Impuls zum Tagesevangelium vom 01.04.20 (Joh.8,31-42)

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Impuls zum Tagesevangelium vom 01.04.20 (Joh.8,31-42)

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“

Am heutigen 1. April werden sicher wieder viele verschiedene Aprilscherze im Netz zu lesen sein oder wir werden persönlich „in den April“ geschickt.
Das ist ja auch oft lustig, manchmal auch all zu offensichtlich, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern versehen.
Anders ist es da mit den „Aprilscherzen“ außerhalb des 1. Aprils – auch bekannt als Fake-News. Hier werden Tatsachen verdreht, vermeintliche Fakten benannt oder Bilder aus dem Zusammenhang gerissen – einzig zum Ziel der Verbreitung falscher Informationen um hieraus Vorteil zu schlagen oder Menschen zu diffamieren. Hier hört dann der Spaß auf.
Aber wo zieht man eine Grenze? Zwischen Wahrheit und Lüge liegen viele verschiedene Grautöne. Ist es nicht manchmal sogar besser, eine kleine Notlüge zu erfinden, statt jemanden mit der vollen Wahrheit vielleicht zu verletzen?
Oder sollte man nicht in manchen Situationen einen Teil der ganzen Wahrheit verschweigen, weil es sonst für mein Gegenüber nicht zu verkraften wäre?
Die Wahrheit zu sagen ist oft gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Wir sind gut und gerne bereit, nach der ganzen  Wahrheit zu verlangen oder würden auch immer dazu raten, die Wahrheit zu sagen, wenn wir selber nicht betroffen sind.

Aber… Ganz so leicht ist es mit der Wahrheit oft dann doch nicht. Nicht für den, der sie hören muss und auch nicht für den, der sie sagt. Denken wir nur einmal an die Menschen, die aufgrund ihrer Wahrheit ihr Leben lassen mussten. Oder die, die aufgrund ihrer Meinung gemieden oder vorgeführt werden.

Im heutigen Tagesevangelium erklärt Jesus: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.“
Die Wahrheit wird uns befreien….? Das klingt vielleicht etwas hochtragend, aber wir wissen bestimmt alle darum, wie viel besser es uns geht, wenn wir einmal gelogen haben und dann doch noch die Wahrheit gesagt haben. Jesus ermutigt uns dazu, die Wahrheit zu sagen und für unsere Meinung einzustehen. Aber er gibt uns durch die ehrliche Reue – die Beichte – ein Instrument der Versöhnung. Vor Gott – aber auch mit unseren Mitmenschen. .

Ich hoffe, Sie sind gut durch den 1. April gekommen.

Ihr/euer Michael Bredohl

 

Vorsicht, heiß! – Impuls zum Tagesevangelium vom 31.3.20 (Joh.8, 21-30)

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Impuls zum Tagesevangelium vom 31.3.20 (Joh.8, 21-30)

Vorsicht, heiß !

Das heutige Tagesevangelium ist zugegeben schwer zu lesen. „Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben!“  Die Worte Jesu kommen doch sehr hart rüber – vielleicht zu hart?

Ich bin ein wenig daran erinnert, das ich in meinem Leben auch schon mal so manche „harte – klare Ansage“ gebraucht habe um etwas zu verstehen.
Sei es ein Schrei, wenn ich Gefahr lief, vor ein Auto zu laufen oder auf eine heiße Herdplatte zu packen, oder eine Standpauke, weil ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe oder in manchen Fächern einfach zu faul war und besser sein könnte.

Heute weiß ich, das eine solche Standpauke oder ein entsprechender Schrei bei Gefahr nicht böse gemeint waren oder gegen mich gerichtet waren, sondern das ich mich in eine akute Gefahr begeben habe, ohne es zu wissen.
Meine Eltern, Lehrer, Bekannten wollten mich schützen, da sie es eben besser wussten als ich damals.

