Impuls zum Tagesevangelium 28.03.2020 (Joh.7,40-53)

Impuls zum Tagesevangelium 28.03.2020 (Joh.7,40-53)

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Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Das heutige Tagesevangelium endet ziemlich abrupt. „Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. – Dann gingen alle nach Hause.“ Das liest sich ein bisschen wie bei einem Streitgespräch über das Telefon, in dem jemand die Diskussion beendet und einfach den Hörer auflegt. Gespräch beendet – Thema erledigt – ich habe Recht! Ende!

Und sicherlich hat jeder von uns schonmal auf diese oder ähnliche Weise eine Diskussion beendet. Manchmal resigniert man an der Verbissenheit des Gegenübers, manchmal glaubt man sich unbedingt im Recht und hört nicht einmal mehr die Argumente des Gegenübers. Man möchte sich beim Lesen des Evangeliums gut und gerne an die Seite des Nikodemus stellen. Er hat ja nun Recht: „Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut?“

Das fällt uns natürlich auch relativ leicht, wissen wir doch heute um die Geschichten und Taten Jesu. Aber bin ich nicht doch auch manchmal wie die Pharisäer? Habe ich nicht auch schon öfter mal ein Urteil gefällt über jemanden, den ich nicht angehört habe? Manchmal zeige auch ich schneller mit dem Finger auf jemanden, ohne seine oder ihre Geschichte zu kennen.

In dieser Fastenzeit, in der wir krisenbedingt umdenken müssen, möchte ich mir für die Tage bis Ostern noch vornehmen, einmal genauer hinzuschauen: Wo habe ich noch Vorurteile, die ich überwinden kann? Gibt es Menschen in meinem näheren Umfeld, mit denen ich wenig zu tun habe und warum ist das so? – Kann ich daran was ändern? Gibt es einen Streit, in dem ich „nach Hause gegangen“ bin und kann ich die Türe wieder öffnen?

Und wer ist eigentlich Jesus für mich?

Ein sonniges Wochenende wünsche ich Ihnen/Euch :

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium 27.03.2020 (Joh.7,1-2.10.25-30)

Impuls zum Tagesevangelium 27.03.2020 (Joh.7,1-2.10.25-30)

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Bild von Ria Sopala auf Pixabay

Zu meinem täglichen Ritual gehört es, morgens den PC hochzufahren und einmal zu schauen, was es an aktuellen Nachrichten gibt und was es in den sozialen Medien so zu lesen gibt. Da liest man derzeit viel von Solidarität und vielfältigen kreativen Angeboten, sich in der aktuellen Situation zu unterstützen: Einkaufsangebote, Telefonketten, kleine Videos mit Kochrezepten oder Bastelanleitungen, und auch die vergessen geglaubte Brieffreundschaft erlebt einen neuen Aufschwung. Und im selben Moment liest man von Hamsterkäufen; von VerkäuferInnen die verbal angegriffen werden und von Menschen, die noch immer größere Partys feiern.

Aber… was hat das mit unserem heutigen Tagesevangelium zu tun? Jesus sagt uns: „… ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für meine Wahrheit.“ Jesus lehrt also nicht für sich und sein Ego, sondern er verkündet den, der ihn gesandt hat. Das heißt ja dann, ich verkündige mich nicht selber, sondern ich verkündige die frohe Botschaft. Jetzt könnte man sich ja erst einmal gar nicht davon angesprochen fühlen. „Ich lehre ja nicht und ich verkündige nicht“. Aber ich sehe in diesem Jesus-Wort auch einen Auftrag an jede Christin und jeden Christen. Eine kleine Aufmerksamkeit, ein nettes Wort, ein hinhörendes Ohr. Und wenn ich dann gefragt werde, warum ich das tue, kann ich sagen: „Aus meiner Überzeugung – meinem Glauben hinaus.“ Nächstenliebe – Solidarität ist das, was uns als Christen ausmacht. Daran erinnert uns Jesus heute: „Es geht nicht um mich, sondern um den, der mich gesandt hat.“

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls am 26.3.2020

Impuls am 26.3.2020

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Bild von Thomas Mühl auf Pixabay

Gestern Morgen war ich zu einem kurzen Spaziergang „um den Block“ unterwegs. Mein Weg führt dann an einer Hauptstraße entlang, die zur Zeit deutlich weniger befahren ist als sonst. Und auch an allen anderen Ecken des Viertels merkt man deutlich, dass etwas anders ist als sonst. Es sind weniger Menschen unterwegs, man geht sich etwas aus dem Weg und hält einen Sicherheitsabstand ein, man nickt sich aus der Entfernung zu oder winkt einmal über die Straße. Es ist ein bisschen, wie nachts – nur am hell-lichten Tage. Und trotzdem nehme ich mir diesen Weg um den Block derzeit täglich zu einer festen Zeit vor. Ich erhoffe mir von dieser selbstverordneten Routine ein Stück Normalität.

Natürlich strukturiert das Stundengebet – also die Tagzeitenliturgie – auch weiterhin meinen Alltag, aber es ist schon etwas anderes, so gar nicht mehr in der Gruppe vis a vis zu beten oder die Messe zu besuchen.  „Gott ist wie Wasser – er findet seinen Weg zu uns, wenn wir nicht mehr zu ihm kommen können“ so sagte es Weihbischof Ansgar Puff in der Abendmesse am 23.3. im Kölner Dom. Und im Stundengebet oder in den Tageslesungen finde ich auch oft einen Anklang an das „Hier und Jetzt“. Aber für den heutigen Tag und den jetzigen Impuls habe ich mir mal nicht die Tageslesungen vorgenommen – sondern ein Lied aus dem Gotteslob, das ich gerne (laut und schief) mitsinge:

Bezeichnenderweise findet man das Lied unter „Vertrauen und Trost“*

Herr unser Herr, wie bist du zugegen und so unsagbar nah bei uns.

