Gerettet aus Liebe

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Johannes 3,16–21 – „Gerettet aus Liebe“

der vielleicht bekannteste Satz der Bibel steht in diesem Evangelium:
„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“

Manchmal hören wir solche großen Sätze und sie prallen fast an uns ab. So groß, so gewaltig – und doch sollen sie in unser kleines Leben hineinscheinen.
Was heißt das heute für uns?

Gott liebt die Welt. Diese Welt, wie sie ist – nicht eine perfekte Welt, nicht eine Welt, die alles richtig macht. Er liebt diese zerbrochene, oft unvollkommene Welt, zu der auch wir gehören.
Und Gott liebt nicht nur „irgendwie“ oder „theoretisch“. Seine Liebe wird konkret: Er sendet seinen Sohn. Er kommt selbst mitten hinein in unser Leben, mit seinen Höhen und Tiefen, seinem Licht und seinen Schatten.

Jesus kommt nicht, um zu verurteilen. Nicht, um Fehlerlisten zu schreiben.
Sondern um zu retten. Um zu heilen. Um uns in das Licht zu führen.

Das Evangelium spricht heute auch von Dunkelheit.
Es gibt Dinge in unserem Leben, die wir lieber verstecken. Entscheidungen, auf die wir nicht stolz sind. Verletzungen, die wir nicht zeigen wollen.
Aber Jesus kommt nicht, um uns für diese Dunkelheiten zu bestrafen. Er lädt uns ein, sie ins Licht zu bringen. Er lädt uns ein, ehrlich zu werden – mit uns selbst und mit Gott.
Denn nur, was im Licht ist, kann heilen.

Charles de Foucauld, der viele Jahre allein in der Wüste lebte, hat einmal gesagt:
„Sich dem lieben, guten Gott überlassen wie ein Kind in den Armen seiner Mutter.“
Das ist die Haltung, zu der Jesus uns einlädt: Vertrauen. Offenheit. Sich fallenlassen in die Arme dessen, der nicht richtet, sondern rettet.

Mich fordert dieser Text aus dem Evangelium heraus:
Zu glauben, dass Gott mich so liebt, wie ich bin.
Und mich zu trauen, in seinem Licht zu leben.

Wie soll das gehen?

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„Wie soll das gehen?“ – Ein Impuls zu Joh 3,7–15

Nikodemus ist jemand, der es wissen will. Er stellt Fragen. Er will verstehen. Und er ist ehrlich genug zuzugeben, dass er vieles nicht versteht – obwohl er eigentlich „vom Fach“ ist. Jesus spricht mit ihm über das Leben aus dem Geist, über das „neu geboren werden“. Und Nikodemus fragt: „Wie soll das gehen?“

Mir gefällt diese Frage. Weil sie so menschlich ist.
Vielleicht kennst du sie auch:
Wie soll das gehen, neu anzufangen?
Wie soll das gehen, den Glauben zu spüren – mitten im Alltag, mitten in dem, was mich gerade überfordert?
Wie soll das gehen, mich verändern zu lassen, wenn ich doch so oft an den gleichen Dingen hänge?

Jesus gibt keine genaue Gebrauchsanleitung. Aber er lädt ein, zu vertrauen. „Der Wind weht, wo er will.“ Der Geist Gottes wirkt – manchmal leise, manchmal überraschend. Aber er ist da. Und er kann uns erneuern, wenn wir uns nicht verschließen.

Es geht nicht darum, alles zu verstehen.
Es geht darum, sich öffnen zu lassen.
Das Leben „aus dem Geist“ beginnt oft in kleinen Schritten. Im Zuhören. Im Wahrnehmen. Im stillen Gebet.
Oder in einer Begegnung, die mich berührt – wie bei Charles de Foucauld, der irgendwann aufhörte, Gott zu analysieren, und anfing, ihn zu leben. Ganz schlicht, ganz still, ganz nah bei den Menschen.

Jesus sagt: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“
Das Kreuz ist nicht das Ende, sondern ein Zeichen der Liebe, die trägt – auch durch das Dunkle hindurch.

Vielleicht ist das ein erster Schritt ins neue Leben:
Nicht alles verstehen. Aber glauben, dass da jemand ist, der mich liebt.
Und damit anfangen zu leben – ehrlich, offen, im Vertrauen.
So einfach. Und so groß.