So verstehe ich das Tagesevangelium heute auch. Jesus weiß es besser und sieht Teile seiner Hörer in Gefahr. Seine bisherigen Lehren wollten sie nicht hören und daher bedient er sich den harten, aber klaren Worten.
Nicht um zu urteilen oder zu demütigen, sondern aus Liebe und um zu beschützen.

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 30.03.2020 (Joh.8, 1-11)

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Impuls zum Tagesevangelium 30.03.2020 (Joh.8, 1-11)

„… wer von euch ohne Sünde ist,  werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.“ Im heutigen Tagesevangelium scheint schon sehr deutlich die Passion Jesu durch und man erkennt den sich zuspitzenden Streit. Jesus wird nun immer öfter auf die Probe gestellt und in die Enge getrieben, mit dem Ziel, ihm etwas anhängen zu können. Seine Feinde wollen den „Störenfried“ loswerden und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Die Pharisäer und Schriftgelehrten bringen eine Frau zu Jesus, die beim Ehebruch ertappt worden ist und stellen sie in die Mitte. Jesus – als gläubiger Jude – kennt natürlich das Gesetz Mose, das vorsieht, solche Frauen zu steinigen. Stellt sich Jesus nun gegen dieses Gesetz, hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten einen Grund, gegen Jesus vorzugehen.

Aber was macht Jesus in dieser Situation? Er bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Was Jesus auf die Erde schreibt erfahren wir nicht. Zitiert er das Gesetz Mose? Kritzelt er etwas, um einen Moment der Sammlung zu haben? Die Pharisäer und Schriftgelehrten werden hier an etwas erinnert, das sie aus der Schrift kennen. „Alle, die sich vom Herrn abwenden, werden in den Staub geschrieben (Jeremia 17,13).“ Und mit seinen Worten: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie“ untermauert er das vorangegangene Zeichen. Die Schriftgelehrten haben die Botschaft offensichtlich verstanden und sie gehen weg.

Der Evangelist Johannes erinnert seine Gemeinde – und damit auch uns – an etwas noch weitreichenderes: Wer sich von Gott abwendet wird in den Staub geschrieben, was aber in Staub geschrieben ist, ist recht schnell vergänglich und wird durch Wind und Regen hinweggespült. Wir, die wir an Gott glauben sind unauslöschlich in seine Hand geschrieben. Diese Zusage geht bis zum äußersten, bis zur Hingabe seines Sohnes am Kreuz, in der unendlichen Liebe zu uns Menschen.

 

Einen guten Start in diese Woche wünscht Ihnen/Euch

Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

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Impuls zum Tagesevangelium 29.03.20 (Joh.11,1-45)

„Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“

Ja… liebe Mitchristinnen und Mitchristen… Glaube ich das? Das ist eine gute – vielleicht existentielle Frage. Kann ich das Glauben, was da passiert ist? Betrachtet man das Tagesevangelium aus rein wissenschaftlicher Sicht müsste man wohl auf die Frage mit „Nein!“ antworten. Die Wissenschaft, speziell die heutige Medizin kann sehr viel erreichen, heilen und lindern. Aber jemanden der vier Tage Tod ist wieder zum Leben erwecken, das geht nicht.  An dieser Erzählung zur Erweckung des Lazarus entzündet sich jedes Mal aufs Neue die Diskussion in mir selber: Was weiß die Wissenschaft zu Jesus Christus? Welche Fakten gibt es? Was ist glaub-würdig?

Unterm Strich ist vieles erklärbar und es gibt viele wissenschaftliche Fundamente und Thesen. Aber es bleibt ein „Faktor X“ – eine Restsumme, die nicht wissenschaftlich erklärbar ist, die ein Mysterium bleiben. Und das ist gut so!

Wenn in der Religion alles erklärt werden kann, dann geht es ja nicht mehr um den Glauben, sondern um das Wissen. Dann sind wir keine Glaubens-Gemeinschaft mehr, sondern eine Wissens-Gemeinschaft. Dieser Glaubens-Gemeinschaft stellen wir uns in jeder Eucharistiefeier aufs Neue, wenn der Ruf des Diakons oder Priesters an das „Geheimnis des Glaubens“ erinnert. Ohne diesen Faktor X des Nicht-Wissens, gäbe es auch kein Geheimnis des Glaubens.

