Im Jahre 1967 haben die Beatles eines ihrer bekanntesten Lieder geschrieben und der „Weltöffentlichkeit“ vorgestellt: All you need is Love – Alles was du brauchst ist Liebe“
Das Lied wurde für die BBC-Show „One World“ komponiert und sollte – so die Vorgabe – auch für Menschen verständlich sein, die kein/wenig Englisch können.
Ringo Star erklärte einmal zu diesem Song: „Es war eine fabelhafte Zeit. Ich bin sogar jetzt noch aufgeregt, wenn ich realisiere, dass es das ist, wofür es war: Frieden und Liebe, Menschen, die Blumen in Waffen stecken.“
Wenn ich auf das heutige Tagesevangelium schaue, dann kommt mir genau dieses Lied in den Sinn.
Alles, was du brauchst, ist Liebe…. Oder… Alles was ihr eigentlich bräuchtet ist Liebe!
Impuls:
Alles, was ihr eigentlich bräuchtet ist Liebe!
Das kommt mir in den Sinn, wenn ich den Satz aus dem heutigen Tagesevangelium höre: „Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz“
Nach einem solchen Satz würde ich vermuten, dass Jesus die Verantwortlichen anspricht und ihnen mal deutlich seine Meinung sagt. Aber das tut Jesus hier nicht. Er handelt – voller Liebe. Er zeigt den Anwesenden durch seine Tat, was er von ihrem verstockten Herz hält und macht sich dadurch natürlich keine großen Freunde.
Sicher ist das oft ein großer Anspruch immer und überall dem Gegenüber mit Liebe zu begegnen und entsprechend zu handeln. Da ist dieser eine Kollege, der mich immer wieder mit denselben Fragen zu klaren Prozessen nervt. Da ist die x-te Änderung im Dienstplan die meine Zeitpläne durcheinander bringt. Wieder einmal bin ich unausgeschlafen und motzig, weil ich viel zu spät einschlafen konnte.
Es gibt immer und überall Rechtfertigungen und Begründungen dafür, warum ich mein Gegenüber nicht so behandelt habe, wie es nötig ist und ich bin mir sicher, dass wird immer mal wieder passieren, auch wenn mein Anspruch an mich selber ein anderer ist.
Mir bewusst zu machen, dass ich hinter meinen Ansprüchen zurückbleibe und es morgen besser machen zu wollen – das ist wäre der erste Schritt in eine gute, richtige Richtung.
Love is all we need!
Impuls vom 18.01.23 zur Wort-Gottes-Feier in der Fronleichnamskirche Aachen
ich möchte gerne zu Beginn einen Satz aus der gestrigen Predigt von Pfr. V. de W. aufgreifen: „Allerheiligen ist ein Osterfest im Novembernebel!“ Dieser Vergleich hat mich gestern besonders berührt, da er so passend und richtig ist. Gestern haben wir all der heiligen Männer und Frauen gedacht – bekannt oder unbekannt – die schon bei Gott sind.
Männer und Frauen, die in ihrem Leben das Evangelium gelebt haben und so Ihre Zeit bunt machten, ähnlich den Farben hier in der Grabeskirche, wenn die Sonnenstrahlen auf diese Glasfenster scheinen. Ich möchte zu dem Satz aus der gestrigen Predigt noch den heutigen Tag Allerseelen hinzufügen, denn an Allerseelen gedenken wir allen Seelen, die uns vorausgegangen sind und auch nun bei Gott sind. Wir denken besonders an Menschen, die uns begleitet und berührt haben. An Verwandte, Angehörige, Zugehörige, Freunde und Bekannte – eben an alle die Menschen, die unser Leben – wie das Farbspiel der Glasfenster hier – bunter gemacht haben. Aber wir feiern diesen Tag auch, für alle uns unbekannten Verstorbenen. Die, die wir nicht kennen und die, die keine Angehörigen oder Zugehörigen hatten, denn auch Sie waren ein buntes Licht in Ihrer Zeit.
Vielleicht klingt es etwas seltsam, wenn ich davon spreche, dass wir diesen Tag heute feiern, oder wenn wir bei Exequien oder Beisetzungen hören: „Wir feiern diese heilige Messe oder diesen Gottesdienst für …“ oder eben der Begriff „Trauer-Feier“ – klingt ein wenig paradox, oder?!? Eigentlich ist einem im Angesichte des Verlustes eines lieben Menschen ja eher nicht zum „Feiern“ zu Mute.
Das wir „Trauer“ „feiern“ können, hat viel mit unserem Glauben zu tun, besser, mit dem an den wir glauben.
Heute haben wir gleich in zwei Texten von der Hoffnung gehört, die uns als Christen leitet. Paulus erinnert in seinem Brief an die Gemeinde in Thessalonich:
Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen…tröstet also einander mit diesen Worten!