Gott auf dem Gehweg

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Mein Weg ins Büro ist eigentlich schnell erzählt: etwa zehn Minuten zu Fuß durch unser Viertel. Keine große Strecke. Und doch erlebe ich auf diesen zehn Minuten manchmal mehr Begegnung, mehr Leben und, ja – auch mehr Seelsorge, als ich je geplant hätte.

Gleich zu Beginn liegt die Bäckerei. Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht durch die Straße, und mit ihm die Stimmen der Menschen, die sich früh morgens hier treffen. Heute fragt mich die Verkäuferin, während sie mir ein Brötchen in die Tüte legt: „Fasten Sie auch? Richtig streng?“
Ich lächle. „Ich versuche es zumindest“, sage ich.
Sie nickt langsam. „Vielleicht sollte ich das auch mal – nicht nur aufs Essen bezogen.“
Ein einfaches Gespräch, und doch mehr als Small Talk. Ein Gedanke wird angestoßen, vielleicht ein kleiner Anstoß, neu zu leben. Gott zwischen Krustenbrötchen und Coffee to go.

Am nächsten Straßenzug wartet schon Ahmad an seinem Kiosk. Ein vertrautes Gesicht. Seit Jahren kennen wir uns, und immer wieder, fast selbstverständlich, kommen wir ins Gespräch – über unseren Alltag, unsere Hoffnungen, und auch über unseren Glauben.
Ahmad ist Muslim. Unsere Unterschiede trennen uns nicht, sie machen unser Gespräch lebendig.
Heute geht es um die Dreifaltigkeit – ein schweres Thema am frühen Morgen. Ich suche nach einfachen Worten: Vater, Sohn, Heiliger Geist – nicht drei Götter, sondern eine Liebe, die in sich Beziehung ist.
Ahmad hört aufmerksam zu und sagt schließlich: „Das klingt nach Familie.“
Ein schönes Bild. Und ich merke: Verständnis wächst nicht durch Argumente, sondern durch geteilte Bilder und offene Herzen.

Ein paar Meter weiter sehe ich Herrn Schneider auf der Bank sitzen. Sein Labrador liegt müde zu seinen Füßen. Als ich vorbeigehe, hebt er den Kopf. „Wissen Sie“, sagt er ohne Vorwarnung, „manchmal hoffe ich einfach nur, dass ich meine Frau eines Tages wiedersehe.“
Ich setze mich einen Moment zu ihm. Die Straße rauscht, irgendwo klingelt eine Fahrradklingel.
„Ich glaube, dass Liebe nicht endet“, sage ich. „Dass sie stärker ist als der Tod.“
Wir schweigen zusammen. Kein großes Gespräch. Aber vielleicht genau das, was heute gebraucht wird.

Und ich spüre: Seelsorge geschieht nicht nur in Gesprächen im Büro, nicht erst am Schreibtisch oder im offiziellen Rahmen. Sie beginnt oft dort, wo Menschen einander wahrnehmen: zwischen Tür und Angel, zwischen Kaffeebecher und Hundegebell.

In solchen Momenten denke ich an Charles de Foucauld, dessen Leben mich sehr beeindruckt.
Er wollte kein großer Prediger sein, sondern einfach Bruder – Bruder aller Menschen, im Einfachen, im Alltäglichen.
Sein Traum war es, durch die schlichte, stille Präsenz die Liebe Christi sichtbar werden zu lassen.
Genau das darf ich auf meinem kurzen Weg erleben:
Gott mitten auf dem Gehweg.
Ganz ohne großes Programm, aber mit offenem Herzen.

Vielleicht brauchen wir im Alltag gar nicht so viel anderes: offene Augen, offene Ohren – und ein bisschen Mut, einen Moment stehenzubleiben.

  • Alle Namen sind frei erfunden

Was soll Kirche eigentlich sagen?

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Immer wieder hört man es:
„Die Kirche soll sich nicht in Politik einmischen.“
„Sie soll sich auf das Spirituelle konzentrieren.“
„Für Gebet und Gottesdienst ist sie da – nicht für Gesellschaftsfragen.“

Und vielleicht klingt das ja im ersten Moment sogar plausibel.
Aber wenn man dann in die Bibel schaut –
wirklich hineinschaut –
dann merkt man:
Jesus war nie „neutral“.