Daher – liebe Mitchristinnen und Mitchristen –  ist die beeindruckendste Person im heutigen Tagesevangelium Martha. Sie hätte doch allen Grund auf Jesus wütend zu sein. Er ist nicht gekommen um Lazarus von seiner Krankheit zu heilen. Stattdessen verweilte er noch zwei Tage länger an dem Ort, wo er sich aufhielt. Aber sie beantwortet die Frage: „Glaubst du das?“ mit einem klaren „Ja!“. Sie glaubt an Jesus Christus, aller Erfahrung ihrer vergangenen Tage zum Trotz.

 

Mit herzlichen Grüßen zum heutigen Sonntag:

 

Ihr/Euer Michael Bredohl

 

Impuls zum Tagesevangelium 28.03.2020 (Joh.7,40-53)

Impuls zum Tagesevangelium 28.03.2020 (Joh.7,40-53)

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Das heutige Tagesevangelium endet ziemlich abrupt. „Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. – Dann gingen alle nach Hause.“ Das liest sich ein bisschen wie bei einem Streitgespräch über das Telefon, in dem jemand die Diskussion beendet und einfach den Hörer auflegt. Gespräch beendet – Thema erledigt – ich habe Recht! Ende!

Und sicherlich hat jeder von uns schonmal auf diese oder ähnliche Weise eine Diskussion beendet. Manchmal resigniert man an der Verbissenheit des Gegenübers, manchmal glaubt man sich unbedingt im Recht und hört nicht einmal mehr die Argumente des Gegenübers. Man möchte sich beim Lesen des Evangeliums gut und gerne an die Seite des Nikodemus stellen. Er hat ja nun Recht: „Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut?“

Das fällt uns natürlich auch relativ leicht, wissen wir doch heute um die Geschichten und Taten Jesu. Aber bin ich nicht doch auch manchmal wie die Pharisäer? Habe ich nicht auch schon öfter mal ein Urteil gefällt über jemanden, den ich nicht angehört habe? Manchmal zeige auch ich schneller mit dem Finger auf jemanden, ohne seine oder ihre Geschichte zu kennen.

In dieser Fastenzeit, in der wir krisenbedingt umdenken müssen, möchte ich mir für die Tage bis Ostern noch vornehmen, einmal genauer hinzuschauen: Wo habe ich noch Vorurteile, die ich überwinden kann? Gibt es Menschen in meinem näheren Umfeld, mit denen ich wenig zu tun habe und warum ist das so? – Kann ich daran was ändern? Gibt es einen Streit, in dem ich „nach Hause gegangen“ bin und kann ich die Türe wieder öffnen?

Und wer ist eigentlich Jesus für mich?

Ein sonniges Wochenende wünsche ich Ihnen/Euch :

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 27.03.2020 (Joh.7,1-2.10.25-30)

Impuls zum Tagesevangelium 27.03.2020 (Joh.7,1-2.10.25-30)

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Zu meinem täglichen Ritual gehört es, morgens den PC hochzufahren und einmal zu schauen, was es an aktuellen Nachrichten gibt und was es in den sozialen Medien so zu lesen gibt. Da liest man derzeit viel von Solidarität und vielfältigen kreativen Angeboten, sich in der aktuellen Situation zu unterstützen: Einkaufsangebote, Telefonketten, kleine Videos mit Kochrezepten oder Bastelanleitungen, und auch die vergessen geglaubte Brieffreundschaft erlebt einen neuen Aufschwung. Und im selben Moment liest man von Hamsterkäufen; von VerkäuferInnen die verbal angegriffen werden und von Menschen, die noch immer größere Partys feiern.