Und im Johannesevangelium hörten wir:
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Ja… das ist genau die Frage. „Glaubst du das?“
Martha beantwortet diese Frage hier sehr klar mit JA! Und gerade das finde ich so bemerkenswert wichtig. Stellen wir uns diese Situation einmal vor. Marthas Bruder Lazarus war seit vier Tagen gestorben und im Haus der Angehörigen waren alle zur Trauer versammelt. Da hört Martha, das Jesus auf dem Weg ist und sie geht ihm entgegen. Ich glaube – auch wenn das so nicht im Evangelium steht – das Martha Jesus nicht grade mit offenen Armen entgegen gegangen ist. Und zur „Begrüßung“ macht Sie Jesus erst einmal den Vorwurf, das Alles wäre nicht passiert, wäre er nur da gewesen.
Da schwingt für mich so vieles von dem mit, was wir selbst als Trauernde kennen. Wut, Verzweiflung, Traurigkeit, Enttäuschung. Und Jesus geht nicht hin und kontert etwa das er ja weiter weg war und so vieles anderes zu tun hatte. Er sagt ihr: „Dein Bruder wird auferstehen“ ohne Wertung, ohne Vorwurf, ohne Anklage.
Jesus erinnert Sie an das, was sie eigentlich im tiefsten Herzen weiß – das, was sie als enge Begleiterin Jesu erfahren hat – den Glauben, den Sie in sich trägt.
Das finde ich noch heute zutiefst Menschlich und Nahe – ja sogar tröstend. Jesus kennt unsere Wut, unsere Trauer unseren Verlust. Und an Tagen wie heute schickt er uns bunte Farbspiele, die uns an diese Hoffnung erinnern.
Und so denken wir heute vielleicht schon anders an unsere lieben verstorbenen Menschen zurück als an dem Tage, als sie verstarben – vielleicht blicken wir schon wieder ein kleines bisschen Hoffnungsvoller in die Welt als noch am Tage der Trauerfeier.
An Allerseelen gedenken wir allen Seelen, die uns vorausgegangen sind und auch nun bei Gott sind – die, die uns bekannt sind und die die uns unbekannt sind.
Ich denke am heutigen Tage an viele Menschen – vermutlich wie sie auch – die ich gekannt habe, die mein Leben begleitet haben – die wie ein Lichtspiel mein Leben färbten. Besonders möchte ich aber heute auch an Pastor Dr. Lambert Drink erinnern, den ich selbst leider nicht gekannt habe. Er ist am 02.11.1995 verstorben aber sein Wirken – sein Farbspiel hier in der Gemeinde ist noch sehr präsent, durch die Menschen, die das Gedächtnis an ihn wachhalten.
Allerheiligen ist ein Osterfest im Novembernebel! – und Allerseelen das Lichtspiel im Nebel des Novembers!
Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung. So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden. Aus dem Leben ist er zwar geschieden, aber nicht aus unserem Leben; denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen, der so lebendig unserem Herzen innewohnt!(Aurelius Augustinus)
Impuls zum Requiem an Allerseelen in der Grabeskirche St. Josef Aachen
Die Bekehrung des Paulus ereignete sich – so man das heute sagen kann – im Jahr 36 n Chr. Und wird in der Apostelgeschichte drei mal erzählt. Einmal aus der Perspektive des Verfassers der Apostelgeschichte – Lukas – , sozusagen als Augenzeugenbericht und zwei mal erzählt Paulus selbst von dem Ereignis seiner Bekehrung aber auch hier niedergeschrieben von Lukas.
Ihm scheint also besonders wichtig zu sein, dieses besondere Ereignis festzuhalten und zu überliefern.
Auch heute wird es noch viele Menschen geben, die zumindest die Redewendung „Vom Saulus zum Paulus“ mit einer 180-Grad – Wende einer Person in Verbindung bringen. Das Fest der Bekehrung des Paulus wird seit dem 8. Jahrhundert bezeugt und ist noch immer ein fester Bestandteil des Kirchenjahres.
„Ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe,
und bin überzeugt, dass er die Macht hat,
das mir anvertraute Gut bis zu seinem Tag zu bewahren,
er, der Herr, der gerechte Richter.“
Impuls:
Gott tickt anders!
Wenn ich das Selbstzeugnis des Paulus höre, so wie wir es eben in der Lesung hörten, dann komme ich für mich zu der Erkenntnis: Gott tickt anders!, denn ich kann das nicht verstehen, was da geschehen ist.
Saulus, der zu einen der erbarmungslosesten Verfolger der Christen – oder des neuen Weges, wie er selber sagt – gehörte wird von Gott berufen, ja bekehrt und wendet sich um 180 Grad.