Er hat Menschen gesehen,
die sonst übersehen wurden.
Er hat Kranke berührt,
die keiner anfassen wollte.
Er hat mit den Falschen gegessen
und den Rechten widersprochen.
Er hat gesagt:
„Selig, die hungern nach Gerechtigkeit.“
Und:
„Der Geist des Herrn ruht auf mir –
den Armen bringe ich eine gute Nachricht.“

Wie soll man das nicht politisch verstehen?

Natürlich:
Kirche soll keine Parteiprogramme schreiben.
Sie soll nicht regieren.
Aber sie darf – und sie muss –
fragen stellen.
Stachel sein.
Haltung zeigen.

Wenn Menschen erniedrigt werden,
wenn die Schöpfung geschändet wird,
wenn die Schwächsten den höchsten Preis zahlen –
dann ist Schweigen keine Demut,
sondern Verrat am Evangelium.

Kirche ist dann glaubwürdig,
wenn sie nicht nur feiert,
sondern sich verwickeln lässt.
In das Leben.
In den Schmerz.
In die Fragen der Zeit.

Das heißt nicht, dass sie auf alles eine fertige Antwort hat.
Aber es heißt:
Sie steht da – bei den Menschen.
Sie hört zu.
Sie widerspricht, wenn nötig.
Sie bringt Licht dahin, wo es finster ist.

Und manchmal ist das politisch.
Weil das Evangelium selbst politisch ist.
Es nimmt Partei –
nicht für Parteien,
aber für Menschen.

Vielleicht ist das unsere Aufgabe heute mehr denn je:
Eine Kirche zu sein,
die nicht laut wird, um Recht zu haben,
sondern um den Mund aufzumachen für die, die keine Stimme haben.
Eine Kirche, die nicht perfekt ist –
aber glaubwürdig.
Und mutig.

Denn Jesus hat uns nicht gesagt:
„Seid nett und unauffällig.“
Sondern:
„Ihr seid das Salz der Erde.“
Und Salz spürt man.
Sonst ist es nutzlos.

„Habt ihr etwas zu essen?“

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Die beiden, die mit Jesus unterwegs nach Emmaus waren,
erzählen gerade voller Aufregung,
wie sie ihn erkannt haben –
beim Brotbrechen.
Mitten in diese Begeisterung hinein
tritt Jesus plötzlich selbst in den Raum.

„Friede sei mit euch.“

Aber statt Begeisterung:
Erschrecken.
Zweifel.
Angst.
Sie meinen, ein Geist steht vor ihnen.

So ist das eben oft mit dem Glauben.
Da erzählen andere begeistert:
„Ich habe den Herrn gesehen!“
Aber wenn man selbst da sitzt,
mit seinen eigenen Sorgen, Zweifeln,
Verletzungen –
dann klingt das alles irgendwie fremd.
Vielleicht schön,
aber nicht greifbar.

Jesus aber bleibt.
Er flieht nicht vor der Unsicherheit seiner Freunde.
Er bleibt,
mitten in ihrer Angst.
Und er zeigt:
Ich bin wirklich da.
„Seht meine Hände und meine Füße.“
„Fasst mich an.“

Und dann kommt dieser kleine, fast unscheinbare Moment:
„Habt ihr etwas zu essen?“

Keine große Lehre.
Keine Theologie.
Ein Stück Fisch.

Ich liebe diese Szene.
Weil sie so echt ist.
So bodenständig.
So liebevoll.

Jesus sagt nicht nur: „Ich bin auferstanden“ –
er sagt: „Ich bin wirklich bei euch.
Mitten in eurem Alltag.
Auch an eurem Tisch.
Auch in eurer Müdigkeit und eurer Fassungslosigkeit.“

Und dann – öffnet er ihnen den Verstand.
Nicht auf einmal.
Nicht mit einem Zauberwort.
Sondern Schritt für Schritt.
Er knüpft an das an, was sie kennen:
an die Schrift, an die Geschichte Israels.
Und er zeigt: Alles hat darauf hingezielt.
Und jetzt seid ihr dran.
„Ihr seid Zeugen.“

Ich glaube, das ist die Bewegung des Glaubens:
Von der Angst zur Nähe.
Von der Nähe zum Verstehen.
Vom Verstehen zum Zeugnis.

