine Hand nehmen soll.

Nehmen wir den Hammer heute als kleines Sinnbild für die Worte des Ezechiel und vielleicht können wir den harten Worten eine andere Bedeutung geben als die rein geschriebene Deutung.

Impuls:

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen. Ich möchte aus den heutigen Texten einmal vier Aspekte herausnehmen. Zum einen den Hammer und das „T“ – und zum anderen Einsamkeit und Gemeinschaft. Ich glaube, dass wir uns genau in diesem Spannungsfeld bewegen.

In den Worten Ezechiels werden die Menschen bestraft für ihren Götzendienst, aber nicht alle. Das Zeichen für jene die gerettet werden ist das „T“ bzw. das Taw, das etwas aussieht, wie dieser Hammer.

Die meisten von Ihnen kennen vielleicht auch das Antoniuskreuz oder Tau-Kreuz, das genau so aussieht.

Man kann also in dieser Lesung heute den Hammer, oder das Taw sehen. Gewalt, oder Rettung.

„Sie schlugen zu, und ich allein blieb übrig“ so hörten wir in der Lesung. Danach verließ Gott den Tempel und – sinnbildlich – das Volk Israel.

Ganz anders das heutige Evangelium. Hier geht es um die Gemeinschaft der Gläubigen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Man kann also in den heutigen Texten die Einsamkeit sehen, oder aber die Gemeinschaft – unsere Gemeinschaft.

Und so haben die beiden Lesungen etwas zutiefst Menschliches. Manchmal sehen wir vielleicht nur den Hammer und nicht das Kreuz, nur die Einsamkeit, aber nicht die Gemeinschaft, nur die Traurigkeit und nicht die Schönheit.

Beides gehört zu unserem Leben dazu, auch wenn wir es manchmal nicht sehen können. Gott zeichnete uns das T auf die Stirn, schrieb unsere Namen in seine Hand. Bei ihm sind wir geborgen.

Amen

Impuls aus der Wortgottesfeier vom 12.08.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis

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Impuls zum Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einleitung:

„Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich – still und leise. Und ist er noch so klein, er zieht doch große Kreise.“

Vermutlich kennen viele von Ihnen das Lied, das wir zu Beginn auch gehört haben. Es könnte die Titelmusik zu den heutigen Lesungen sein. Es geht heute um Gottes große Liebe, großen Glauben und groß-artige Frauen.

So hören wir heute von einer Frau, die – vielleicht ein bisschen nervig und störend – um Beachtung fleht und letztlich auch bekommt, dank ihrer Beharrlichkeit. Was gab der Frau den Mut, nach den doch harten Worten Jesu, weiter um Hilfe zu bitten?

Vielleicht genau zwei Dinge: Großer Glaube und Große Liebe.

Besonders schauen wir heute auch auf die Gottesmutter Maria, die wie keine andere für großen Glauben und große Liebe steht.

Im Jahr 435 wurde die Marienkirche Santa Maria Maggiore in Rom geweiht.

Impuls:

„Wo Gottes große Liebe, in einen Menschen fällt. Da wirkt sie fort, in Tat und Wort, hinaus in unsere Welt.“

So geht das Lied vom Beginn weiter und wir haben von eben solchen Menschen in den Lesungen gehört. Der Prophet Jeremia verkündet Gottes Zusage an das Volk Israel, das er es mit ewiger Liebe geliebt hat und ihm Treu bleibt. Er verspricht, der Gott aller zu sein. Was eine mächtige Zusage an das Volk Israel und auch an uns. Eine solche mächtige Liebe und einen großen Glauben wird auch die Frau aus dem Evangelium getragen haben. Man muss sich die Situation einmal vorstellen. Die Kanaanäerin macht sich auf den Weg zu jemandem, von dem sie gehört hat, er kümmere sich um die Menschen in Not. Sie lässt ihr Kind zurück, und wandert – Grenzen und Anfeindungen zum Trotz – zu Jesus. Und selbst nach den harten – ja abweisenden Worten Jesu, gibt sie nicht auf. Was ein großer Glaube – was eine große Liebe…

Blättern wir in der Bibel etwas weiter zurück, dann finden wir eine ähnlich große Frau, die mit ihrem Kind unter dem Herzen über Stadtgrenzen hinweg unterwegs ist. Und trotz des beschwerlichen Weges und der Abweisungen an den Herbergen gibt sie nicht auf.

Maria und die unbekannte Kanaanäerin – zwei Beispiele für einen großen Glauben, die mich innehalten lassen und etwas nachdenklich machen.

Wie halte ich es mit dem großen Glauben?

Amen

Impuls aus der Wortgottesfeier vom 05.08.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (G hl. Marta)

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Impuls zum Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (Lesungen)

Einführung:

Heute feiern wir den Gedenktag der hl. Marta.