Das kann ich mit meinen menschlichen Gedanken nicht verstehen, ja.. es stellt mich sogar auf eine Probe.
Kann ich wirklich jedem zugestehen, sich ändern zu können? Oder besser gesagt, kann ich jedem zugestehen, sich von Gott ändern zu lassen?
Wenn mich mal jemand in einem schlechten Moment beleidigt oder mit vor den Kopf stößt, dann kann ich darüber hinwegsehen und mir sagen, ist wohl mit dem falschen Bein aufgestanden. Wenn das immer wieder passiert, mit einer gewissen Regelmäßigkeit, dann wird das schon schwieriger.
Und für mich nahezu unmöglich wird es, wenn es sich um schwere Straftaten handelt. Da kann ich nicht einfach hingehen und sagen „Ach… Schwamm drüber!“
Aber.. Muss ich das auch?
Gott tickt anders – sein Handeln ist für unsere Augen, für unsere Ohren, für unser Denken nur teilweise fassbar und nach rein menschlichem Denken / nach rein menschlichen Schubladen nicht zu fassen.
In meinem Gespräch mit unserem Bischof vor meiner Admissio wurde ich gefragt, was ich denn denke, nicht zu können. Meine Antwort war: Gefängnisseelsorge, weil ich mir das aus diesen Gründen eben kaum vorstellen kann.
Gott verlangt das aber auch nicht von mir.
Gott tickt anders! Nicht ich bin es, der bekehrt, beruft oder vergibt.
Ich bin erstmal nur der, von dem Gott wünscht – in jedem Gegenüber Jesus zu sehen – also jeden erstmal als Mensch mit einer ihm zustehenden Würde zu sehen.
Nicht mehr – aber auch nicht weniger!
Impuls zur Wort-Gottes-Feier vom 25.01.23 in der Fronleichnamskirche Aachen
Impuls zum Mittwoch der 4. Woche im Jahreskreis (Lesungen)
Einführung:
Im Internet findet man eine interessante Übersicht dazu, welcher Aktionstag so stattfindet. So ist der 1. Februar unter anderem der Tag der Autoversicherung, der Ändere-dein-Passwort-Tag, der Dekoriere mit Süssigkeiten-Tag und der Robinson-Crusoe-Tag.
Das ist mal ein bunter Strauß an Aktionen des heutigen Tages. Wenn man das mal etwas sortiert dann steht der heutige Tag unter 3 Themen:
Diese Schablone kann man sicher auch für unsere heutigen Lesungen verwenden. Im Hebräerbrief hören wir heute von Züchtigung und Schmerz und das ist erstmal sehr verstörend. Hat doch unser heutiges Verständnis von Lernen / Reifen nichts mehr mit Züchtigung zu tun. Die Zeiten, in denen Lehrer mit solchen Methoden arbeiteten sind lange vorbei und das ist gut so.
Lernen / Reifen findet heute in einem anderen Rahmen statt – egal ob schulisch, außerschulisch oder auch Reifen im Glaube.
Voraussetzung zum Lernen sind heute eher:
Ein Rahmen, in dem ich mich Sicher fühle
Eine Umgebung die mich wohlfühlen lässt
Ein Format, in dem ich mich auch kritisch auseinandersetzen kann.
Impuls:
Zur Zeit hat unser Diakonenkurs die Vorlesungseinheit “Religionspädagogik”. Hier sollen wir lernen, wie Menschen lernen, insbesondere wie Menschen religiös lernen.
Dazu gibt es viele pädagogische und entwicklungspsychologische Modelle,, die ich euch an dieser Stelle erspare. Aber religiöses Lernen oder Reifen hat viel mit dem Rahmen zu tun: Welche Rahmen schaffe ich für das Lernen, wo hole ich meine Zuhörer*innen ab, was kann ich nutzen um meine Zielgruppe individuell zu fördern? Bilder, Filme, Bibeln in Leichter Sprache. Es gibt viele Hilfsmittel und Ideen dazu. Was mir im Kopf geblieben ist, ist das Wort “Kairologie” also das es einen “günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung” gibt. Das es für das Lernen einen individuellen günstigen Zeitpunkt gibt.
Und dann überlege ich mir für mich, was waren diese Zeitpunkte für mich? Wo habe ich einen besonderen Zeitpunkt des religiösen Lernens erlebt.
Sicher waren das Momente, die mir schön und liebevoll im Gedächtnis geblieben sind: Meine Kommunion, teile meines Religionsunterrichtes, die Lieder, die wir im Schulgottesdienst gesungen haben. Das hat in vielerlei Hinsicht mein Reifen gefördert.
Aber wenn ich genauer hinsehe, meine wirklich existentiellen Reifeprozesse habe ich in Krisen und schwierigen Situationen gemacht. Ohne auch diese Erfahrungen wäre ich heute nicht der, der ich bin.