Aber das geht nicht automatisch.
Manchmal dauert es.
Und manchmal braucht es genau das:
Ein einfaches Stück Fisch.
Ein echtes Gespräch.
Eine Erfahrung, die uns aufatmen lässt:
Ich bin nicht allein.
Er ist wirklich da.

Vielleicht fragt auch uns Jesus heute:
„Habt ihr etwas zu essen?“
Nicht, weil er hungrig ist –
sondern weil er uns erinnern will:
Glauben ist nichts Abgehobenes.
Es beginnt im Konkreten.
Im Teilen.
Im Miteinander.
Im Zuhören.
Im Hoffen – trotz allem.

Und wenn wir das tun,
wenn wir ganz einfach das teilen, was wir haben,
dann kann er auch durch uns sichtbar werden.

Dann beginnt Auferstehung –
nicht spektakulär,
aber wirklich.

Was ich habe, das gebe ich dir

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Impuls zu Apg. 3,1-10 – Manchmal reicht ein Blick

Petrus und Johannes gehen zum Tempel.
Wie viele andere auch.
Zur neunten Stunde – zum Gebet.
Routine. Alltag.
Und da sitzt er: der Gelähmte.
Wie jeden Tag.
Immer am selben Ort,
immer mit derselben Bitte:
Habt ihr etwas für mich?

Er rechnet mit ein paar Münzen.
Mit einem kurzen, mitleidigen Blick vielleicht.
Mehr nicht.

Aber heute ist es anders.

Petrus bleibt stehen.
Und er sagt: „Sieh uns an.“

Das ist schon der erste Wendepunkt.
Nicht wegschauen.
Nicht vorbeigehen.
Nicht ausweichen.

Sondern hinschauen.
Echt. Direkt.
Ein Mensch sieht einen Menschen an.

Ich glaube, viele von uns kennen Situationen,
in denen wir genau das gebraucht hätten:
Nicht Geld, nicht schnelle Lösungen –
sondern dass jemand uns ansieht.
Mit echtem Interesse.
Mit einem offenen Herzen.

Und dann sagt Petrus den entscheidenden Satz:
„Silber und Gold besitze ich nicht.
Doch was ich habe, das gebe ich dir:
Im Namen Jesu Christi, steh auf und geh!“

Das ist stark.
Petrus tut nicht so, als hätte er alles im Griff.
Er sagt klar: Ich habe nicht alles.
Aber das, was ich habe – das teile ich mit dir.
Und das ist nicht wenig.
Das ist Kraft. Hoffnung. Glaube.

Der Gelähmte steht auf.
Nicht nur äußerlich.
Er springt.
Er lobt Gott.
Er geht selbst in den Tempel.
Dorthin, wo er vorher nur außen sitzen durfte.

Und alle, die ihn kennen,
sind erstaunt. Verwundert.
Denn sie merken:
Das hier ist nicht einfach ein Wunder,
das man bestaunen und dann wieder vergessen kann.
Das ist ein Zeichen:
Gott ist da.
Mitten im Alltag.
Mitten unter uns.
Und er verändert Leben.

Vielleicht ist das genau das,
was Kirche heute wieder neu lernen muss:
Nicht alles haben,
aber das Wesentliche teilen.
Nicht über Menschen hinwegsehen,
sondern ihnen ins Gesicht schauen.
Nicht nur helfen –
sondern aufrichten.

„Was ich habe, das gebe ich dir.“
Das könnte ein Motto sein
für Kirche, wie sie sein sollte:
ehrlich, menschlich, kraftvoll.

Und es ist auch ein schöner Satz für unseren eigenen Alltag.
Denn oft denken wir: Ich hab doch nichts zu geben.
Ich kann doch nichts ausrichten.
Aber wenn wir ehrlich hinsehen,
wenn wir offen zuhören,
wenn wir im Namen Jesu handeln –
dann geben wir mehr, als wir denken.