Marta und Maria sind uns aus dem Lukas- und dem Johannesevangelium bekannt – besonders als Freunde bei denen Jesus zu Gast war. Dazu gehört auch der Bruder Lazarus, der von Jesus auferweckt wird.

Marta und Maria sind in den Evangelien sehr unterschiedlich, ja vielleicht sogar gegensätzlich beschrieben. Maria als die eher Ruhige und Zurückgezogene und Marta als die energische, aktive „Hausfrau“. Offensichtlich werden hier durch die Evangelisten bestimmte Anteile des christlichen Lebens gezeichnet. Die hl. Marta wird oft mit einem Kochlöffel dargestellt und ist die Patronin der Hausfrauen. So gilt sie oft als Urbild der „Biederen Hausfrau“, jedoch bin ich da ganz bei Meister Eckart, der erkannte, dass Marta durchaus mehr als nur die eine gastfreundliche Frau war: Sie war mutig und zum Handeln entschlossen – wie wir im heutigen Evangelium hören werden. Während Maria nach dem Tod des Lazarus in sich zurückgezogen war, geht Marta Jesus entgegen, um ihm auch deutlich ihr Leid zu klagen.

Impuls:

„Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Dieser Satz aus dem Evangelium erinnert mich ein wenig an eine klassische Trauerreaktion: Schuld. In einer ersten Phase der Trauer wird oft jemandem eine Schuld am Tod gegeben: Den Ärzten oder dem Pflegepersonal, einem Freund/Bekannten, Gott, oder letztlich einem selbst.

Und hier ist es so, dass Schuld Sinn macht… Die Schuldzuweisung ordnet das Unfassbare und gibt ihm Sinn. Dabei ist es unerheblich, ob diese Schuldzuweisung objektiv richtig ist.

Bei der hl. Marta ist es vielleicht ähnlich gewesen. Sie war voll der Trauer um ihren geliebten Bruder und Jesus war nicht da, um diesen Tod zu verhindern. Mit dieser Schuldzuweisung tritt sie an Jesus heran, geht ihm – vielleicht etwas aufgebracht – entgegen, um ihm das zu sagen.

Aber – und das macht Marta hier zu jemand Besonderem: In ihrer Trauer, in der Wut, in der Schuldzuweisung, kann sie sich den Glauben bewahren. Das Evangelium endet mit der Zusage Martas:  Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Und uns sind solche Situation gewiss nicht fremd… Oft fragen wir uns, wie Gott uns diese Last aufbürden konnte und warum er uns verlassen hat. Aber Gott nimmt uns nicht die Last weg, er begleitet uns durch die Krise hindurch.

Auch mit unseren Zweifeln trägt er das Kreuz mit uns, wie einst Simon von Cyrene Jesu Kreuz mittrug.

Ja, Herr: Ich glaube! Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 29.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen

Impuls zum Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis (F Maria Magdalena)

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Impuls zum Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis (F Maria Magdalena) – Lesungen

„Das Grab ist leer, der Held erwacht.“ –  Vielleicht haben sie einen Moment gedacht… das passt doch so gar nicht. Eigentlich singen wir dieses Lied ja zu Ostern. Aber irgendwie passt es dann doch, da wir im heutigen Evangelium quasi einen Sprung zurück machen.

Wir hörten, wie Maria Magdalena an das leere Grab kommt und somit als erste Zeugin der Auferstehung wurde. Das alles wusste Maria Magdalena zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Was mag in ihr wohl vorgegangen sein? Sie wurde Zeugin des Todes eines geliebten Menschen und in diesen Wirren der Trauer sucht sie den Platz auf, an dem Sie sich ihm Nahe fühlen kann und findet diesen Platz leer vor.

Wie wichtig solche Plätze sind, wissen wir alle sicher auch aus eigener Erfahrung. Wenn ich z.B. an Wochenenden oder Feiertagen in der Grabeskirche bin, kann ich das gut beobachten. Menschen, die in den Wirren der Trauer einen festen Platz aufsuchen, um mit ihren Verstorbenen in Verbindung zu bleiben. Das muss jetzt nicht unbedingt die Grabeskirche, ein Friedhof oder eine Gedenktafel sein – solche Plätze finden sich oft ganz von alleine.

Aber es ist die Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen. „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen“ so sagt Jesus zu Maria Magdalena. Aber genau das ist der Punkt, der es uns schwer macht. Jemanden auf dieser Erde – aus unserem Umfeld und Leben loslassen, aber ihn/sie weiter im Herzen zu tragen. Hier kann uns Maria Magdalena auch ein Vorbild sein. Sie erkennt Jesus – ihren geliebten Menschen – lässt ihn aus dem irdischen Leben gehen und trägt seine Worte und Taten als Erinnerung im Herzen.

„Kaum war ich an ihnen vorüber, fand ich ihn, den meine Seele liebt.“ – Amen

Impuls aus der Wort-Gottes-Feier vom 22.07.2020 in der Fronleichnamskirche Aachen