Natürlich brauchen wir heute nicht die erwähnte Züchtigung und Demütigung um zu lernen – das meine ich sicherlich nicht. Reifen und Lernen muss immer in einem Umfeld von Liebe und Geborgenheit passieren.
Menschen in den Krisen und Nöten Beiseite zustehen, ihnen in Liebe zu begegnen, auch das kann irgendwann Menschen zum Reifen bringen.
gebe Sicherheit und sei “Versicherung”
Dekoriere Ihre Sorgen mit Süssigkeit
Hilf ihnen, die Situation zu reflektieren
Impuls zur Wort-Gottes-Feier am 01.02.23 in der Fronleichnamskirche Aachen
Am heutigen Sonntag fallen zwei für mich wichtige Themen zusammen. Zum einen finden rund um den 10.Mai Segnungsgottesdienste für alle Paare gleich welcher Ausrichtung statt – so auch heute hier im Anschluss an die hl. Messe. Und an diesem Wochenende ist auch der Weltgebetstag um geistliche Berufe unter dem Motto: In Allem, Du!“, und ich stehe nun vor der Herausforderung, beide Themen zusammenzubringen… denn zum Weltgebetstag für geistliche Berufe ist es in jedem Jahr so, dass alle, die sich gerade in einer solchen Ausbildung befinden angefragt werden, etwas über Ihre Berufung zu erzählen. Ich mache das seit Beginn meiner Ausbildung – also seit 2019 – jedes Jahr. Leider haben Sie davon noch nicht viel mitbekommen, da Coronabedingt diese Zeugnisse online oder gedruckt stattfanden. Aber einige von Ihnen kennen mich und meinen Weg schon, für die, die mich noch nicht so gut kennen, möchte ich kurz etwas zu mir erzählen.
Ich heiße Micha B. bin 42 Jahre alt und bin seit 2019 in der berufsbegleitenden Ausbildung zum ständigen Diakon mit Zivilberuf. Schon 2018 habe ich an einem Interessentenjahr für die Ausbildung teilgenommen und mich danach trotzdem beworben.
Aber… was war davor? Warum habe ich mich überhaupt für die Ausbildung zum Diakon entschieden?
Ich habe in meiner Kindheit und Jugend den klassischen „katholischen“ Lebenslauf erlebt: Taufe – kath. Kindergarten – kath. Grundschule – Erstkommunion – Messdiener.
Nein, ich habe die Firmung hier nicht vergessen, diese fand deutlich später statt.
Bis ich so ca. 14/15 war habe ich viel Freizeit in der Kirche und in den dortigen Angeboten verbracht, war mit Leib und Seele Messdiener und habe als Kind schon mit meiner Kinderbibel „Messe“ gespielt. Priester wollte ich da aber nie werden, man darf ja nicht heiraten –
lieber wollte ich Küster oder Kirchenmusiker werden, also lernte ich Kirchenorgel und habe im Kinderchor mitgesungen.
Also eigentlich ein ziemlich klarer Weg…
… bis ich an einem morgen aus dieser heilen Welt gerissen wurde. Ich habe vom Tod einer sehr engen Freundin der Familie erfahren, die auf dem Weg in die Schule (wir besuchten die gleiche Schule) von einem Bus erfasst wurde und noch am Unfallort verstarb. Ich habe noch heute – fast 30 Jahre später – kaum eine Erinnerung an diesen Tag und die Wochen danach. Es ist wie ein Nebel, der sich über diesen Teil meines Lebens legt. Meine ersten klaren Erinnerungen sind dann auch erst wieder einige Wochen später, zusammen mit einer klaren Einstellung, dass ich einem Gott, der sowas nicht verhindert – der sowas zulässt nicht mehr in meinem Leben haben will, ihn nicht mehr lieben und vertrauen kann. Also: kein Messdiener, keine Kirchenorgel, keine Firmung mehr!
Stattdessen habe ich mich entschieden, Krankenpfleger zu werden -> Nie mehr wollte ich mich so hilflos fühlen.
Rückwirkend betrachtet war es aber dann doch so, das mir im Leben immer etwas gefehlt hat. Ich habe meine Ausbildungen immer an kath. Einrichtungen gemacht. War bei den Maltesern, bin als Pfleger nach Lourdes gefahren, war am Marienhospital usw. Und es sollte wieder eine Beerdigung sein, die mir klar macht, was mir fehlt und wohin mein Weg gehen sollte.
Nach eben dieser Beerdigung – das war 2015 – habe ich lange vor der Kirche gesessen. Die Liturgie, der Ablauf, die Struktur – alles gab mir einen Rahmen, eine Sicherheit und ich begann, mich mit Berufen in der Kirche auseinanderzusetzen. Irgendetwas war da, das ich nicht formulieren konnte.