Der Gelähmte stand auf.
Und vielleicht hilft uns diese Geschichte,
selbst ein wenig beweglicher zu werden –
im Herzen, im Glauben,
in der Begegnung mit anderen.

ein Papst, der Türen geöffnet hat

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Es war ein leiser Anfang.
Kein Pomp, kein Pathos.
Ein einfaches: „Guten Abend“,
als Jorge Mario Bergoglio sich am 13. März 2013 als Papst Franziskus vorstellte.
Und dann das Unerwartete:
Bevor er selbst den Segen erteilte,
bat er die Menschen auf dem Platz,
sie mögen ihn zuerst segnen.

Schon in diesem ersten Moment wurde klar:
Hier kommt einer, der Kirche anders leben will.
Ein Papst, der zuhört.
Der nicht von oben herab spricht,
sondern von Mensch zu Mensch.
Der nicht glänzt, sondern dient.

Franziskus hat Wege geöffnet,
für viele, die sich fremd fühlten in der Kirche.
Er hat Armut, Umwelt, Flucht und Gerechtigkeit
zu Herzensthemen gemacht.
Er hat niemanden verurteilt,
aber oft den Finger in die Wunde gelegt –
auch die Wunden der Kirche selbst.

Unvergessen bleibt der Moment,
als er während der Corona-Pandemie
allein auf dem leeren, nassen Petersplatz stand,
um der Welt den Segen zu spenden.
Ein alter Mann,
einsam vor der Basilika –
und doch so voller Hoffnung.
Ein Bild, das vielen Menschen in dunkler Zeit Kraft gegeben hat.

Franziskus war nicht perfekt.
Aber er war echt.
Er war der Papst, der uns gelehrt hat,
nicht nur über Barmherzigkeit zu sprechen –
sondern sie zu leben.
Mit kleinen Schritten. Mit offenem Blick.
Mit offenen Türen.

In unserer Gemeinde, die sich auf den Weg gemacht hat,
Kirche anders zu leben,
bleibt Franziskus ein wichtiger Begleiter.
Ein Rückenwind,
ein leiser Mutmacher.

Nun ist er heimgegangen.
Wir vertrauen darauf, dass der Gott,
dessen Nähe er unermüdlich bezeugt hat,
ihn mit offenen Armen empfängt.

Danke, Franziskus.
Für deine Schritte.
Für deinen Mut.
Für dein „Guten Abend“.

Warum weinst du?

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Maria steht am Grab. Sie weint.
Was sie geliebt hat, scheint für immer verloren.
Die Hoffnung – weggerollt wie der Stein.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Du stehst vor einem „Grab“ in deinem Leben.
Etwas ist zerbrochen. Jemand ist nicht mehr da.
Die Zukunft ist dunkel.
Du siehst nur: Es ist leer. Und du weinst.

Maria bleibt stehen.
Sie schaut – noch einmal – in das Grab.
Und da, wo sie Leere erwartet,
sieht sie plötzlich Engel.
Zeichen, dass der Himmel da ist –
mitten im Schmerz.

Und dann – ganz unscheinbar –
steht Jesus hinter ihr.
Sie erkennt ihn nicht.
Wie oft erkennen wir das Leben, das Gott schenkt, nicht,
weil der Schmerz so laut ist?

Aber dann:
Jesus spricht sie an.
Nicht mit einer Predigt.
Nicht mit einem großen Zeichen.
Nur mit einem einzigen Wort: „Maria!“

Ihr Name – gesprochen von dem, der den Tod überwunden hat.
Der, der sie kennt.
Der sie meint.
Und das verändert alles.

Auch in deinem Dunkel spricht Gott deinen Namen.
Leise vielleicht.
Unerkannt manchmal.
Aber immer liebevoll.
Er sagt nicht: „Reiß dich zusammen.“
Er fragt nur: „Warum weinst du?“

Das ist kein Vorwurf.
Es ist Nähe.
Es ist ein Gott, der nicht vor der Dunkelheit zurückschreckt,
sondern ihr entgegengeht.

Und vielleicht, ganz vielleicht,
beginnt gerade dort, wo du nur Leere und Tränen siehst,
das neue Leben.
Noch klein.
Noch unscheinbar.
Aber real.

War er nicht längst bei uns?

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Impuls zu Lk 24,13–35

Zwei Jünger.
Enttäuscht, müde, auf dem Heimweg.
Sie haben alles mit angesehen –
oder besser:
Sie haben gesehen, wie alles zu Ende ging.