Aber… was hat das mit unserem heutigen Tagesevangelium zu tun? Jesus sagt uns: „… ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für meine Wahrheit.“ Jesus lehrt also nicht für sich und sein Ego, sondern er verkündet den, der ihn gesandt hat. Das heißt ja dann, ich verkündige mich nicht selber, sondern ich verkündige die frohe Botschaft. Jetzt könnte man sich ja erst einmal gar nicht davon angesprochen fühlen. „Ich lehre ja nicht und ich verkündige nicht“. Aber ich sehe in diesem Jesus-Wort auch einen Auftrag an jede Christin und jeden Christen. Eine kleine Aufmerksamkeit, ein nettes Wort, ein hinhörendes Ohr. Und wenn ich dann gefragt werde, warum ich das tue, kann ich sagen: „Aus meiner Überzeugung – meinem Glauben hinaus.“ Nächstenliebe – Solidarität ist das, was uns als Christen ausmacht. Daran erinnert uns Jesus heute: „Es geht nicht um mich, sondern um den, der mich gesandt hat.“

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls am 26.3.2020

Impuls am 26.3.2020

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Gestern Morgen war ich zu einem kurzen Spaziergang „um den Block“ unterwegs. Mein Weg führt dann an einer Hauptstraße entlang, die zur Zeit deutlich weniger befahren ist als sonst. Und auch an allen anderen Ecken des Viertels merkt man deutlich, dass etwas anders ist als sonst. Es sind weniger Menschen unterwegs, man geht sich etwas aus dem Weg und hält einen Sicherheitsabstand ein, man nickt sich aus der Entfernung zu oder winkt einmal über die Straße. Es ist ein bisschen, wie nachts – nur am hell-lichten Tage. Und trotzdem nehme ich mir diesen Weg um den Block derzeit täglich zu einer festen Zeit vor. Ich erhoffe mir von dieser selbstverordneten Routine ein Stück Normalität.

Natürlich strukturiert das Stundengebet – also die Tagzeitenliturgie – auch weiterhin meinen Alltag, aber es ist schon etwas anderes, so gar nicht mehr in der Gruppe vis a vis zu beten oder die Messe zu besuchen.  „Gott ist wie Wasser – er findet seinen Weg zu uns, wenn wir nicht mehr zu ihm kommen können“ so sagte es Weihbischof Ansgar Puff in der Abendmesse am 23.3. im Kölner Dom. Und im Stundengebet oder in den Tageslesungen finde ich auch oft einen Anklang an das „Hier und Jetzt“. Aber für den heutigen Tag und den jetzigen Impuls habe ich mir mal nicht die Tageslesungen vorgenommen – sondern ein Lied aus dem Gotteslob, das ich gerne (laut und schief) mitsinge:

Bezeichnenderweise findet man das Lied unter „Vertrauen und Trost“*

Herr unser Herr, wie bist du zugegen und so unsagbar nah bei uns.

Allzeit bist du um uns in Sorge, in deiner Liebe birgst du uns

Du bist nicht fern, denn die zu dir beten, wissen dass du uns nicht verlässt.

Du bist so menschlich in unserer Mitte, dass du wohl dieses Lied verstehst

Du bist nicht sichtbar für unsre Augen, und niemand hat dich je gesehn.

Wir aber ahnen dich und glauben, dass du uns trägst, dass wir bestehn.

So nehmen wir den Gott, der für unsre Augen nicht sichtbar ist, ganz menschlich in unsere Mitte, denn wir wissen, dass ER uns nicht verlässt.

Es grüßt Sie/euch vom Fuße des Frankenberger Doms

Michael Bredohl

*(GL 414 T:Huub Oosterhuis 1965, Ü:Peter Pawlowsky und Nikolaus Greitermann 1969, M: aus den Niederlanden)

Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

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Bild von Stefan Kuhn auf Pixabay

„Steh` auf, nimm deine Bahre und geh!“, das ist wohl der bekannteste Satz des heutigen Tagesevangeliums. Diesen Satz kennen sicherlich viele Ihnen. Ich bin an einem anderen Satz hängen geblieben. Jesus fragt den Mann, der schon lange krank war: „Willst du gesund werden?“ Was ist denn das für eine Frage, eigentlich ist das doch vollkommen logisch, oder? Der Kranke antwortete ihm: „Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt.“ Der Satz könnte auch lauten: „Ich habe ja eigentlich niemanden, was soll ich gesund werden?“

Den Zusammenhang von Seele und Körper hat man also scheinbar schon damals erkannt und dem eine besondere Bedeutung zugemessen. Das heißt natürlich nicht, dass jeder einfach nur „wollen muss“ und wird dann gesund, aber es spielt eine wichtige Rolle.