Allzeit bist du um uns in Sorge, in deiner Liebe birgst du uns

Du bist nicht fern, denn die zu dir beten, wissen dass du uns nicht verlässt.

Du bist so menschlich in unserer Mitte, dass du wohl dieses Lied verstehst

Du bist nicht sichtbar für unsre Augen, und niemand hat dich je gesehn.

Wir aber ahnen dich und glauben, dass du uns trägst, dass wir bestehn.

So nehmen wir den Gott, der für unsre Augen nicht sichtbar ist, ganz menschlich in unsere Mitte, denn wir wissen, dass ER uns nicht verlässt.

Es grüßt Sie/euch vom Fuße des Frankenberger Doms

Michael Bredohl

*(GL 414 T:Huub Oosterhuis 1965, Ü:Peter Pawlowsky und Nikolaus Greitermann 1969, M: aus den Niederlanden)

Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

Impuls zum Tagesevangelium vom 24.3.2020 (Joh. 5, 1-16)

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Bild von Stefan Kuhn auf Pixabay

„Steh` auf, nimm deine Bahre und geh!“, das ist wohl der bekannteste Satz des heutigen Tagesevangeliums. Diesen Satz kennen sicherlich viele Ihnen. Ich bin an einem anderen Satz hängen geblieben. Jesus fragt den Mann, der schon lange krank war: „Willst du gesund werden?“ Was ist denn das für eine Frage, eigentlich ist das doch vollkommen logisch, oder? Der Kranke antwortete ihm: „Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt.“ Der Satz könnte auch lauten: „Ich habe ja eigentlich niemanden, was soll ich gesund werden?“

Den Zusammenhang von Seele und Körper hat man also scheinbar schon damals erkannt und dem eine besondere Bedeutung zugemessen. Das heißt natürlich nicht, dass jeder einfach nur „wollen muss“ und wird dann gesund, aber es spielt eine wichtige Rolle.

Einsamkeit, Trauer und Schuld bremsen Heilungsprozesse aus, das weiß man heute auch in der Wissenschaft und Medizin. Und auch die Politik weiß um diesen Zusammenhang. Die sogenannten Kontaktsperren, die am Sonntag erlassen wurden, treffen uns Menschen derzeit hart, ganz besonders alte und kranke Menschen und deren Familien. Und doch merkt man ein Ringen in der Politik um das was nötig ist und das, was noch irgendwie zumutbar ist. Natürlich sind wir es gewohnt, beim Einkauf noch mit jemandem zu quatschen, uns im Cafe zu treffen oder uns sonntags nach der Messe noch zu unterhalten. Das alles geht momentan nicht mehr und wir müssen uns andere Wege suchen, in Kontakt zu bleiben. So finden sich die vielfältigsten Möglichkeiten: Gottesdienste im Fernsehen, Internet und Radio, das tägliche Läuten der Glocken um 19:30 als hörbares Signal der Solidarität oder Videobotschaften aus den Gemeinden.

Und auch jeder Einzelne – so nehme ich es zumindest wahr – versucht in seinem Umfeld den Kontakt aufrecht zu erhalten. Über das Telefon, mit Postkarten und Briefen oder über diverseste Möglichkeiten des Internets.

„Steh´ auf, nimm deine Bahre und geh!“ – oder heute: „Steh´ auf, nimm dein Telefon und wähl´!“

Ihr/Euer Michael Bredohl

Impuls zum Tagesevangelium vom 23.3.20 (Joh.4, 43-54)

Impuls zum Tagesevangelium 23.3. Joh 4, 43-54

 

 

„Meine Hoffnung und meine Stärke“, das Lied kam mir als erstes in den Sinn, beim Lesen des heutigen Tagesevangeliums.

Da reibt man sich natürlich zuerst an Jesu Worten: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“ Damit beschreibt Jesus – besser gesagt der Evangelist Johannes – etwas zutiefst menschliches. Was wir nicht sehen, erfahren, spüren – das glauben wir Menschen erstmal nicht. Oder: Was der Bauer nicht kennt – isst er nicht. Ich würde mir auch manchmal wünschen, Gott hätte eine klare, deutliche Ansage für mich, wie man es vielleicht aus schlechten Hollywood-Filmen kennt. Ein Chor schalmeit einen himmlischen Gesang, ein helles Licht geht auf und eine Stimme sagt mir die Antwort auf alle meine Fragen. Aber… so funktioniert das leider nicht. Wir müssen sehr fein hinhören, auf die kleinen Zeichen, die uns Gott in unser Leben sendet. Das hat viel mit Vertrauen und Hoffnung zu tun. Gerade in der momentanen Situation fällt das vermutlich nicht nur mir schwer. Hier entwickelt sich mancherorts ein seltsames Gottesbild: Weil wir nicht auf Gott gehört haben, schickt er uns
Krankheiten… NEIN, das ist auch nicht das Gottesbild, das ich haben will! Ich habe am Samstag ein altes Bild von mir gefunden, das mir in der Situation etwas weiterhilft:

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„Wenn du nur noch deinen Schatten siehst, dann bedenke, das du die Sonne im Rücken hast!“ (Verfasser mir leider unbekannt)

Wenn wir also die Hoffnung, das Vertrauen, die Geborgenheit nicht immer fassen können, so können wir uns aber Gott in unserem Rücken sicher sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Woche – bleiben Sie gesund.

Ihr/Euer Michael Bredohl