Den letzten kleinen Schubs in die richtige Richtung gab mir dann eine Mitarbeiterin der Berufungspastoral, der ich meinen Lebenslauf schilderte und die mich dann auf das ständige Diakonat aufmerksam machte.
Ich glaube, das passt gut zu mir: die Mischung aus Dienst am Altar und Dienst an den Menschen.
Aber wie passt das alles zu #Liebegewinnt?
Da möchte ich gerne an letzte Woche anknüpfen, Sie – Pfr. V.d.W.– haben mir und uns allen eine wichtige Frage mit auf den Weg gegeben. Kann ich zu Gott sagen: „Ich liebe dich“
Was sie gehört haben ist meine Geschichte zu #Liebegewinnt. Meine Liebe zu Gott, die verschüttet war, die durch schlimme Ereignisse und Erlebnisse verdeckt war, hat seinen Weg gefunden. Ich kann also heute sicher zu Gott sagen: „Ich liebe dich!“ Jedoch können viele Menschen nicht – oder zumindest nicht offen – zu Ihren Partnern sagen :“Ich liebe dich“ , weil sie noch immer mit Ausgrenzungen und Anfeindungen rechnen müssen.
Am 15.03.2021 sagte die römische Glaubenskongregation einmal mehr „Nein“ zu Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare. „Wir segnen nicht die Sünde“ – das ist ein Schlag ins Gesicht für Menschen weltweit, die z.T. ein Leben lang um ihre Art zu lieben ringen und dafür lange genug diskriminiert wurden – auch von der Kirche. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle Seelsorger:innen und Theolog:innen, die Menschen in entscheidenden Situationen ihres Lebens den Segen Gottes zusagen, den Gott allein schenkt. Zur Realität dieser Kirche gehört bislang, dass eine Segensfeier für gleichgeschlechtliche Paare und für Menschen, die nach einer zerbrochenen Ehe sich neu verlieben, meist heimlich passieren muss. Ein Segen durch die Hintertür jedoch ist beschämend – für die zu Segnenden und für die Kirche.
Dass dies sich ändert, dafür sorgte #liebegewinnt 2021. Und jetzt heißt es:
Da ist noch viel offen – mehr #liebegewinnt.
Und so sehe ich die Aktion #Liebegewinnt auch als einen Hoffnungsschimmer (wenn auch sehr zaghaft) und da passt das Motto des Weltgebetstages um geistliche Berufe auch zu #Liebegewinnt: in allem, Du! Und ich möchte das Thema minimal abwandeln: In allen, Du!
In allen Menschen – DU!
In allen Menschen, egal welchen Geschlechtes, welcher Ausrichtung, welcher Hautfarbe können wir Ihn – den guten Hirten – sehen!
Wenn man im Duden nach dem Wort „bleiben“ sucht, wird einem eine sehr interessante Herkunft aufgezeigt. So kommt das Wort wohl aus dem mittelhochdeutsch „beliben“ oder althochdeutsch „biliban“ und bedeutet eigentlich „kleben bleiben und ist verwandt mit dem Wort Leim.
Das ergibt für mich ja auch Sinn. Umgangssprachlich sagt man ja auch schonmal „Gestern Abend bin ich bei XY kleben geblieben“ oder wenn man die Versetzung in eine höhere Schulklasse verpasste, ist man auch „kleben geblieben“
Im heutigen Tagesevangelium geht es auch um das „Bleiben“ – um das „Kleben bleiben“, das Anhaften an Jesus. Das das nicht immer einfach ist, das wissen wir sicher alle aus unseren Erfahrungen.
Impuls:
Ich glaube in den 90er Jahren gab es eine Werbung eines großen Bierherstellers mit dem eingängigen Lied „Oh Won´t you stay, just a little bit longer!“ – möchtest du nicht ein kleines bisschen länger bleiben. Nun will ich hier sicher keine Werbung für Bier machen, aber ich finde das Bild, das gezeichnet wird, doch sehr interessant. In der Werbung wird ein geselliger Abend mit Freunden und Bekannten gezeichnet, vielleicht gerade so im letzten Moment vor dem Aufbruch nach Hause, hinaus aus dieser vertrauensvoll geselligen Runde. Im Hintergrund läuft das Lied, das danach fragt, ob man nicht noch ein bisschen bleiben möchte. Und diese Situationen kennen wir sicher alle…. Man möchte noch nicht nach Hause und zurück in den Alltag, sondern in diesem schönen Moment verharren, doch verschiedenste Verpflichtungen machen es uns eben nicht möglich noch ein wenig zu bleiben. Wir müssen am nächsten Morgen früh aufstehen, wir haben ein Meeting, die Kinder müssen ins Bett usw.