Einsamkeit, Trauer und Schuld bremsen Heilungsprozesse aus, das weiß man heute auch in der Wissenschaft und Medizin. Und auch die Politik weiß um diesen Zusammenhang. Die sogenannten Kontaktsperren, die am Sonntag erlassen wurden, treffen uns Menschen derzeit hart, ganz besonders alte und kranke Menschen und deren Familien. Und doch merkt man ein Ringen in der Politik um das was nötig ist und das, was noch irgendwie zumutbar ist. Natürlich sind wir es gewohnt, beim Einkauf noch mit jemandem zu quatschen, uns im Cafe zu treffen oder uns sonntags nach der Messe noch zu unterhalten. Das alles geht momentan nicht mehr und wir müssen uns andere Wege suchen, in Kontakt zu bleiben. So finden sich die vielfältigsten Möglichkeiten: Gottesdienste im Fernsehen, Internet und Radio, das tägliche Läuten der Glocken um 19:30 als hörbares Signal der Solidarität oder Videobotschaften aus den Gemeinden.

Und auch jeder Einzelne – so nehme ich es zumindest wahr – versucht in seinem Umfeld den Kontakt aufrecht zu erhalten. Über das Telefon, mit Postkarten und Briefen oder über diverseste Möglichkeiten des Internets.

„Steh´ auf, nimm deine Bahre und geh!“ – oder heute: „Steh´ auf, nimm dein Telefon und wähl´!“

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 23.3.20 (Joh.4, 43-54)

Impuls zum Tagesevangelium 23.3. Joh 4, 43-54

 

 

„Meine Hoffnung und meine Stärke“, das Lied kam mir als erstes in den Sinn, beim Lesen des heutigen Tagesevangeliums.

Da reibt man sich natürlich zuerst an Jesu Worten: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“ Damit beschreibt Jesus – besser gesagt der Evangelist Johannes – etwas zutiefst menschliches. Was wir nicht sehen, erfahren, spüren – das glauben wir Menschen erstmal nicht. Oder: Was der Bauer nicht kennt – isst er nicht. Ich würde mir auch manchmal wünschen, Gott hätte eine klare, deutliche Ansage für mich, wie man es vielleicht aus schlechten Hollywood-Filmen kennt. Ein Chor schalmeit einen himmlischen Gesang, ein helles Licht geht auf und eine Stimme sagt mir die Antwort auf alle meine Fragen. Aber… so funktioniert das leider nicht. Wir müssen sehr fein hinhören, auf die kleinen Zeichen, die uns Gott in unser Leben sendet. Das hat viel mit Vertrauen und Hoffnung zu tun. Gerade in der momentanen Situation fällt das vermutlich nicht nur mir schwer. Hier entwickelt sich mancherorts ein seltsames Gottesbild: Weil wir nicht auf Gott gehört haben, schickt er uns
Krankheiten… NEIN, das ist auch nicht das Gottesbild, das ich haben will! Ich habe am Samstag ein altes Bild von mir gefunden, das mir in der Situation etwas weiterhilft:

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„Wenn du nur noch deinen Schatten siehst, dann bedenke, das du die Sonne im Rücken hast!“ (Verfasser mir leider unbekannt)

Wenn wir also die Hoffnung, das Vertrauen, die Geborgenheit nicht immer fassen können, so können wir uns aber Gott in unserem Rücken sicher sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Woche – bleiben Sie gesund.

Ihr/Euer Michael Bredohl