Und jetzt gehen sie weg.
Nicht nach vorn.
Zurück.
Heimat suchen, Normalität.
Oder wenigstens ein bisschen Abstand.

Sie reden miteinander.
Über das, was sie nicht verstehen.
Und genau da –
geht Jesus mit.
Ohne dass sie es merken.


Das ist Ostern:
Jesus geht mit,
auch wenn wir ihn nicht erkennen.
Er fragt. Hört zu.
Er trägt nichts vor –
er lässt uns erzählen.

Und dann,
ganz vorsichtig,
bricht er das Wort auf.
Nicht um zu belehren,
sondern um zu erinnern, was trägt.

Und als sie endlich rasten,
da passiert’s.
Nicht im Reden.
Nicht im Erklären.
Sondern im Brotbrechen.

Und ihre Augen gingen auf.
Und sie erkannten ihn.


Ich glaube, viele von uns gehen gerade den Weg nach Emmaus.
Mit Dingen im Herzen, die schwer sind.
Mit Enttäuschungen.
Mit Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt.
Mit innerem Rückzug, weil manches zu viel war.

Und Jesus?
Er geht mit.
Unaufdringlich.
Leise.
In der Weggemeinschaft.
Im Zuhören.
Im stillen Aushalten.

Ostern passiert nicht im Schlaglicht.
Manchmal erst am Abend.
Im Rückblick.
In der Erkenntnis: „War er nicht längst da?“


Vielleicht ist das die Einladung von Ostermontag:
Nicht nach dem Licht zu jagen –
sondern dem Weg zu trauen.
Dem, der mitgeht.
Dem, der sich zeigt –
nicht laut,
aber ganz echt.

Und vielleicht entdecken auch wir irgendwann:
„Brannte nicht unser Herz…?“
Obwohl wir dachten, es sei längst ausgebrannt.

Ostern beginnt im Dunkeln

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Impuls zu Lk 24,1–12

Sie gehen im Morgengrauen.
Nicht, weil sie Hoffnung haben –
sondern weil sie trotzdem gehen.
Weil sie den Ort suchen, an dem sie zuletzt mit Jesus waren.
Weil sie ihm wenigstens noch den letzten Dienst erweisen wollen.

Sie gehen mit Salben.
Nicht, um Auferstehung zu feiern,
sondern um sich um das Tote zu kümmern.
Das, was vorbei ist.
Was schmerzt.
Was nicht mehr werden kann.

Und dann:
Das Grab ist offen.
Die Leere schreit.
Und zwei Gestalten sagen:

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier.“


Wie oft bin ich genau da:
Mitten im Dienst,
mitten in dem, was zu tun ist –
nicht, weil ich vor Kraft sprühe,
sondern weil ich trotz allem gehe.
Weil Menschen da sind.
Weil Kinder da sind.
Weil ich den Glauben nicht aufgegeben habe –
auch wenn es mir manchmal schwer gemacht wird.

Und dann?
Ist das Grab leer.
Und ich versteh es nicht.
Vielleicht dreh ich mich um und gehe.
Oder ich erinnere mich plötzlich:

„Er hatte doch gesagt …“
Dass das Leben nicht endet.
Dass es weitergeht.
Dass selbst in der Enttäuschung noch Hoffnung liegt.


Vielleicht beginnt Ostern da,
wo ich trotz allem weitergehe.
Wo ich mit leerem Herzen auftauche –
und Gott füllt es langsam wieder auf.
Nicht immer mit Licht und Glanz,
aber mit einem kleinen, stillen Trotzdem.

Die Frauen erzählen es den Jüngern –
und die Jünger glauben es nicht.
Aber einer steht auf.
Petrus.
Er läuft zum Grab.
Er muss es selbst sehen.

So fängt es an.
Nicht mit Jubel,
sondern mit dem leisen Mut,
sich wieder auf den Weg zu machen.


Ostern ist nicht laut.
Nicht immer.
Manchmal ist Ostern einfach nur:

Ich steh auf. Ich geh los. Ich will sehen, ob noch Hoffnung ist.

Und dann:
Ein leerer Ort.
Und irgendwo zwischen all dem Leeren:
ein neuer Anfang.