„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch!“ Das sagt uns Jesus heute zu. Anders als das Bild der geselligen Runde, die sich irgendwann auflösen muss, bleibt Jesus bei uns, wenn wir uns entschieden haben ihm zu folgen. Selbst dann, wenn wir zweifeln, wenn wir ihn ausblenden.
Und hier bin ich bei der Herkunft des Wortes „bleiben“.
Jesus sagt uns zu, im ganz positiven Sinne an uns kleben zu bleiben – mit uns in Verbindung zu bleiben – uns durch Leid zu begleiten. Jesus bleibt in uns. Oh, wont you stay a little bit longer heißt für Jesus -> auf Ewig.
In der Lesung hören wir heute, wie die frühe Kirche die Ausbreitung des Glaubens voller Begeisterung betrieb. Man könnte neidisch werden, wenn man an die heutige Lähmung bei uns denkt. Was jedoch damals möglich war, das geht auch heute, wenn wir uns wie die ersten Glaubenszeugen damals vom Heiligen Geist erfüllen lassen und uns auf den Weg zu den Menschen machen. Jesus selbst hat als Gesandter des Vaters Licht in die Welt gebracht, damit niemand in Finsternis leben muss. Hören wir auf sein Wort, das er uns vom Vater ausrichtet, und geben wir es beherzt an die Mitmenschen weiter.
Impuls:
Als mein Patenkind Larissa noch kleiner war und wir in Berlin unterwegs waren, wurde mir oder ihr manchmal von fremden Menschen gesagt: „Mensch, du siehst ja ganz aus wie der Papa!“ Sie konnte das noch nicht so wirklich verstehen und ich habe das dann auch nicht weiter kommentiert. Es ist natürlich Quatsch…. Zum einen bin ich der Patenonkel und nicht verwandt, zum anderen ist Larissa hellblond und mit strahlend blauen Augen (man muss die Ähnlichkeit ja förmlich sehen!)
Heute wäre ihr das sicherlich peinlich…
„Ganz der Papa!“ das ist so ein Satz, den ich ohnehin immer etwas befremdlich fand. Auch wenn ich – ohne Zweifel – sehr viel Ähnlichkeit mit meinem Vater habe, so bin ich gewiss nicht „Ganz der Papa!“ – ebenso wie Larissa ihrer Mama ähnlich sieht – ist sie doch gewiss nicht „Ganz die Mama!“
„Wer an mich glaubt, glaubt an den, der mich gesandt hat. Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. … Was ich sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“ Ganz der Papa also? Nicht in unserem Sinne, sondern: Ganz der Vater! Ganz und gar! Wenn bei uns ein Kind seinem Vater ähnelt, ist und bleibt es eine eigenständige Persönlichkeit. Gut, wenn Eltern darum wissen und das zulassen und fördern. Ganz der Papa! Das gilt von Äußerlichkeiten und Eigenarten. Aber letzten Endes sind und bleiben Mutter und Tochter, Vater und Sohn eigenständige Persönlichkeiten. So sollte es wenigstens sein! Hier bei Jesus ist das etwas anderes. Im Sinne des Johannesevangelium kann man sagen: Ganz der Vater. In Jesus bekommen wir Menschen es mit Gott selbst zu tun – und das in äußerster Konsequenz: „Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.“ Konsequenter kann man es kaum sagen: Gott kommt zur Welt. Gott wird Mensch. Jesus ist Gott
Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß am Weg ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Augenblick konnte er sehen und er folgte Jesus auf seinem Weg nach
Impuls:
Liebe Schwestern und Brüder,
vielleicht kennen Sie das Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch?
Es zeigt eine Person auf einer Brücke, die Ihre Hände ans Gesicht hält und scheinbar schreit. Die anderen Personen auf dem Bild scheinen diesen Schrei nicht zu hören. Wir alle kennen vielleicht diese Situation, dass uns alles zu viel wird und wir einfach nur noch schreien wollen… Schreien um Unterstützung, Schreien vor Wut, vor Trauer, vor Ohnmacht. Und leider haben wir auch schon die Erfahrung machen müssen, dass diese Schreie verstummen, dass niemand sie hört – wie die Menschen im Hintergrund des Bildes.
Der Text aus dem Markusevangelium, den wir eben gehört haben, erinnert mich manchmal an eben dieses Bild.
Der blinde Bartimäus sitzt am Rand der Straße, die nach Jerusalem führt. Aufgrund seines Schicksals ist er auf das Betteln angewiesen und hat dafür einen strategisch günstigen Platz gewählt, da dort viele Pilger vorbeikommen und Almosen gaben. Doch an diesem Tag war alles anders. Bartimäus, so hören wir es im Evangelium, schrie… Er schrie – nicht um die vorbeiziehenden Menschen auf sein Schicksal aufmerksam zu machen – sondern aus einem sehr viel tieferen Grund. Er spürte, dass hier und heute etwas Wichtiges passiert. Er konnte vielleicht hören, dass es im Umfeld anders war als sonst, aber er konnte Jesus nicht sehen. Und trotzdem spürte er, wie bedeutend der Moment ist und schrie…. Nicht um die Menschen auf sein Schicksal aufmerksam zu machen – wie vielleicht die Person in unserem Bild – sondern weil er mit dem Herzen glaubte und erkannte, wer da an ihm vorbeizieht
Und er sollte Recht behalten. Jesus nähert sich ihm mit der Frage „was willst du, dass ich für dich tue?“
Was kann dieser Text aus dem Evangelium uns denn nun hier und heute mit auf den Weg geben?
Ich glaube, wir können 3 Dinge heute mitnehmen.
Der Text sagt uns zum einen, das wir hörend durchs Leben gehen sollen, mit offenen Ohren für die Menschen, die in Not sind und unserer Hilfe bedürfen. Aber auch, dass wir auf offene Ohren hoffen dürfen und dass wir unser Leid anderen erzählen dürfen.
Der Text sagt uns auch, dass wir als „Sehende“ durch die Welt gehen sollen, dass wir Not erkennen sollen und versuchen zu helfen, wo es uns möglich ist. Er sagt uns aber auch, dass wir auf kleine Gesten der Unterstützung zählen dürfen.
Zugegeben, in manchen Situationen fällt es uns schwer, das Leid anderer zu sehen oder zu hören – sind wir doch selbst mit unseren Sorgen und Nöten beschäftigt
Da kommt dann die für mich wichtigste Botschaft des Textes: Das Bartimäus mit dem Herzen Jesus erkannt und auf ihn vertraut hat. Sie kennen sicher alle den Satz aus dem kleinen Prinzen: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Jesus ist in unserer Mitte und begleitet uns durch Sorgen, Ängste und Nöte. Wir dürfen Ihm unser Leid klagen, besonders dann, wenn es mal richtig mies mit uns ist. Die Antwort wird immer „was willst du, dass ich für dich tue“ sein.
Und so bin ich wieder bei unserem Bild vom Anfang. Wir sehen den Ausschnitt mit der schreienden Person und den Menschen im Hintergrund, die diesen Schrei nicht wahrnehmen. Mehr sehen wir in diesem Bild nicht… Aber mein Herz vertraut darauf, das in einer anderen Perspektive des Bildes jemand steht, der die Person danach fragt, was Sie tun kann.
der heutige – dritte – Adventssonntag steht ganz im Zeichen der Freude. Gaudete: Freue dich.
Das wird schon dadurch deutlich, dass die 3. Kerze am Adventskranz und die liturgischen Gewänder nicht violett, sondern rosa sind.
Das Thema der Freude durchzieht also den heutigen Tag ganz besonders.
Als ich vor einiger Zeit angefangen habe, mich auf das heutige Glaubenszeugnis vorzubereiten, da war mir noch so gar nicht nach vorweihnachtlicher Stimmung zu mute und so richtig freudig war ich auch nicht.
Vielleicht geht es Ihnen da etwas ähnlich. Es gibt noch so viel zu tun im Moment… Auf der Arbeit ist noch einiges zu erledigen bis zum Ende des Jahres; in der Schule und an der Uni müssen noch diverse Klausuren oder Tests geschrieben werden und in der Familie müssen noch Besorgungen gemacht werden, Geschenke gekauft und verpackt werden und und und.
Das alles wird begleitet durch die Nachrichten, die wir tagtäglich hören. Corona, Krieg, Politik, – wenige positive Nachrichten und wenig Grund zur Freude.
Und mitten in diese Gedanken hinein kommt der heutige 3. Adventssonntag und sagt mir… Micha! Freue dich! Der Herr ist Nahe!
Mitten in meine – zugegeben vielleicht etwas dunkleren Gedanken – kommen kleine „Herzensöffner-Momente“, die mir dann sagen…: Micha, schaue nicht unbedingt immer auf die großen – weltverändernden Momente, sondern schau auch mal in die kleinen Dinge in die kleinen Herzöffner-Momente.
Ich möchte ihnen kurz von zwei dieser Herzöffner-Momente erzählen.
Vielleicht haben Sie davon schon gehört, das am letzten Wochenende ein Mitglied unsere Gemeinde getauft wurde. Und auch, wenn ich nicht selbst dabei sein konnte, habe ich mich sehr darüber gefreut. Die Nachrichten, die es dazu in unserer WhatsApp-Gruppe gab, die Glückwünsche und die herzliche Freude waren ein Herzöffner für mich.
Der zweite Moment war, als ich auf dem Weg von der Fronleichnamskirche zurück nach Hause war. Ich durfte dann kurzfristig bei der Kommunionvorbereitung mithelfen. An dem Nachmittag wurde Weihnachtsbaum-Schmuck aus Stoff gebastelt. Allein das ich so ungeplant dabei sein durfte war ein Herzöffner-Moment für mich. Aber die Ergebnisse haben mich sehr berührt. Alle gebastelten Schmuckstücke sind besonders großartig geworden, aber eines hat mich nachhaltig fasziniert.
Es ist ein Engel aus Stoff mit einem zusätzlich aufgeklebten Herzen. Für mich steckt in diesem Engel so viel Liebe, das es mich nachhaltig beeindruckt hat.
Ich hoffe, Sie können den Engel bei Gelegenheit auch einmal sehen.
Und irgendwie fand ich es wichtig, Ihnen heute und an dieser Stelle davon zu erzählen. Denn vielleicht geht es Ihnen so wie es mir gegangen ist. Vielleicht sind Sie noch an manchen Momenten nicht so sehr freudig gestimmt, vielleicht überwiegt noch die stressige Zeit oder die bedrückenden Nachrichten, die wir oft lesen und hören.
Dann können Sie sich vielleicht an den Engel mit dem Herzen erinnern – oder vielleicht haben Sie selbst einen solchen Herzöffnermoment, an den Sie sich erinnern können und der Ihnen dann sagt: Freue dich, der Herr ist Nahe.
Er ist uns Nahe, wenn wir auch und besonders in die kleinen Dinge schauen, wenn wir einen Blick dafür bekommen, wo uns Gott an diesem Tag begegnet ist und in wem wir ihn vielleicht gesehen haben.
Er ist uns Nahe, wenn wir auf ihn vertrauen
Er ist uns Nahe, wenn wir uns anderen anvertrauen
Er ist uns Nahe, wenn wir uns selbst etwas zutrauen
Wie der Engel mit zusätzlich aufgeklebtem Herzen.
Impuls aus der hl. Messe zum 3. Adventssonntag in der Fronleichnamskirche Aachen
„In die Trauer greift Gott ein, er ist Nahe, dem der weint“ so haben wir es eben gesungen. Gott ist uns Nahe, er ist für uns Menschen vom Himmel gekommen. Aber… was heißt das konkret? Dem heutigen Evangelium von der Brotvermehrung geht ein wichtiger Satz voran, der vielleicht wegen der besonderen Geschichte etwas untergeht: „… denn Jesus hatte Mitleid mit Ihnen.“ Jesus hatte Mitleid mit den Menschen, da sie hungrig waren. Es geht Jesus also nicht bloß um unser „Seelenheil“ – was ja ein sehr abstraktes, ungreifbares Wort ist – sondern ganz konkret auch um unsere täglichen Sorgen und Nöte. Ganz ähnlich drückt es Papst Franziskus aus, wenn er sagt, dass wir den Menschen erst Brot bringen müssen – also das, was sie zum Überleben benötigen, ehe wir Ihnen das Wort Gottes bringen können.
Jesus möchte uns auch heute mit seinem Mitleid – oder besser mit seiner Leidenschaft begegnen, öffnen wir unsere Herzen und Sinne für diese Begegnung.
Impuls:
In vielen weiterführenden Schulen gibt es inzwischen Unterrichts-Projekte, in denen die Schülerinnen und Schüler ein Praktikum in sozialen Einrichtungen machen. Oftmals heißen diese Projekte dann Sozialprojekt, Sozialpraktikum oder Compassion-Projekt -> Compassion / Mitleid Die Jugendlichen sollen in diesem Projekt etwas für ihr eigenes Leben lernen, aber eben nicht nur in der bloßen Theorie, sondern durch ihr Tun – indem Sie auf Menschen in Bedürftigkeit zugehen. Vom Bedauern allein haben Menschen mit Benachteiligungen nicht viel. Im heutigen Tagesevangelium lebt Jesus uns das genau vor. Er lässt sich von der Lebenssituation der Menschen anrühren: Von Krankheit, Trauer, Hunger und er handelt, gibt den Menschen, was sie in ihrer konkreten Notlage benötigen. Sich anrühren lassen und Menschen anrühren beides gehört zum Mitleid – oder besser Mitgefühl. Und dieses Mitgefühl ist eine starke Emotion, aber eben auch ein starker Motor, der Dinge in Bewegung setzen kann. Im Advent, der Zeit der Ankunft kommt Gott bei uns Menschen an, wenn wir uns von ihm anrühren lassen, aktiv zu werden und uns für die Nöte, Sorgen und Probleme unserer Mitmenschen zu öffnen
In die Trauer greift Gott ein, er ist Nahe, dem der weint!